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20.04.2018

Vulkanstein revolutioniert die Wärmedämmung

Ein Granulat, das sich unter Hitze um das bis zu 20-fache vergrößert, könnte die Möglichkeiten der Wärmedämmung künftig revolutionieren. Pionier dieses neuen und zugleich ökologischen Dämmmaterials ist die Firma ADT Aero Dämm Technik aus Müllheim. Aufgrund seiner Vorbildhaftigkeit erhielt das Projekt die Höchstfördersumme von 250.000 Euro aus dem badenova Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz.

Richard Tuth/badenova und Martin Maier/Geschäftsführer ADT zeigen die Ausprägungen der Aero Balls
Richard Tuth/badenova und Martin Maier/Geschäftsführer ADT zeigen die Ausprägungen der Aero Balls

Moderne Dämmaterialien müssen heutzutage mehr leisten, als eine hohe Dämmwirkung. Sie müssen strenge brandschutzrechtliche Kriterien erfüllen und auch die von der Regierung geforderte Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit mit sich bringen. Dafür stehen die „Aero Balls“ der Firma ADT Dämm Technik aus Müllheim. Geschäftsführer Martin Maier und sein Team haben ein innovatives und zugleich vielseitig einsetzbares Leichtgranulat entwickelt, welches vor allem durch seine neuartigen Eigenschaften besticht: Es ist nicht brennbar, hat durch seine Beschaffenheit eine sehr geringe Wasseraufnahme, ist rein mineralisch und damit natürlich abbaubar. Diese Pionierleistung unterstützt der in der Energiewirtschaft einmalige Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz des regionalen Energie- und Umweltdienstleisters badenova mit insgesamt 250.000 Euro. „Diese Projekt verkörpert mustergültig, wofür der Innovationsfonds steht: innovative, neuartige Verfahren und Technologien zu fördern, die sich den Umweltschutz auf die Fahne geschrieben haben“, berichtet Richard Tuth vom badenova Innovationsfonds.

Im eigens entwickelten Blähverfahren entstehen unter Hitze aus dem Ursprungsperlit die Aero Balls
Im eigens entwickelten Blähverfahren entstehen unter Hitze aus dem Ursprungsperlit die Aero Balls

Bereits die Herstellung des Leichtgranulats ist eine Besonderheit: „Aero Balls“ werden aus unterschiedlichem vulkanischen Gestein (Perlit) hergestellt. Gewonnen wird der Rohstoff aus seismisch aktiven Zonen, was garantiert, dass sich dieser natürlich erneuert und damit langfristig zur Verfügung steht. Im dafür entwickelten Blähverfahren dehnt sich unter Dampfbildung bei rund 850 Grad das Ursprungsgranulat auf das bis zu 20-fache Volumen aus. Anders als herkömmliche Perlite – wie beispielsweise Katzenstreu – sind die Aero Balls geschlossenzellig und dadurch auch druckfester und zudem auch sehr staubarm. Der Name Balls aufgrund der Form des Ausgangsmaterials.

„Die viele positiven Eigenschaften kommen besonders den Mitarbeitern im Handwerk zugute“, erklärt Martin Maier, Geschäftsführer ADT Dämm Technik. „Dort spielen vor allem gesundheitliche Aspekte eine entscheidende Rolle. Durch das geringere Gewicht ist das Handling für die Verarbeiter einfacher. Beispielsweise wiegt ein auf Basis unserer Aero Balls hergestellter Dämmputz rund 10 Kilogramm weniger und ergibt zugleich eine um 30 Prozent größerer Ergbiebigkeit als ein herkömmlicher Reibeputz.“ Hinzu kommt der ökologische Aspekt: Während andere Dämmmaterialien wie Zellulose , Polystyrol oder Schafwolle chemisch behandelt werden müssen um die Anforderungen für den Brand und Feuchteschutz zu erfüllen, bestehen Aero Balls aus rein mineralischen Rohstoffen, die keinerlei chemischer Behandlung für den Brand- oder Feuchteschutz unterzogen werden müssen.

Verfüllt in die Hohlräume von Ziegel ergeben sich neue, ökologische Möglichkeiten der Wärmedämmung
Verfüllt in die Hohlräume von Ziegel ergeben sich neue, ökologische Möglichkeiten der Wärmedämmung

Die Einsatzmöglichkeiten dieses neuartigen Dämmmaterials sind dabei vielfältig. Verfüllt in die Hohlräume von Ziegel ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Wärmedämmung. „Wir arbeiten aktuell mit verschiedenen namhaften Ziegelhersteller zusammen, um gemeinsam die optimalen Dämmeigenschaften zu erzielen“, berichtet Martin Maier. „Bei all unseren Überlegungen spielen natürlich auch die Erfüllung der Wärmeschutzverordnung eine entscheidende Rolle – die mit unseren Produkten erfüllt werden können.“

Als Ideenschmiede der Region hat der badenova Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz seit Gründung vor über 17 Jahren bereits 250 Projekte mit einer Fördersumme von insgesamt knapp 27 Mio. Euro ermöglicht. Der Fonds speist sich aus jährlich drei Prozent des Unternehmensgewinns und fließt an besonders förderungswürdige Projekte in der Region. Ob Privatperson, Verein, Firma oder Kommunen – praktisch jeder Kunde ist antragsberechtigt. Weitere Informationen zu Beratung und Antragstellung unter: www.badenova.de/innovationsfonds

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