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19.06.2019

Ein Labyrinth aus Hanf

In Opfingen gedeiht ein fast drei Hektar großes Hanffeld. Das Besondere: Im Inneren befindet sich ein Labyrinth mit einem eigens entwickelten Bildungsparcours, der Antworten auf die Fragen bieten soll: Was macht ein gutes Leben aus und welche Rolle spielt die Natur dabei? Hinter dem Labyrinth verbirgt sich ein außerschulisches Bildungskonzept vom „Eine Welt Forum Freiburg e.V.“, welches aufgrund seiner Vorbildhaftigkeit eine Förderung aus dem badenova Innovationsfonds erhält.

Bildungsparcours im Hanflabyrinth
Bildungsparcours im Hanflabyrinth

Nutzhanf ist ein lokaler Wunderrohstoff. Insbesondere seine ökologische Wirkung macht ihn zu einer vielseitig einsetzbaren Nutzpflanze: Er bindet viermal mehr Kohlendioxid wie Bäume, benötigt kaum Wasser, ist aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit auf nahezu allen Böden anbaubar und sorgt mit seinen bis zu drei Meter tiefen Wurzeln für eine optimale Bodenaufbereitung. Dennoch wird Hanf bislang als Nutzpflanze in der Landwirtschaft kaum eingesetzt. Um auf den vergessenen Rohstoff aufmerksam zu machen und seine vielfältigen Bearbeitungsmöglichkeiten zu erproben, hat das Eine Welt Forum Freiburg e.V. das Hanflabyrinth in Opfingen als außerschulisches Bildungskonzept entwickelt. Alles mit dem Ziel: Bewusstseinsbildung für den nachhaltigen Umgang mit der Natur. „Mit dem Hanffeld entsteht in Freiburg ein grüner, außerschulischer Lernort, der Handlungsmöglichkeiten aufzeigt, wie jede und jeder Einzelne ein nachhaltiges Leben praktisch umsetzen kann“, erläutert Projektkoordinator des Hanflabyrinths Jonas Bauschert (Eine Welt Forum Freiburg). „Mittels haptischen und auditiven Erleben an den insgesamt 7 Stationen im Inneren des Hanffelds werden den Besucherinnen und Besuchern die Auswirkungen unseres derzeitigen Lebensstils versinnbildlicht, “ ergänzt Projektkoordinatorin Laura Becker (Eine Welt Forum Freiburg).

Einweihung des Hanflabyrinths
Einweihung des Hanflabyrinths

Die Aussaat der Hanf-Pflanzen auf 2,7 Hektar erfolgte Anfang Mai auf einem Feld in Opfingen von Landwirt Erwin Wagner. „Die Arbeit mit Nutzhanf ist auch für mich eine Premiere. Da Hanf im Vergleich zu normalem Getreide eine schnell wachsende und mit bis zu vier Metern Höhe eine extrem große Nutzpflanze ist, haben Unkräuter keine Chance. Der positive Effekt: Wir können beim Hanfanbau komplett auf Pestizide verzichten“, so Erwin Wagner. Nach Schließung des Labyrinths Ende September wird der Hanf von Teikei-Hanföl aus Freiburg zur Weiterverarbeitung geerntet und zu hochwertigem, kaltgepresstem Hanföl weiterverarbeitet.

„Das Projekt zeigt in seiner Vielfältigkeit wunderschön auf, wie Bildungsarbeit zum Thema Nachhaltigkeit modern und ganzheitlich angegangen werden kann: Von der Auswahl der Nutzpflanze, über die Stationen – welche größtenteils aus recycelten Materialien entstehen – bis hin zur Weiterverarbeitung des Hanfs nach der Ernte. Ein Vorzeigeprojekt, das wir aufgrund seiner Einmaligkeit und seinem Umweltbildungscharakter mit einer Förderung von rund 74.000 € aus dem Innovationsfonds unterstützen“, erläutert Richard Tuth, Leiter badenova Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz.

Die Eröffnung des Hanflabyrinths findet im Rahmen einer kleinen Feierlichkeit am Sonntag, 23. Juni ab 11 Uhr statt. Für Verpflegung und Getränke ist gesorgt. Begleitet wird die Einweihung von der Live-Band Brasilikum.

Die vollständige Presseinformation zum Download: „Ein Labyrinth aus Hanf (PDF, 169KB)

Personen auf dem Bild (von links):
Oliver Haury (Heilkräuterpädagoge), Lea Messmer (Teikei Textile), Laura Becker (Eine Welt Forum Freiburg), Richard Tuth (Leiter badenova Innovationsfonds), Jonas Bauschert (Eine Welt Forum), Erwin Wagner (Landwirt Labyrinth Opfingen), Gabriele Plappert (Leiterin Lernort Kunzenhof) und Frieder Rick (Teikei Hanföl).

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