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28.02.2018

Interkommunales Elektromobilitätskonzept

Über Elektromobilität wird derzeit viel diskutiert – was sie bereits leisten kann und was Kommunen tun können, um sie aktiv voranzubringen. Die Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft (VVG) Ettenheim beschäftigt sich mit Unterstützung von badenova intensiv mit diesem Thema. Gemeinsam wird ein interkommunales Elektromobilitätskonzept erstellt, das den Bürgern den Umstieg erleichtern soll.

Auftaktveranstaltung in Ettenheim
Auftaktveranstaltung in Ettenheim

Das interkommunale Elektromobilitätskonzept soll mitunter den Beweis bringen, dass E-Mobilität auch im ländlichen Raum funktioniert. Am 31. Januar 2018 fand deshalb in Ettenheim die Auftaktveranstaltung gemeinsam mit den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen Bruno Metz (Ettenheim), Dietmar Benz (Mahlberg), Kai-Achim Klare (Rust), Jochen Paleit (Kappel-Grafenhausen) und Pascal Weber (Ringsheim) statt. Die Projektleiterin der badenova, Dr. Susanne Baumgartner, stellte den Rahmen und die geplante Vorgehensweise vor.

Erste Ideen für Elektromobilitäts-Maßnahmen wurden bereits mit den einzelnen Kommunen entworfen. Ein Anliegen ist, den Verkehr zum Europa Park nachhaltiger zu gestalten. Hier sollte geprüft werden, in wie weit es möglich ist, einzelne Buslinien zu elektrifizieren und in Rust den innerörtlichen Pendelverkehr vor allem zu Stoßzeiten zur Parköffnung durch einen E-Shuttle-Bus zu bedienen. Auch wurde Interesse am Aufbau eines Fahrradverleihsystems mit Pedelecs geäußert, das von Touristen genutzt werden könnte um die Region zu erkunden oder von ihren Unterkünften zum Europa Park zu gelangen.

Im Rahmen des interkommunalen Elektromobilitätskonzepts wird auch eine Standortanalyse für den Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur erstellt. Obwohl davon auszugehen ist, dass 85 Prozent der Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfinden werden, ist ein maßvoller Aufbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur wichtig, um den E-Auto-Fahrern eine gewisse Reichweitensicherheit zu geben. Gleichzeitig sollen aber auch die großen Arbeitgeber der Region einbezogen werden, um dort die Potenziale für die Elektrifizierung von Flotten und Ladelösungen für Mitarbeiter auszuloten. „Die Einbindung von Akteuren in der Region, die das Thema Elektromobilität voran bringen wollen, ist uns ein zentrales Anliegen“, so Dr. Susanne Baumgartner von badenova. „Nur so können wir erreichen, dass Maßnahmen anschließend auch in die Umsetzung kommen.“ Im Rahmen der Konzepterstellung sind daher Experteninterviews und ein Workshop geplant, zu dem neben kommunalen Vertretern auch beispielsweise die Verkehrsbetriebe, der Netzbetreiber, größere Gewerbebetriebe, Hotels, Fahrradhändler oder engagierte Bürgergruppen eingeladen werden sollen.

Aus Sicht des Netzbetreibers ist zudem entscheidend, die Netzverträglichkeit bei steigenden Strombedarf durch Ladevorgänge zu gewährleisten. Im Rahmen des Konzepts werden deshalb auch Szenarien entworfen, wie sich die Nachfrage nach Ladestrom in den nächsten Jahren räumlich entwickeln könnte.

Mit der Erstellung des Elektromotilitätskonzepts im interkommunalen Verbund nimmt die VVG Ettenheim, neben den Städte Bad Krozingen, Neuenburg am Rhein und Heitersheim, für die die badenova ebenfalls ein gemeinsames Elektromobilitätskonzept erstellt, eine Vorreiterrolle im südbadischen Raum ein. Aus Sicht der Kommunen können dadurch Synergieeffekte genutzt und Insellösungen vermieden werden, denn Mobilität macht nicht an den Gemarkungsgrenzen Halt.

Das Elektromobilitätskonzept soll bis Ende November 2018 abgeschlossen sein.

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