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05.04.2017

Gründung eines „Energieeffizienznetzwerks“ in Freiburg

Wer sich eng vernetzt, Erfahrungen und Kenntnisse bündelt, kommt schneller zum Erfolg. Das ist der Grund, warum sich aktuell sieben Freiburger Akteure zu einem „Energieeffizienznetzwerk“ zusammengeschlossen haben. Fünf städtische Tochterunternehmen, das Theater Freiburg als städtischer Eigenbetrieb sowie die Sparkasse Freiburg. Am Freitag, 31. März fand die Gründungsveranstaltung bei badenova statt.

Eng vernetzt und das Energieeffizienz-Bündnis besiegelt: Die Akteure nach der Vertragsunterzeichnung
Eng vernetzt und das Energieeffizienz-Bündnis besiegelt: Die Akteure nach der Vertragsunterzeichnung

Von Seiten der Stadt Freiburg sind die folgenden Tochterunternehmen vertreten: Die Freiburger Verkehrs AG (VAG), die Freiburger Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (ASF), der Freiburger Stadtbau Verbund (FSB), die Freiburger Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) sowie der regionale Energie- und Umweltdienstleister badenova. Im Vorfeld der konstituierenden Sitzung äußerte sich Freiburgs Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik zur Idee des neuen Netzwerks: „Freiburger Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der ambitionierten städtischen Klimaschutzziele. Ich freue mich sehr, dass die mit der Stadt Freiburg verbundenen Unternehmen an der Spitze dieser Bewegung stehen und in einem Energieeffizienznetzwerk weitere Einsparpotenziale gemeinsam erörtern und angehen wollen.“

Dr. Thorsten Radensleben, Vorstandsvorsitzender der badenova, ist ebenfalls zuversichtlich, dass das neue Freiburger Bündnis rasch eine Dynamik entfaltet. „Was Energieeffizienz und Energieeinsparung angeht, verfolgen wir seit Jahren ehrgeizige Ziele, haben viele Maßnahmen abgearbeitet und verschiedenste Zertifizierungsprozesse durchlaufen. Dass wir uns nun in einem Netzwerk mit anderen zusammenzuschließen, ist ein logischer Schritt der uns hilft, die hohe Umsetzungsgeschwindigkeit zu erhalten.“

Impulsgeber und Initiator für das Netzwerk war Manuel Baur, der bei badenova den Bereich Kommunale Klimaschutz- und Effizienzberatung verantwortet.

Dr. Bernd Dallmann, Geschäftsführer der FWTM, betont die Bedeutung des neuen Netzwerks: „Als Träger der Clusterinitiative Green City, Partner des Green Industry Park und Veranstalter der Fachmessen Intersolar und GETEC treibt die FWTM bereits seit vielen Jahren aktiv das Thema Energie- und Ressourceneffizienz voran. Mit der Beteiligung am lokalen Energieeffizienznetzwerk der städtischen Gesellschaften stellen wir darüber hinaus sicher, dass auch unsere eigenen Häuser Konzerthaus, Messe und der neue Kopfbau energetisch optimiert auf gutem Wege sind.“

Fragen rund um energieeffizientes Wohnen, Sanieren und Bauen treiben auch das Netzwerk-Mitglied Freiburger Stadtbau täglich um, so Magdalena Szablewska, Technische Geschäftsführerin Freiburger Stadtbau GmbH: „Für uns als kommunale Wohnungsbaugesellschaft ist das Thema Energieeffizienz und Nachhaltigkeit allgegenwärtig: Bei Neubau und Modernisierung, im Vermietungsgeschäft, in unseren Geschäftsräumen und nicht zuletzt um unseren Mieterinnen und Mietern möglichst innovative und ressourcenschonende Wohnkonzepte anbieten zu können. Hierzu sehen wir das Netzwerk als Chance für einen spannenden Erfahrungsaustausch von fachlicher Kompetenz mit verschiedenen Akteuren in der Region.“

Freiburgs Straßenbahnen fahren seit Jahren mit Ökostrom und innovative Projekte wie z. B. Schwungradspeicher werden umgesetzt: Beim Öffentlichen Nahverkehrsanbieter Freiburger Verkehrs AG (VAG) steht laut Vorstand Stephan Bartosch der „nachhaltige Umgang mit Ressourcen naturgemäß immer weit oben auf der Agenda“. Dabei beziehe sich Energieeffizienz nicht nur auf den Einsatz von umweltfreundlichen Fahrzeugen, sondern schließe das gesamt Unternehmen mit ein: „So konnten wir in den vergangenen Jahren durch entsprechende Maßnahmen den Verbrauch von Strom und Wärme allein im VAG-Zentrum um rund 40 Prozent senken. Im Rahmen des Energieeffizienznetzwerks wollen wir unsere Umsetzungen und Erfahrungen teilen und zugleich von den Ideen und Maßnahmen unserer Partnerunternehmen profitieren, um mit diesen die Energieeffizienz der VAG weiter zu steigern“, sagte Stephan Bartosch.

Auch die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau verspricht sich einen Effizienzschub fürs eigene Haus dank der Mitwirkung am Netzwerk. Dazu Marcel Thimm, der Vorstandsvorsitzende: „Neben den Aktivitäten zum Klima- und Umweltschutz im eigenen Haus gibt uns eine Kooperation wie das Energieeffizienznetzwerk die Möglichkeit, gemeinsam noch mehr zu bewegen – für den Erhalt unserer schönen Region.“

Michael Broglin, Geschäftsführer ASF, ergänzt: „Die Freiburger Abfallwirtschaft und Stadtreinigung verspricht sich ebenfalls Rückenwind für bereits definierte Effizienz-Maßnahmen sowie eine raschere Umsetzung durch das gemeinsame Arbeiten im Netzwerk.“

Die genannten Netzwerkteilnehmer fangen keineswegs „bei null an“: Die sieben Mitglieder haben bereits so genannte Energie-Audits, oftmals mit Hilfe der Klimaschutzberater der badenova, absolviert. Die Energieaudits nach DIN 16247 sind Folge der deutschen Umsetzung der Europäischen Effizienzrichtlinie. Diese verpflichtet Unternehmen zu deren regelmäßiger Durchführung. Im Rahmen des Audits wurde jeweils eine unternehmensspezifische Energiebilanz erstellt. Es wurde analysiert, an welcher Stelle Energie eingesetzt bzw. „verbraucht“ wird. Durch Vor-Ort-Begehungen und Interviews mit den zuständigen Mitarbeitern werden Potenziale zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung identifiziert und mögliche Maßnahmen zur Hebung dieser Potenziale formuliert.

Im abschließenden Auditbericht sind die Erkenntnisse zusammengetragen. Mögliche Aufgaben- bzw. Maßnahmenpakete sind zum Beispiel die Integration von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in bestehende Prozesse und Heizsysteme, die Optimierung der Beleuchtung in Richtung LED und Sensorik sowie auch die Bewusstseinsbildung bei Mitarbeitern, da hier das einfachste und am kostengünstigsten zu hebenden Potenzial zur Energieeinsparung liegt. Die in den Energie-Audits identifizierten Maßnahmen zügig und konsequent umzusetzen ist Ziel des neuen Energieeffizienznetzwerks.

Die Freiburger Netzwerksteilnehmer werden organisatorisch begleitet vom Unternehmen „Lernende Energieeffizienz-Netzwerke“ (LEEN leen.de). Die fachliche Beratung und Begleitung geschieht durch die Experten der badenova aus der Abteilung Klimaschutz und Effizienzberatung. Die LEEN GmbH ist ein Joint-Venture der IREES GmbH und der Fraunhofer Gesellschaft e.V.. Es entwickelt und vertreibt ein Managementsystem als Handwerkszeug für lernende Energie-Effizienz-Netzwerke.

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