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21.11.2016

Riesen-Reagenzglas für Naturphänomene

Der Innovationsfonds des regionalen Energie- und Umweltdienstleisters badenova unterstützt ein Umweltbildungsprojekt namens „geowindow“. Dabei handelt es sich um ein übergroßes Reagenzglas, in dem Prozesse und Phänomene der Natur eindrucksvoll nachgestellt werden können. Das Prinzip: Selbst ausprobieren und verstehen.

Schritt für Schritt modellieren die Kinder einen Vulkan im geowindow
Schritt für Schritt modellieren die Kinder einen Vulkan im geowindow

Was im Chemieunterricht bereits festen Platz gefunden hat – das Experimentieren im Reagenzglas – ist im Geographieunterricht kaum zu finden. Der Geologe und Pädagoge Mathias Faller hat sich dies zum Anlass genommen und mit dem „geowindow“ dieses bislang fehlende Unterrichtsmedium geschaffen.

Wie entsteht eine Quelle? Wie funktioniert der Wasserkreislauf? Und was passiert bei einem Vulkanausbruch? In immer mehr Schulen können die Schüler im Geographieunterricht diesen Fragen auf eine ganz neue Art und Weise auf den Grund gehen. Statt Lehrbücher zu durchforsten, haben sie die komplexen geologischen und biologischen Vorgänge der Natur in ihren Klassenzimmern real werden lassen. Nicht nur Kinder stehen staunend vor dem „Fenster“, auch Erwachsene verfolgen begeistert die anschaulichen Versuche. Möglich wurde dies durch Mathias Faller und sein entwickeltes Modell namens geowindow. Es ermöglicht Lehrern und Schülern komplexe Naturvorgänge realitätsnah nachzustellen und zu beobachten. „Das geowindow kann man sich wie ein übergroßes Reagenzglas vorstellen. Es besteht aus einem nach oben geöffneten Rahmen, der zwei Glasfenster umfasst. Von oben oder über die seitlichen Ventile können Schüler und Studenten mit verschiedenen Materialien wie Sand, Gestein oder Naturmaterialien selbständig verschiedene Szenarien schrittweise imitieren – und in Echtzeit mitverfolgen.“, so Projektinitiator Mathias Faller. „Durch das selbstständige Modellieren des Versuchs, sind die Lernenden aktiv am Versuchsaufbau und der Durchführung beteiligt, wodurch gerade komplexe Themen besser vermittelt werden.“

Selbst ausprobieren und verstehen: Hier am Beispiel eines Vulkanausbruchs
Selbst ausprobieren und verstehen: Hier am Beispiel eines Vulkanausbruchs

Die ersten geowindows sind an unterschiedlichen Bildungseinrichtungen im Einsatz. Die Förderung des Projekts durch den badenova Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz mit rund 130.000 Euro ermöglicht es Mathias Faller, die Anschaffungskosten für die Schulen zu senken und die ersten Bildungssteine (Beispielanwendungen) an Schulen kostenfrei durchzuführen. Ziel ist es, mit diesem Lehrmittel künftigen Schülergenerationen einen aktiven Wissenszugang zu wichtigen Aspekten der natürlichen Stoffkreisläufe unserer Erde zu schaffen. Im Projekt entwickelt Mathias Faller gemeinsam mit seinem Kooperationspartner, dem Geographischen Institut und seiner Didaktik der PH Freiburg, ein spezielles Lernmodul zum Thema Grundwasser und Wasserkreislauf für das geowindow. Das Institut zählt, so Mathias Faller, zum Gründungszentrum für Innovationen im Geographieunterricht.
Als Lehrmittel eignet sich das geowindow für alle Schularten und Altersklassen, weshalb bereits heute viele Lehr- und Lerneinrichtungen die neue Lehrergeneration mit dem geowindow ausbilden.

In geowindow-Workshops und an Kennenlerntagen an verschiedenen Bildungseinrichtungen stellt Projektleiter Mathias Faller die Arbeit mit dem geowindow vor.

Kontakt:
Mathias Faller (Dipl.Geologe)
Tel.: 07661-907567
E-Mail: info@geowindow.de

Weiter Informationen zum Projekt geowindow sowie dem Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz sind auf der Homepage zu finden.

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