)
Wärmeversorgung Dietenbach
Klimafreundlich, verlässlich, zukunftsorientiert.
Dietenbach ist einer der bedeutendsten Stadtentwicklungsräume Freiburgs. Hier entsteht Wohnraum für rund 16.000 Menschen, mit einem starken Fokus auf bezahlbare Mieten, Barrierefreiheit und soziale Vielfalt. In diesem neuen Stadtteil dürfen wir dank einer europaweiten Ausschreibung der Stadt Freiburg den gesamten Stadtteil mit nachhaltiger Wärme versorgen.
37,4 Millionen
Kilowattstunden jährlich
16.000 Personen
jährlich versorgt
86 %
erneuerbare Energien
Fernwärmeausbau für Dietenbach
Die Wärmeversorgung in Dietenbach wird über ein neu errichtetes Fernwärmenetz realisiert, das alle Gebäude im Stadtteil erschließt und effizient mit klimafreundlicher Wärme versorgt.
Die Wärme wird dabei mit einem Vorlauftemperaturniveau von rund 56 °C bereitgestellt. Herzstück der Erzeugung sind zwei Großwärmepumpen mit jeweils 1.500 kW, die Grundwasser als erneuerbare Energiequelle nutzen: Mithilfe von sechs Förderbrunnen wird das Wasser aus dem Boden entnommen, für die Wärmeerzeugung genutzt und anschließend über zehn Infiltrationsbrunnen wieder in den Untergrund zurückgeführt.
Damit werden rund 60 % des gesamten Wärmebedarfs des Stadtteils abgedeckt – emissionsarm und ressourcenschonend.
)
Für besonders kalte Tage oder Zeiten mit einem höheren Verbrauch, die sogenannte Mittel- und Spitzenlast, erhält Dietenbach zusätzliche Wärme aus dem Wärmeverbund Freiburg-West.
Dieser Verbund ermöglicht die Einbindung zusätzlicher Wärmeerzeuger, nutzt industrielle Abwärme und vernetzt verschiedene CO₂-arme Quellen effizient miteinander. Dadurch steigt sowohl die Versorgungssicherheit als auch die Flexibilität. So erhält Dietenbach eine stabile und zukunftsfähige Wärmeversorgung, die maßgeblich zur CO₂-Reduktion in der Stadt beiträgt.
Klimaneutrale Energiezukunft für unsere Region
)
Wir werden Dietenbach komplett mit grüner Fernwärme versorgen. Diese gewinnen wir aus industrieller Abwärme im Industriegebiet-Nord.
Bauprojekt Dietenbach
)
Zeitlicher Ablauf
Der Zeitplan zeigt die wichtigsten Bauschritte auf dem Weg zur Wärmeversorgung in Dietenbach und gibt einen Überblick über den Ablauf des Projekts – von den ersten Arbeiten bis zur vollständigen Wärmeversorgung.
)
Hydrologische Erkundung
Abgeschlossen 2024
Zu Beginn des Projekts wurden zwölf Grundwassermessstellen errichtet und umfassende Pumpversuche durchgeführt. Auf Basis der gewonnenen Daten entstand ein detailliertes hydrologisches Modell inklusive Gutachten, das als zentrale Grundlage für die weitere Planung der Grundwassernutzung sowie für das Genehmigungsverfahren diente.
Bau der Grundwasserbrunnen
Abgeschlossen 2026
Mit den neu gewonnenen Erkenntnissen wurden die Brunnenstandorte und der Standort der Energiezentale neu festgelegt und die zwölf Förder- und Infiltrationsbrunnen realisiert, die die Basis für die erneuerbare Wärmequelle bilden.
Inbetriebnahme der Energiezentrale
Bis Ende 2028
Nachdem das Gebäude der Energiezentrale fertiggestellt ist, beginnt der Anlagenbau mit den beiden Wärmepumpen. Ende 2028 wird die Anlage fertiggestellt, das Fernwärmenetz und die Anlage gefüllt und in Betrieb genommen.
Beginn der Wärmelieferung
Ab 2029
Ab 2029 können die ersten Gebäude im Stadtteil Dietenbach mit klimafreundlicher Fernwärme versorgt werden.
Downloads zur Wärmeversorgung Dietenbach
Weiterführende Informationen
Fragen zur Wärmeversorgung Dietenbach
Fernwärme nutzt zentral erzeugte Wärme, die in Energiezentralen aus nachhaltigen Quellen bereitgestellt wird. In Dietenbach stammt diese Wärme beispielsweise überwiegend aus Grundwasser‑Großwärmepumpen, die erneuerbare Energie aus dem Grundwasser nutzbar machen. Zusätzlich wird industrielle Abwärme aus dem Industriegebiet Nord in das System eingebunden und sinnvoll weiterverwendet.
Das Fernwärmewasser verlässt die Energiezentrale beispielsweise mit etwa 63 °C. Auf dem Weg zu den Gebäuden kühlt es trotz sehr gut gedämmter Leitungen leicht ab, sodass es dort mit rund 60 °C ankommt.
In jedem Gebäude befindet sich im Keller ein Anschlussraum mit der Hausstation. Sie enthält unter anderem einen Wärmetauscher, der die Fernwärme sicher vom hausinternen Heizsystem trennt, sowie einen Pufferspeicher und Pumpen. Auch der Wärmemengenzähler ist hier installiert – er erfasst die gelieferte Wärme und bildet die Grundlage für die Abrechnung zwischen Badenova Wärmeplus und den Gebäudeeigentümer:innen.
Von der Hausstation aus wird die Wärme mit einer Vorlauftemperatur von etwa 56 °C im Gebäude verteilt – sowohl zur Warmwasserbereitung über Frischwasserstationen als auch zur Versorgung der Fußbodenheizung.
Nachdem das Wasser seine Wärme abgegeben hat, fließt es abgekühlt zur Energiezentrale zurück, wo es erneut erwärmt wird. So entsteht ein effizienter, lokaler Wärmekreislauf, der die Wärme genau dorthin bringt, wo sie gebraucht wird.
)
Die Wärmeversorgung in Dietenbach erfolgt über ein modernes Niedertemperatur‑Wärmenetz. Dieses System arbeitet besonders effizient, da es mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen auskommt und dadurch Wärmeverluste reduziert. Gleichzeitig ermöglicht es den Einsatz erneuerbarer Energiequellen wie Grundwasserwärme und schafft damit die Grundlage für eine umweltfreundliche, zukunftssichere Versorgung aller Gebäude in Dietenbach.
Die Wärmelieferung startet voraussichtlich frühestens Anfang 2029.
Ja. Im Stadtteil Dietenbach besteht für die Fernwärme eine Anschluss‑ und Benutzungspflicht. Diese Verpflichtung wurde im Rahmen der Wärmekonzessionsausschreibung der Stadt Freiburg festgelegt.
Nein, eine Kühlung über das Wärmenetz ist nicht möglich. In Dietenbach wird ein Niedertemperatur‑Wärmenetz aufgebaut, das ausschließlich zur Wärmeversorgung ausgelegt ist. Es gibt kein separates Grundwassernetz, über das Gebäude gekühlt werden könnten. Daher muss für die Kühlung der Gebäude eine eigene, gebäudeseitige Lösung gefunden werden.
Fragen zu den Kosten der Wärmeversorgung
Die Kosten setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen:
1. Anschlusskosten (einmalig)
Die Anschlusskosten setzen sich aus den Hausanschlusskosten (HAN) und den Kosten für die Übergabestation (ÜGS) zusammen.
Der Betrag für die Hausanschlusskosten beinhaltet die komplette Leitungsverlegung mit Materiallieferung einschließlich der erforderlichen Armaturen und berechnet sich nach der Länge des Hausanschlusses von der Fernwärmetrasse vor dem Objekt bis einschließlich Hauptabsperrvorrichtung.
Die kosten für die Übergabestation beinhalten die Kosten für die Lieferung und Montage der ÜGS und werden in Abhängigkeit der vertraglich vereinbarten Leistung berechnet.
2. Wärmelieferung (monatlich)
Grundpreis: Berücksichtigt die Kosten für das Fernwärmenetz, die Anlagen zur Wärmeerzeugung sowie deren Instandhaltung und Betriebsbereitschaft.
Messpreis: Für die Bereitstellung, Wartung und Ablesung der Messeinrichtungen.
Arbeitspreis: Deckt die Kosten für die tatsächlich gelieferte Wärmemenge und ist abhängig vom Wärmeverbrauch in Kilowattstunden. Energiesparende Maßnahmen können die Kosten senken.
Gut zu wissen: Es entfallen Kosten für Brennstoff, Schornsteinfeger und aufwendige Wartung wie bei anderen Heizsystemen.
Derzeit gibt es kein staatliches Förderprogramm, welches den Anschluss eines Neubaus an ein Wärmenetz explizit unterstützt. Unter Umständen können jedoch die KfW‑Programme „Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude“ (Kredit Nr. 297/298) sowie „Klimafreundlicher Neubau – Nichtwohngebäude“ (Kredit Nr. 299) in Anspruch genommen werden. Welche Fördervoraussetzungen erfüllt werden müssen, ist individuell durch die Investor:innen zu prüfen. Zuständige Ansprechstelle für die Prüfung und Antragstellung ist die KfW.
Fragen zu technischen und baulichen Themen
Für die Versorgung in Dietenbach gelten die technischen Anschlussbedingungen (TAB) sowie die zugehörigen Anhänge. Eine Besonderheit im neuen Stadtteil ist, dass es sich um ein Niedertemperatur‑Wärmenetz handelt. Zudem gelten bei den Liefergrenzen die Regelungen des Fernwärme-Hausanschluss Plus (TAB Typ 2), die in den TAB näher beschrieben sind.
Die „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme“ (AVBFernwärmeV) umfasst die rechtlichen Grundlagen und Regelungen für die Fernwärmeversorgung in Deutschland:
Die Lage des Heizraums muss so gewählt sein, dass Badenova Wärmeplus der Zugang aus öffentlichen oder halböffentlichen Bereichen möglich ist.
Anzahl Wohneinheiten (WE) | Platzbedarf Hausanschlussraum | Türbreite | Raumhöhe |
1 bis 5 | 8 bis 10 m² (3 x 3 m) | 1,20 m | ≥ 2,00 m |
6 bis 10 | 8 bis 10 m² (3 x 3 m) | 1,20 m | ≥ 2,20 m |
11 bis 20 | 12 bis 15 m² (3 x 4 m) | 1,20 m | ≥ 2,20 m |
21 bis 50 | 20 bis 25 m² (4,5 x 5 m) | 1,20 m | ≥ 2,30 m |
Bei der Wärmeversorgung wird in Dietenbach zwischen drei Strukturtypen der Bauprojekte unterschieden, die jeweils unterschiedliche Anforderungen mitbringen. Alle ausführlichen Informationen finden Sie hier.
Eine Fußbodenheizung ist nicht zwingend vorgeschrieben. Da das Niedertemperatur‑Wärmenetz mit vergleichsweise niedrigen Vorlauftemperaturen arbeitet, ist ein Einsatz von Fußbodenheizung dringend zu empfehlen.
Die Warmwasserversorgung erfolgt in Dietenbach über dezentrale Wohnungsstationen, die das Wasser direkt in den einzelnen Wohneinheiten erwärmen. Dank der sogenannten „3‑Liter‑Regel“ bleibt das Leitungssystem besonders hygienisch, da kein großes Warmwasserspeichervolumen vorgehalten werden muss. Für den Betrieb der Wohnungsstationen ist eine Vorlauftemperatur von 53 °C vorgesehen. Zudem müssen die Stationen so ausgelegt sein, dass sie mit einer geringen Temperaturspreizung von nur 2 bis 3 K arbeiten können, um eine effiziente Nutzung des Niedertemperatur‑Wärmenetzes sicherzustellen.
)
Die dezentralen Wohnungsstationen werden von der jeweiligen Bauherrschaft beziehungsweise Kund:in selbst beschafft und betreut. Das heißt, Lieferung, Installation, Wartung und Instandhaltung liegen vollständig in der Verantwortung des Kunden und sind nicht Bestandteil des Leistungsumfangs der Badenova Wärmeplus.
Die Planung der Wärmeverteilung im Baublock muss von dem Ankerkunden koordiniert werden. Der Bau der Wärmeleitungen erfolgt durch Badenova Wärmeplus.
Ja. Sobald Leitungen über ein Privatgrundstück geführt werden, ist eine Dienstbarkeit zugunsten der Badenova Wärmeplus erforderlich. Diese sichert das Recht, Leitungen zu verlegen, zu betreiben und bei Bedarf zu warten oder instand zu setzen. Die Dienstbarkeit wird im Grundbuch eingetragen und stellt sicher, dass der Netzbetrieb langfristig rechtlich abgesichert ist.
Der Austausch mit uns sollte möglichst frühzeitig stattfinden, idealerweise bereits zu Beginn der Planung. Besonders wichtig ist eine frühe Abstimmung zu den erforderlichen Leistungsbedarfen sowie zur Lage der Baublockanschlüsse und der Leitungsführung im Gebäude, damit die weitere Planung reibungslos und ohne Verzögerungen erfolgen kann.
Der Leistungsbedarf ist eine zentrale Grundlage für die Dimensionierung des Hausanschlusses und der Übergabestation. Er muss verbindlich von den jeweiligen Kund:innen beziehungsweise von den beauftragten Fachplaner:innen ermittelt werden. Die Angaben sollten frühzeitig bereitgestellt werden, damit die technische Auslegung des Anschlusses korrekt und ohne Verzögerungen erfolgen kann.
Ja. Die Fernwärmeleitungen werden parallel zur Erschließung des Gebiets gebaut, und dabei müssen auch alle Baublockanschlüsse bereits im Voraus verlegt werden. Dadurch ist die Lage der Anschlusspunkte frühzeitig definiert und steht zum jetzigen Zeitpunkt bereits fest.
Zur Beilegung von Streitigkeiten, die Verbraucherverträge im Bereich der Fernwärmeversorgung betreffen, kann ein Schlichtungsverfahren bei der Universalschlichtungsstelle des Bundes beantragt werden. Voraussetzung dafür ist, dass Sie den Kundenservice unseres Unternehmens waerme@badenova.de kontaktiert haben und keine einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte.
Fragen zu Vertrag und Organisation
Privatpersonen haben das Recht, binnen 14 Tagen ohne Angaben von Gründen Ihren Vertrag zu widerrufen. Das Widerrufsrecht beträgt 14 Tage ab dem Tage des Vertragsschlusses.
Hierfür können Sie nachfolgendes Muster-Widerrufsformular verwenden, dieses elektronisch ausfüllen und direkt an uns übermitteln: Muster-Widerrufsformular
Das Fernwärmenetz einschließlich der Übergabestelle im Hausanschlussraum (Hausstation und Pufferspeicher) liegt im Eigentum und Verantwortungsbereich der Badenova Wärmeplus. Ab dem Hausanschlussraum innerhalb des Gebäudes liegt die Verantwortung bei den jeweiligen Gebäudeeigentümer:innen.
Die Abrechnung der Wärmelieferung erfolgt über Badenova Wärmeplus, während die Verbrauchserfassung und Heizkostenabrechnung innerhalb des Gebäudes über einen Messdienstleister erfolgt, der von den Gebäudeeigentümer:innen organisiert wird.
Fragen zu Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit
Der fP-Faktor liegt bei 0,36. Zum Zertifikat
Der Anteil der eingesetzten erneuerbaren Energien oder industrieller Abwärme liegt bei 89 %. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Energieträger finden Sie im entsprechenden Zertifikat.
Diese Seite wird fortlaufend aktualisiert und um weitere Inhalte zur Wärmeversorgung in Dietenbach ergänzt.
Ihr Kontakt
)
Unsere Expert:innen beraten Sie gerne
Unser Fernwärme-Team
)