Ab 1. Oktober 2022

Neue und angepasste Erdgas-Umlagen

Die Bundesregierung setzt aktuell alles daran, die Versorgung mit Erdgas sicherzustellen. Das ist mit Kosten verbunden, die ab dem
01. Oktober 2022 über die neue Gasbeschaffungsumlage und Gasspeicherumlage auf alle Erdgaskunden in Deutschland verteilt werden. Zusätzlich wurde die Bilanzierungsumlage angehoben.

Wir beantworten Ihre häufigsten Fragen:

Weshalb führt die Bundesregierung neue Umlagen zur Sicherung der Erdgasversorgung ein?

Aktuell erleben wir stark gestiegene Beschaffungspreise bei gleichzeitiger starker Reduzierung von Gasimportmengen aus Russland. Aus diesem Grund setzt die Bundesregierung alles daran, die Versorgung mit Erdgas sicherzustellen und die deutschen Erdgasspeicher bis zum Winter ausreichend zu befüllen. Auch müssen Erdgasimporteure kurzfristig neue Bezugsquellen außerhalb Russlands erschließen, was mit erheblichen Mehrkosten verbunden ist. Es geht also um die Sicherstellung der gesamten Erdgas-Lieferkette vom Import bis zu Ihrer Versorgung als Endkunde.

Weitere Informationen finden Sie auch beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Was ist die Gasbeschaffungsumlage?

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine hat Russland die an Deutschland gelieferten Erdgasmengen immer weiter gedrosselt. Über Nord Stream 1 gelangt so aktuell nur noch ein Bruchteil der vollen Lieferkapazität nach Deutschland. Aus diesem Grund müssen die Gasimporteure alternative Bezugswege erschließen, beispielsweise Flüssigerdgas (LNG). Daraus entstehen deutliche Mehrkosten, die von den Gasimporteuren bis Ende September 2022 komplett allein getragen werden müssen. Um Insolvenzen dieser systemrelevanten Unternehmen zu vermeiden und die Versorgung aller Erdgasverbraucher_innen sicherzustellen, wird die Gasbeschaffungsumlage eingeführt. Die höheren Kosten für Import und Einkauf werden so ab Oktober 2022 auf alle Erdgaskund_innen deutschlandweit verteilt. Gesetzlich geregelt wurde dies in der Verordnung nach Paragraf 26 des Energiesicherungsgesetzes (EnSiG).

  • Die Umlage beträgt ab 1. Oktober 2022 2,419 ct/kWh.
  • Wie alle staatlichen Abgaben, Steuern und Umlagen wird badenova die Umlage gemäß der vertraglichen Vereinbarung als neuen allgemeinen Preisbestandteil eins zu eins an alle Geschäftskunden weitergeben. Die neue Umlage wird als neuer Preisbestandteil separat auf Ihrer Rechnung aufgeführt. Hinzu kommt die gesetzlich festgelegte Mehrwertsteuer.
  • Die Umlage ist zeitlich befristet bis 31. März 2024 und deutschlandweit für alle Erdgaskund_innen gleich hoch - alle tragen die Mehrkosten in gleichem Maße.
  • Den Paragrafen 26 des Energiesicherungsgesetzes finden Sie hier zum Nachlesen.

Was ist die Gasspeicherumlage?

Seit April 2022 gilt in Deutschland das neue Gasspeichergesetz. Es regelt, wie hoch deutsche Erdgasspeicher zum Oktober, November und Februar eines jeden Jahres gefüllt sein müssen. So soll die Versorgung aller deutschen Erdgaskund_innen während der Heizperiode sichergestellt werden. Die für den deutschen Gasmarkt zuständige Trading Hub Europe GmbH (THE) überwacht die Befüllung der Speicher und kann je nach aktueller Lage fehlende Erdgasmengen zukaufen. Für diese Tätigkeit fallen Zusatzkosten an, die an alle Erdgaskund_innen über die sogenannte Gasspeicherumlage berechnet werden. Sie fällt je verbrauchte Kilowattstunde an und wird regelmäßig angepasst.

  • Die Umlage beträgt ab 1. Oktober 2022 0,059 ct/kWh.
  • Wie alle staatlichen Abgaben, Steuern und Umlagen wird badenova die Umlage gemäß der vertraglichen Vereinbarung als neuen allgemeinen Preisbestandteil eins zu eins an alle Geschäftskunden weitergeben. Die neue Umlage wird als neuer Preisbestandteil separat auf Ihrer Rechnung aufgeführt. Hinzu kommt die gesetzlich festgelegte Mehrwertsteuer.
  • Die Umlage ist zeitlich befristet bis 31. März 2025 und deutschlandweit für alle Erdgaskund_innen gleich hoch - alle tragen die Mehrkosten in gleichem Maße.
  • Den Paragrafen 35e des Energiewirtschaftsgesetzes zur Gasspeicherbefüllung in Deutschland finden Sie hier zum Nachlesen.

Warum steigt die Bilanzierungsumlage?

Die Bilanzierungsumlage ist keine neu eingeführte Umlage. Sie betrug bislang lediglich 0 ct/kWh und war daher nicht von Bedeutung.

Die Bilanzierungsumlage wird für die Regelung der Ein- und Ausspeisemengen im jeweiligen Marktgebiet (Bilanzierung, Beschaffung etc.) fällig. Regelenergie wird benötigt, um die je Stunde tatsächlichen physischen Differenzen zwischen Ein- und Ausspeisung ausgleichen zu können. Das bedeutet, dass kurzfristig Energie gekauft oder verkauft wird. Ergibt sich am Ende des Gastages eine Differenz aus dem Saldo der Ein- und Ausspeisungen, so wird diese mit der Ausgleichsenergie berechnet. Zur Deckung des zu erwartenden Fehlbetrages aus dem Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie wird eine Bilanzierungsumlage erhoben.

Das aktuell schwierigere Marktumfeld führt zu unplanmäßigem Regelenergiebedarf und entsprechend höheren Regelenergiekosten.

  • Die Umlage beträgt ab 1. Oktober 2022 0,57 ct/kWh für SLP-Kunden und 0,39 ct/kWh für rLM-Kunden. Hinzu kommt die gesetzlich festgelegte Mehrwertsteuer.
  • Die Umlage ist auf die Dauer von 12 Monaten festgesetzt.

Wie hoch ist die Gesamtsumme aller Umlagen?

Die Gesamtsumme aller drei Umlagen beträgt 3,086 ct/kWh für SLP-Kunden und 2,906 ct/kWh für rLM-Kunden. Sie setzt sich zusammen aus der Gasbeschaffungsumlage in Höhe von 2,419 ct, der Gasspeicherumlage von 0,059 ct, der Bilanzierungsumlage von 0,57 ct und in sehr selten Fällen der Konvertierungsumlage von 0,038 ct. Alle genannten Preise sind Nettopreise und fallen pro Kilowattstunde Erdgasverbrauch an.

Welcher Mehrwertsteuersatz fällt für Erdgas bzw. die Umlagen an?

Derzeit berät die Bundesregierung die Mehrwertsteuer für Erdgas von 19% auf voraussichtlich 7% zu senken. Daher besteht die Möglichkeit, dass sich die Bruttopreise durch eine Senkung der Mehrwertsteuer zu einem späteren Zeitpunkt reduzieren. Noch ist unklar, wann die geplante Senkung in Kraft treten wird.

Natürlich berücksichtigen wir eine eventuelle zukünftige Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Sie.

Warum ist auch mein Bioerdgastarif von den Umlagen betroffen?

Die Bundesregierung hat bislang für Bioerdgaskund_innen leider keine Ausnahmeregelung getroffen, obwohl Bioerdgas nicht aus Russland stammt. Dennoch fallen die Umlagen auch für Bioerdgaskund_innen an.

Wie werden die Kosten an mich weiterverrechnet?

Wie alle staatlichen Abgaben, Steuern und Umlagen wird badenova die Umlagen gemäß der vertraglichen Vereinbarung als neuen allgemeinen Preisbestandteil eins zu eins an alle Geschäftskunden weitergeben. Die neuen Preisbestandteile werden separat auf Ihrer Rechnung aufgeführt.

  • Bei Kunden mit SLP-Zähler (ohne registrierende Leistungsmessung) werden die Kosten durch die Jahresverbrauchsabrechnung weitergegeben. Sollten Sie keine weiteren Informationen von uns erhalten, bleiben Ihre Abschlagsbeträge bestehen.
  • Bei Kunden mit rLM-Zähler (registrierende Leistungsmessung) werden die Kosten direkt mit der monatlichen Abrechnung weitergegeben, erstmalig mit der Oktober-Rechnung, die Sie im November 2022 erhalten.

Muss ich meinen Zählerstand zur Preisänderung melden?

Zur besseren Abgrenzung können Sie uns Ihren abgelesenen Zählerstand vom 30. September 2022 gern per E-Mail an ablesung@badenova.de mitteilen; dies ist jedoch nicht zwingend notwendig, alternativ grenzen wir systemisch für Sie ab.

Ist die Versorgung mit Erdgas gesichert?

Informationen zur aktuellen Lage in der Energieversorgung finden Sie tagaktuell im Informationsportal der Bundesnetzagentur

Haben Sie weitere Fragen? So können Sie uns erreichen:

E-Mail: geschaeftskunden@badenova.de

Telefon: 0761 279 3456 (kostenlos)