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30.09.2014

Ideenland Ortenau

Der Aufsichtsrat der badenova bewilligte in diesem Jahr 13 neue Innovationsfonds-Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt knapp 1,8 Millionen Euro. Über 500.000 Euro davon fließen in die Ortenau, die mit drei Projekten aus Offenburg, Achern und Freiburg / Rheinmünster Kreativität und Ideenreichtum beweist.

Versuchsaufbau zur biologischen Methanisierung von Wasserstoff durch die Hochschule Offenburg
Versuchsaufbau zur biologischen Methanisierung von Wasserstoff durch die Hochschule Offenburg

Die Innovationsfonds-Projekte für 2014 sind zwar über das gesamte Marktgebiet der badenova verteilt, mit drei repräsentativen Projekten aus Offenburg, Achern und Freiburg / Rheinmünster ist die Ortenau jedoch stark vertreten. „Die Vielfalt der diesjährigen Projekte zeigt deutlich, wie erfindungsreich die Klimaschützer hier im Südwesten Deutschlands vorangehen“, lobt badenova-Vorstand Mathias Nikolay die Projektpartner für 2014. „Alle Geförderten, mit denen wir dabei zusammenarbeiten, sind Energie-Pioniere – jeder auf seine Weise. Die Ortenauer sind hierfür ein gutes Beispiel.“

Offenburg – Biologische Methanisierung von Wasserstoff
Wind- und Sonnenenergie stellen einen wachsenden Anteil am deutschen Strommarkt. Beide Energiequellen sind jedoch stark wetterabhängig, so dass die Einspeisung ins Stromnetz zwischen Überschüssen und Unterversorgung schwankt. Stromspeicher können diese Schwankungen ausgleichen, sind aber noch nicht flächendeckend vorhanden. Im Vergleich zu anderen Speichern bietet das Erdgasnetz eine sehr hohe Speicherkapazität. Um elektrische Energie ins Gasnetz einzuspeisen, wird diese genutzt, um in einem elektrolytischen Prozess zuerst aus Wasser Wasserstoff zu gewinnen. Anschließend wird der Wasserstoff biologisch in Methan umgewandelt. Diese Technik ist jedoch bisher nur im Labormaßstab erprobt; die einzelnen Faktoren und beteiligten Mikroorganismen sind noch kaum erforscht. Das Projekt der Hochschule Offenburg untersucht diesen Prozess der biologischen Methanisierung ausführlich und analysiert, inwiefern sich Wasserstoff als Cosubstrat für Biogasanlagen eignet. Biogas entsteht in einer anaeroben Fütterungskette, in der sich aus Substrat – also Energiepflanzen, Grünschnitt oder Abfallstoffen – zuerst Kohlendioxid und Wasserstoff und schließlich Methan bildet. Rohbiogas enthält allerdings immer noch 30 bis 50 Prozent CO2, das aufwändig ausgefiltert werden muss, bevor das Biogas ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Durch Zugabe von zusätzlichem Wasserstoff aus Überschussstrom zum Gärprozess kann auch das restliche CO2 zu Methan umgewandelt werden. Um dieses bisher nur im Labormaßstab erprobte Verfahren der in situ-Methanisierung zu optimieren, erforschen die Offenburger Wissenschaftler unter anderem verschiedene Methoden, um den Wasserstoff in den Vergasungsprozess einzuschleusen, so dass er optimal durch die beteiligten Mikroorganismen, den Archaeen, verwertet wird, ohne diese zu beschädigen. „Mit unseren weitreichenden Erfahrungen in der Biogasforschung analysieren wir verfahrenstechnische, mikrobiologische, chemische und physikalische Aspekte der Methanisierung. Dabei setzen wir uns die Entwicklung eines Moduls zum Ziel, das nach Maßstabsübertrag in etwa 7000 deutschen Biogasanlagen integriert werden könnte.“, so Ulrich Hochberg, Professor im Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik an der Hochschule Offenburg. Das Projekt stellt so einen Lösungsansatz für zwei Problemfelder dar: Zum einen bietet es große Speicherkapazitäten für Überschussenergie, zum anderen macht es Biogasanlagen ökologisch und ökonomisch effizienter, indem es den Substratbedarf reduziert. Weil das mit Methan behandelte Biogas kaum noch CO2 enthält, entfällt auch die aufwändige Aufbereitung, bevor das Gas ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Der badenova-Innovationsfonds unterstützt das Projekt, das von Januar 2014 bis Dezember 2015 läuft, mit 239.317 Euro.

Weitere Informationen zu den Projekten enthält die Pressemitteilung.

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