Lohnt sich die Anschaffung einer Photovoltaikanlage überhaupt? Welche Kosten sind beim Betrieb einer Photovoltaikanlage zu erwarten? Welche Förderungen stehen Dir zur Verfügung?

Gute Fragen in Zeiten steigender Strompreise und sinkender Anschaffungskosten für Photovoltaikanlagen. Die Energiewende, angetrieben vom Klimawandel, macht Photovoltaiktechnologien beliebter denn je.

Vielleicht gehörst Du auch zu jenen, die in Zukunft lieber auf Eigenversorgung mit Energie setzen möchten? In diesem Beitrag geben wir Dir einen Überblick über die aktuellen Fördermöglichkeiten für Photovoltaikanlagen.


6 Vorteile, die Du mit einer Photovoltaikanlage hast:

  1. Kostengünstige Eigenstromversorgung durch regenerative Energien
  2. 100 % klimaschonende, emissionsarme Ökostromgewinnung
  3. Je nach Größe der PV-Anlage - relative Unabhängigkeit von Netzstromanbieter
  4. Bei Stromüberschuss Förderung über Einspeisevergütung
  5. PV-Anlage in Kombination mit Stromspeicher ermöglicht eine weitgehend autarke Eigenenergieversorgung
  6. Unkomplizierte Montage einer PV-Anlage innerhalb von 1 bis 2 Tagen

Wenn Du mit dem Gedanken spielen solltest, die Stromversorgung für deinen Haushalt auf eine Photovoltaikanlage umzustellen, geben Dir die nachfolgenden Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten hilfreiche Anhaltspunkte.

Je nachdem ob es:

  • eine Neuinstallation der PV-Anlage
  • eine Erweiterung einer bereists bestehenden PV-Anlage
  • eine Kombination von PV-Anlage und Stromspeicher oder
  • eine Nachrüstung mit einem Speicher

sein soll, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, eine Förderung in Anspruch zu nehmen. Grundsätzlich sollte der Antrag auf Förderung jedoch schon vor dem Kauf einer PV-Anlage eingereicht werden.

4 unterschiedliche Formen, wie Dir die Photovoltaik Förderung – je nach Förderprogramm – gewährt werden kann:

  • als einmaliger Förderzuschuss
  • als zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss
  • als reiner Finanzierungskredit
  • als Einspeisevergütung pro Kilowattstunde
Photovoltaik auf dem Dach
Photovoltaik auf dem Dach © Unsplash / Vivint Solar

Aktuelle Fördermöglichkeiten für Photovoltaikanlagen

In den letzten Jahren hat sich der Förderschwerpunkt von Photovoltaikanlagen zunehmend auf die sogenannte „netzdienliche Integration“ von PV-Anlagen gelegt.

Stand einst die massenhafte Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz über hohe Einspeisevergütungen im Fördermittelpunkt, so sind es heute:

  • die kontrollierte Einspeisung ins öffentliche Netz sowie
  • die Stabilisierung der Stromnetze durch Stromspeicher,

welche verstärkt gefördert werden. Auch die Realisierung und bundesweite Förderung von sogenannten Mieterstrommodellen steht derzeit ebenfalls zum Diskurs.

Ein wichtiger Schritt, damit auch Mieter von Wohnungen in den Genuss von klimaschonend und kostengünstig produzierten Solarstrom kommen.


Die Photovoltaik-Förderung der KfW Bank

Mit Hilfe eines der Förderprogramme der Kreditbank für Wiederaufbau kannst Du Deine Photovoltaikanlage kostengünstig finanzieren lassen.

Die KfW fördert im Rahmen des Programmes „Erneuerbare Energien Standard“ (Förderprogramm 270) die:

  • Errichtung,
  • Erweiterung und den Erwerb von PV-Anlagen sowie die Förderung von
  • Batteriespeicher-Systemen in Verbindung mit Photovoltaikanlagen.

Um ein Förderprogramm der KfW in Anspruch nehmen zu können, muss die PV-Anlage den Anforderungen des EEG-Gesetzes (Erneuerbare-Energien-Gesetz) entsprechen. Das ist gegeben, wenn eine PV-Anlage beispielsweise die Einspeisung des Solarstromes in das öffentliche Netz ermöglicht.

Auch darf das Gebäude, auf dem die PV-Anlage installiert wird, nicht eigens zu Zwecken der Stromerzeugung errichtet werden. Es muss sich bei Privatpersonen also um ein Wohnhaus oder bei Unternehmen um ein Büro- oder Firmengebäude handeln.

Die Photovoltaik Förderung muss schon vor dem Erwerb der PV-Anlage bei der Hausbank beantragt werden. Mit dieser können unterschiedliche Laufzeiten zwischen 5, 10, 15 oder 20 Jahren sowie weitere Konditionen vereinbart werden.

Nach dem EEG sind Betreiber von PV-Anlagen seit 1. Juli 2017 außerdem verpflichtet, die PV-Anlage in das „Marktstammdatenregister“ des PV-Meldeportals eintragen zulassen. Fehlt dieser Eintrag, besteht kein Anspruch auf Auszahlung von Fördergeldern.


Was kostet eine PV-Anlage für ein Einfamilienhaus?

Die Kosten für eine Photovoltaikanlage (3 – 10 kWp) für ein durchschnittliches Einfamilienhaus für 4 Personen belaufen sich je nach Größe sowie nach Qualität und Anzahl der Solarmodule zwischen 5.500 und 15.000 Euro Nettokosten.

Zu den Anschaffungskosten kommen die laufenden Kosten hinzu. Diese setzen sich zusammen aus:

• Wartungskosten für die PV-Anlage – ca. 100 Euro/Jahr (nur die regelmäßige Reinigung und Wartung garantiert eine optimale Leistung der PV-Anlage)
• Kosten für Versicherung
• Zählerkosten (bei Einspeisevergütung) – ca. 40 Euro/Jahr.

Photovoltaikanlage auf dem Dach
Photovoltaikanlage © Unsplash / Vivint Solar

Welche staatliche Förderung gibt es für Photovoltaik?

Neben der bundesweiten Förderoption über die KfW, bieten einige Bundesländer Förderprogramme für PV-Anlagen in Form von Zuschüssen, Anschaffungshilfen oder zinsgünstigen Krediten an.

1. Förderung durch Bundesländer

Im Baden-Württemberg etwa beträgt der Zuschuss für netzdienliche PV-Speicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden PV-Anlage maximal 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten – mit einer Deckelung bei 60.000 Euro. Dabei muss die Speicherkapazität mindestens 1,2 kWp je 1 kWh betragen.

2. Förderung durch Stadtwerke

Je nach Region bieten auch Stadtwerke und lokale Energieversorger günstige Finanzierungsmöglichkeiten an. Diese beinhalten neben Beratung, Planung und Installation auch die Kosten für Wartung und Versicherung.

Auch badenova bietet Dir Unterstützung an. Auf unserer Photovoltaikseite findest Du vertiefende Infos.

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3. Solarkredit bei der Hausbank oder einem Kreditinstitut Deiner Wahl

Zahlreiche Privatbanken bieten spezielle Solarkredite mit niedrigem Zinssatz und einer tilgungsfreien Anfangsphase an. Für Beträge unter 50.000 Euro ist auch eine 100 prozentige Fremdfinanzierung möglich, wenn Du u. a. die Einnahmen aus der Einspeisevergütung als Sicherheit an das Kreditinstitut abtrittst.

Für Informationen zur Photovoltaik-Förderung wendest Du dich am besten an Deine Bank, Dein zuständiges Stadtwerk z.B. badenova oder Du informierst dich direkt auf der Website der KfW. Bei Eingabe Deiner Postleitzahl auf dem Online-Portal „CO2online“ erhältst Du eine Auflistung aller staatlichen und kommunalen Förderprogramme, die Dir in Deinem Wohnort zur Verfügung stehen.


Solarstrom einspeisen und die Einspeisevergütung kassieren

Die bekannteste Form der Photovoltaik Förderung ist die Einspeisevergütung. Seit 2002 wird die Einspeisevergütung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetzt (EEG) geregelt und als festgelegte Vergütung für einen Zeitraum von 20 Jahren gewährt.

Für jedes Kilowatt Strom, das Du als Betreiber einer PV-Anlage in das öffentliche Netz einspeist, erhältst Du vom Betreiber des Stromnetzes die sogenannte Einspeisevergütung zurück.


Wie hoch ist die Einspeisevergütung?

Die Höhe der Photovoltaik-Einspeisevergütung ist vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme abhängig. Erhielt man für Anlagen, die bis August 2018 in Betrieb genommen wurden, bis August 2038 eine Vergütung in Höhe von 12,20 ct/kWh, waren es für Anlagen, die ab Januar 2019 in Betrieb gingen, nur noch 11,47 ct/kWh.

Seit Anfang 2020 beträgt die Einspeisevergütung für kleinere Anlagen, wie sie auf Ein- und Zweifamilienhäusern üblich sind, bis zu 9,87 ct/kWh für den Zeitraum von 20 Jahren.

Übrigens

Als Betreiber einer PV-Anlage erhältst Du die Einspeisevergütung direkt vom Stromnetzbetreiber, an dessen Netz Deine Photovoltaikanlage angeschlossen ist.

Trotz sinkender Einspeisevergütungen kann diese Art der Förderung für Dich interessant sein, da durch die Einspeisung deines Stroms in das öffentliche Netz und die Inanspruchnahme der Einspeisevergütung Deine PV-Anlage zu einer sichereren Investition wird.


Lohnt sich die Investition in eine Photovoltaikanlage?

Für die Anschaffung einer PV-Anlage in Verbindung mit einem Batteriespeicher sprechen neben Umweltschutz und Klimawandel auch die staatlichen Förderungen und günstigen Finanzierungsmöglichkeiten.

Eine PV-Anlage produziert an sonnigen Tagen mehr Strom, als ein 4-Personen-Haushalt verbrauchen kann. Diesen Überschuss kannst Du in einem Stromspeicher für den Nachtbetrieb und für sonnenarme Tage speichern oder über die Einspeisevergütung in das öffentliche Netz einspeisen.

Übrigens

Mittlerweile wird fast jede zweite neue Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Stromspeicher installiert, da sich diese Variante als derzeit effizienteste Lösung mit der höchsten Rendite erweist.

Zu Hause tanken und bei der Tankstelle nur noch Luft prüfen und Snacks ein kaufen? Mit einer Photovoltaikanlage mit Stromspeicher wird diese Vision Realität. Du stellst Deinen benötigten Kraftstoff jederzeit selbst her. Ganz einfach. Betanke Dein Elektrofahrzeug mit einer Wallbox bequem von zu Hause – mit sauberem Solarstrom aus Deinem PV-Speicher.

Ein weiterer Vorteil für Betreiber von PV-Anlagen bis 10 kWp Leistung, ist die Befreiung von der EEG-Umlage. Die EEG-Umlage ist Teil des Strompreises und dient der Förderung erneuerbarer Energien nach dem EEG-Gesetzt. Derzeit beträgt die EEG-Umlage 6,76 Cent/kWh. Sie errechnet sich aus den Differenzkosten aus dem marktüblichen Strompreis und dem Fördersatz für erneuerbare Energieträger. Die EEG-Umlage kommt erst für PV-Anlagen über 10 kWp Leistung zum Tragen.

Weitere Infos zu Photovoltaikanlagen und Förderungen findest Du unter Photovoltaik for Future

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