Energietouren - Innovationen greifbar erleben

Nutzen Sie die Möglichkeit und kommen Sie mit uns auf Tour in die Energiezukunft. badenova, die Handwerkskammer Freiburg , die Klimapartner Oberrhein und der Wirtschaftsverband Erneuerbare Energien organisieren in regelmäßigen Abständen gemeinsam Infomationsfahrten für Fachleute zu innovativen Energiethemen.

Kommen Sie mit uns auf die nächste Energietour im Herbst 2016 zum Thema "Flexible Gebäudestrukturen - Mobile und effiziente Containerlösungen".

Sie Interessieren sich für die nächste Tour?

Die nächste Tour ("Nachhaltiges Bauen heute") ist aktuell in Planung und wird am 24.Mai 2017 stattfinden. Anmeldungen sind über die Partnerseite der Handwerkskammer möglich.

Das Jahresprogramm 2017 umfasst die folgenden Touren:

  • Tour 1: Nachhaltiges Bauen heute: graue Energie, recycle-fähige Materialien, neue Nutzungsmodelle (24.05.2017 - 14 Uhr)
  • Tour 2: Power-to-X: Effizienzsteigerung durch Sektorenkopplung
  • Tour 3: Dampferzeugung für Industrieprozesse: Potenziale, Technik und Anwendung
  • Tour 4: Baukultur Schwarzwald: Gewerbegebäude im neuen Gewand
  • Tour 5: Ökologische Start-Ups im Kontext der Energiewende: Eine Chance für neue Geschäftsmodelle

Eindrücke und Nachberichte vergangener Touren

5. Tour 2016: „Energie und Gasmesstechnik für die Zukunft“

Andreas Schlegel (Vorstandsmitglied der FSM AG) führt durch die Produktionshalle des neu erichteten Firmenstandorts der FSM AG

Unter dem Motto „Energie und Gasmesstechnik für die Zukunft“ führte uns unsere fünfte und letzte Energietour 2016 ins Dreisamtal nach Kirchzarten. Im Kontext steigender Produktionskosten verringern sich die Margen vieler Unternehmen. Zentraler Ansatz vieler Unternehmer ist daher eine Senkung der Energiekosten, deren Grundlage intelligent erfasste Energiedaten bilden. Im Rahmen unserer Besuche bei der FSM AG und der Testo Industrial Services GmbH konnten wir uns ein Bild von heute schon verfügbaren Datenerfassungssystemen und deren Einsatz in der Praxis machen.

Als erstes führte uns unsere Tour zur FSM AG, einem der weltweit führenden Elektronikhersteller und Anbieter. Auf einer spannenden Führung durch das 2016 nach nur sechs Monaten Bauzeit neu bezogene Firmengebäude gewährte uns Andreas Schlegel, Vorstandsmitglied der FSM AG, Einblicke in die neue Produktionshalle und das innovative Bürokonzept im Verwaltungsbereich. Durch den Einsatz einer hauseigenen Photovoltaik-Anlage, Erdsonden und einem intelligenten Kühl- und Wärmesystems konnten die Energiekosten signifikant gesenkt werden und das, bei einer gleichzeitigen Verbesserung des Raumklimas. Mehrere tausend m³ Luft wälzt das beeindruckende Zu- Und Abluftsystem täglich um, riesige Dimensionen, von denen wir uns bei einem Gang durch (!) die Lüftungskanäle selbst überzeugen konnten. Das innovative Bürokonzept basierend auf der gemeinschaftlichen Nutzung großer offener Büroflächen fördert die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander und erlaubt zudem einen direkten Austausch zwischen den einzelnen Abteilungen. Einblicke in ein völlig neues Konzept der Verbrauchsmessung bei Klima- und Prozessluft lieferte uns anschließend Jens Amberg, Geschäftsführer der Luftmeister GmbH. Das Luftmeistersystem erlaubt durch die Kombination eines Luftmengenzählers mit entkoppelten Luftenergiezählern für Wärme und Kälte anstelle der gängigen flächenbasierten Kostenumlage erstmals eine faire, verbrauchsbasierte Lüftungskostenabrechnung. Zudem erlaubt das System eine Effizienzüberprüfung schon verbauter Klima- und Lüftungsanlagen und kann so auch zum Controlling von bspw. Wärmerückgewinnungsanlagen eingesetzt werden.

Alexandra Hoffmann gewährt Interessante Einblicke in die Produktion der Testo Industrial Services GmbH am Standort in Kirchzarten

Die zweite Station unserer Tour war die auch in Kirchzarten ansässige Testo Industrial Services GmbH, wo wir vom Geschäftsführer Raimund Föhrenbacher begrüßt wurden. Anschließend gewährte uns Alexandra Hofmann interessante Einblicke in das umfangreiche Dienstleistungsportfolio eines der internationalen Marktführer im Bereich der Messtechnik und Messtechnik-Kalibrierung. Auch hier konnten wir uns auf einem interessanten Rundgang durch die Mess- und Kalibrierungslabore von den Höchstpräzisions-Messungen metrischer, optischer oder elektrischer Messinstrumente überzeugen. Bei einem gemeinsamen Imbiss ergab sich entsprechend der vielen unterschiedlichen und interessanten Eindrücke des Tages ein intensiver Austausch unter den Teilnehmern, bei dem sich jedoch alle darüber einig waren, dass der erste Schritt zur Senkung der eigenen Energie- und Produktionskosten eine detaillierte Erfassung der einzelnen Energieflüsse sein muss.

4. Tour 2016: "Modulare Raumeinheiten - flexible Module"

Schiffscontainer als Büro- und Lagerräume bei PAN.OPTIKUM auf dem Gelände des Güterbahnhofs in Freiburg.

Vielfältigste Einsatzmöglichkeiten für Modulare Raumeinheiten

Auf unserer vierten Tour 2016 in der Veranstaltungsreihe „Energietouren - regionale Wendepunkte“ – schauten wir uns an drei Objekten vor Ort an, welche flexiblen Bau- unf Nutzungskonzepte mit Modularen Raumeinheiten möglich sind.

Mit diesem sehr aktuellen und zukunftsträchtigen Thema organisierte das Team der Energietouren (der badenova Innovationsfonds, die Handwerkskammer Freiburg, der Wirtschaftsverband 100 Prozent Erneuerbare Energien und der Verein der "Klimapartner am Oberrhein e.V.") eine alle Teilnehmer faszinierende Fachexkursion.

Als erstes führt diese Energietour auf das Gelände des Güterbahnhofs, wo das weltweit agierende Aktionstheater PAN.OPTIKUM ausrangierte Schiffscontainer in Büro- und Lagerräume umgebaut hat. Diese nicht isolierten Stahlcontainer sind in einem Teilbereich der historischen Lokhalle untergebracht. Geschäftsführer Michael Rettner erläuterte uns das kostengünstige Upcycling-Konzept, das auch optisch sehr überzeugte. Angeregt durch vorher in Frankfurt und Karlsruhe realisierte ähnliche Projekte gelang es dem Aktionstheater mit Bordmitteln, diese Umwandlung von Schrottcontainern in gut nutzbare Gewerberäume sehr kostengünstig zu verwirklichen.

Flüchtlingswohnheim in Merzhauser Straße in Freiburg in Holzbauweise.

Einer ganz anderen Nutzung dienen ab November die Raummodule aus Holz, die zum Flüchtlingswohnheim Merzhauser Straße zusammengestellt wurden. Der Projektleiter des städtischen Gebäudemanagements Freiburg (GMF) Michael Miorin-Bellermann, die beteiligten Architekten und Christoph Burger (Karl Burger GmbH) als Koordinator der zehn beauftragten Handwerksbetriebe erläuterten uns Planung und Umsetzung des innerhalb eines Jahres verwirklichten Gesamtkonzepts. Die ARGE bildeten die Freiburger Architekturbüros Franz und Geyer, Weissenrieder sowie Stocker-Dewes; unsere vielen Fragen beantworteten Heinz Geyer, Joachim Franz, Jochen Weissenrieder und Wolfgang Dewes.

Die Einbindung der regionalen Büros und Betriebe sowie die Holzbauweise bilden den Kern und die Besonderheit der drei neuen Freiburger Flüchtlingsunterkünfte für ca. 600 Menschen, die hier in der Merzhauser Straße, in Zähringen in der Gundelfinger Straße und am Rande der Tuniberggemeinde Tiengen entstanden sind. Schön und zweckmäßig sind die Räume geworden, das schwierige Gelände am Schlierberg wurde in Rekordzeit erschlossen. Die Module sind in einigen Jahren bei Bedarf auch ganz anders verwendbar und damit eine nachhaltige Lösung für die Erfüllung städtischer Aufgaben.

Blick auf die addhome Module der Firma Kramer in Umkirch, die auf dem Werksgelände als Büroräume genutzt werden.

Als dritte und letzte Station führte unsere Energietour dann zur Firma Kramer in Umkirch, die mit der Modulbaureihe addhome Produkte für verschiedene Einsatzzwecke entwickelt hat. Dort empfingen uns Marketingleiter Frank Gremmelspacher, Ingenieur Manuel Schmitt und addhome-Projektleiter Bruno Tornow. Als Ladenbauer und Kühlraumspezialist hat der Mittelständler Kramer viel

Knowhow bei der Metall- und Holzverarbeitung und kann alle Arten von Modulen nach dem Wunsch des Kunden individuell herstellen. Nach einem detaillierten Vortrag über realisierte Projekte (Bäckereien, Studentenwohnmodule) und einem Ausblick zum Thema Ferienhäuser besichtigten wir das aus vier Modulen kombinierte zweigeschossige Bürogebäude auf dem Betriebsgelände. Die vom Fraunhofer ISE evaluierten Erfahrungen im Bereich Lüftung, Dämmung, Energieverbrauch und anderen Aspekten gaben den Teilnehmern einen tiefen fachlichen Einblick ins Thema unsere Energietour.

Bei unserem Abschlussimbiss bei der badenova hatten Veranstalter und Teilnehmer dann viel miteinander zu diskutieren über die energetischen und wirtschaftlichen Aspekte Modularen Bauens. Alle waren sich sicher, dass vielseitig nutzbare, leicht transportierbare und für spätere andere Nutzungen flexibel kombinierbare Module interessante bauliche Lösungen in allen möglichen Bereichen bieten.

3. Tour 2016: „Smart Home – Die Digitale Zukunft des Wohnens“

Hansjörg Schnurr stellt anhand einer eingerichteten Ausstellungsfläche Smart-Home-Komponenten vor.

Smart Home, Smart Living, Smart Building, intelligentes Wohnen und eine Vielzahl an weitern Begriffen beschreiben technische Verfahren und Systeme, die in Haushalten Verbesserungen und Erleichterungen durch Digitalisierung sowie intelligente Steuerung versprechen. Die Möglichkeiten, die die Komponenten und solche Systeme mit sich bringen werden immer komplexer und decken unterschiedlichste Bedürfnisse von Komfort über Entertainment, Energieeffizienz bis hin zur Sicherheit ab. Die Potenziale der unterschiedlichen Techniken und Standards, die Verbesserungen in der Installation sowie die bisher am Markt gewonnen Erfahrungen standen im Zentrum dieser Energietour, welche Ihren Schwerpunkt im Ortenaukreis hatte. Die knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatten beim Besuch zweier Objekte die Möglichkeit zum vertiefenden Einblick und Beantwortung Ihrer Fragen. Wie gewohnt wurde die, für die Teilnehmer kostenlose Veranstaltung, durch einen Fachvortrag zum Thema samt anschließendem Imbiss abgerundet.

Erste Station war der ShowRoom des Anfang dieses Jahres in Oberkirch neu eröffneten Elektrofachgeschäfts Elektro-Schnurr. Auf einer eigens dafür eingerichteten Fläche wurden Anhand unterschiedlicher Beispiele die Kombinationsmöglichkeiten aufgezeigt, die Techniken gegenübergestellt und anschaulich die Potenziale, aber auch Herausforderungen, aufgezeigt. Da die Vielfalt der Möglichkeiten die Auswahl und Entscheidung erschwert, ist die genaue Definition der Bedürfnisse von zentraler Bedeutung. Herr Schnurr ist nicht nur Vorreiter in der Entscheidung in seinem Fachhandel Haushalte aber auch Gewerbe und Industrie zum Thema zu beraten, sondern hat bereits im eigenen Neubau eine Vielzahl an Komponenten verbaut, diese somit im tagtäglichen Einsatz und konnte mit seinen umfassenden Erkenntnissen viele Fragen bereits in der ersten Station beantworten

Im Anschluss konnten die Teilnehmer bei Vortrag und Rundgang durch Herrn Schwendemann und seinem Team erleben, welche Möglichkeiten bei einer konsequenten Verfolgung des Themas im Eigenheim vorhanden sind. Weberhaus zeigte und inspirierte in der World of Living durch ein durchdachtes Konzept mit klaren Linien und einer ökologische Zielsetzung. Mit der eigens entwickelte, smarte Haussteuerung wird die Einrichtung und Bedienung zum Kinderspiel und definierte Szenen sowie sinnvolle Logiken der Automatisierung können aufgrund der reibungsfreien Integration ins Haus und Verknüpfung mit digitalen Medien, ihre Stärken voll ausspielen. Auf der beeindruckenden Anlage wurde den Teilnehmern deutlich, weshalb Weberhaus als erstes Hausbauunternehmen mit dem Connected Home Award prämiert wurde und wie Smart Home Technik gegenüber des konventionellen Baus, zum Beispiel durch Funk statt Kabelverlegung und der daraus resultierenden Möglichkeit Räume strahlungsarm zu gestalten, neben den bekannten Nutzen weitere, sehr attraktive Möglichkeiten bietet.

Fachvortrag von badenova Mitarbeiter Hans-Jürgen Hamburger mit Schwerpunkt auf den Erfahrungen zu zwei Produkten von badenova

Dritter und letzter Veranstaltungspunkt war wie gewohnt ein Fachvortrag, welcher das Thema weiter ergänzte und inhaltlich abgerundet hat. badenova hat als Energie- und Umweltdienstleister die unterschiedlichen Möglichkeiten aus Sicht des Kunden früh hinterfragt und bietet mit Tado und Smappee sehr interessante Lösungen zur Verbesserung der Energieeffizient und des Verständnisses über die Relevanz der unterschiedlichen Verbraucher in Haushalten. badenova Mitarbeiter Hans-Jürgen Hamburger hat in seinem Vortrag gezeigt, wie durch Smarte Technik bei den Kunden Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich sind und durch die Transparenz und Steuerungspotenziale mit Smappee die Nachfrage nach ökologisch, effizientem Verhalten unterstützt wird. Neben den positiven Effekten durch den Einsatz der Komponenten legt der Produktmanager und sein Team Wert auf eine einfache Installation und ermöglicht so, dass ein möglichst breites Nutzerspektrum von diesem sehr sinnvollen Fortschritt der Technik profitieren kann.

2. Tour 2016: „Energie auf Abruf“

"Energiezentrum" der Firma Baral in Denzlingen mit Beispielen zum Einsatz von intelligenter Energietechnik im Privatkundenbereich

Die Nutzung regenerativer Energiequellen – eine zentrale Säule der Energiewende – bringt die Notwendigkeit mit sich, die zeitlichen Differenzen zwischen Erzeugung und Nutzung der erzeugten Wärme/des erzeugten Stroms auszugleichen. Hier spielen Speichertechniken die zentrale Rolle. Verbunden mit einer intelligenten Anbindung der Energieerzeuger und Steuerung der Energieströme lassen sich hohe Eigennutzungsquoten erreichen; eine Motivation die bei vielen Kunden eine wichtige Rolle spielt. Genau diesen Themenkreis griff die zweite Energietour des Jahres 2016 auf, die unter dem Titel „Energie auf Abruf - Bedarfsgerechter Einsatz durch Speicher“ stattfand.

Die Firma Baral GmbH in Denzlingen stellte mit ihrem „Energiezentrum“ die erste Station und gab den über 30 Teilnehmern aus verschiedensten Bereichen ein interessantes Beispiel dafür, wie heute intelligente Energietechnik im Privatkundenbereich eingesetzt wird und was alles gegeben sein muss um Kunden zu Investitionen in diesem Bereich zu motivieren. Authentisch dargestellt vom Geschäftsführer Peter Baral erfuhren die Tourteilnehmer, welche technischen Anlagen heutzutage bei der energetischen Modernisierung in privaten Wohngebäuden zum Einsatz kommen und welche Randbedingungen dabei gegeben sein müssen. Ungewöhnlich dabei: es werden nur Anlagentechniken bei Kunden installiert, die das Unternehmen vorher selbst getestet hat und für sinnvoll hält. Hierbei spielt das Energiezentrum für das eigene Betriebsgebäude eine wichtige Rolle. Zu den dort installierten Anlagen gehören beispielsweise ein Stromspeicher, der den Grad der Eigennutzung im Display anzeigt und je nach Bedarf modular erweitert werden kann sowie Stirling- und Brennstoffzellen-BHKW’s und eine besondere Regelungstechnik, die die bedarfsgerechte Steuerung verschiedenster Energieerzeuger, - speicher und -verbraucher gewährleistet um einen möglichst hohen Autarkiegrad zu erreichen. Unterstützt von Tim Baral und Heinz Kury des gleichnamigen Elektro-Meisterbetriebs aus Hochdorf beantwortete Peter Baral die vielen Fragen aus dem Kreis der Tourteilnehmer. Beeindruckt von der Betriebsphilosophie, den modernen Techniken und dem Energiezentrum machten sich die Teilnehmer auf zur zweiten Station.

Dort besuchte die Energietour die Firma ASD automatic storage device GmbH in Umkirch. Diese hat sich dem Thema Stromspeicherung verschrieben und ein weltweit einzigartiges Steuerungssystem hierfür entwickelt. Eindrucksvoll vorgestellt von den beiden Geschäftsführern Herrn Wolfram Walter und Mathias Ruh erfuhren die Tourteilnehmer Erstaunliches über die neue elektronische Steuerung Namens „Pacadu“. Diese überwindet eine Reihe von Nachteilen bisheriger Batterie- und Speichertechniken und ermöglicht über die Kenntnis jeder einzelnen Speicherzelle einen ganz neuen Umgang mit Stromspeichern während der Nutzung. Die vielen noch neue Technik führte bei der Präsentation in der Theorie und an einer funktionierenden Anlage im Produktionsbereich des Unternehmens zu einer ganzen Reihe teils sehr tiefgehender und kritischer Fragen. Die Antworten und die aufgezeigten praktischen Anwendungsfälle – von der Speicherung regenerativen Stroms in Gebäuden über die Nutzung als Speicher für Notfälle in gewerblichen Anwendungen bis hin zur Optimierung von Elektrofahrzeugen - machten jedoch den Tourteilnehmern deutlich, welch gravierende Veränderungen im Speichermarkt anstehen und was für Auswirkungen dies wohl für den zukünftigen Umgang mit Stromspeichern haben wird.

Der abschließende Fachvortrag von Nicklas Kreifels vom Fraunhofer ISE rundete die Tour ab. In diesem stellte er eine Studie vor, die zum Ziel hatte herauszuarbeiten, wann sich Stromspeicher in Verbindung mit PV-Anlagen rentieren. Aufgegliedert nach verschiedenen Anwendungsszenarien zeigten die vorgestellten Grafiken, welche Speicherkosten hier als Grenzkosten im Raum stehen und dass selbst im Bereich der großen Primärregelleistungsspeicher derzeit kaum ein wirtschaftlicher Betrieb erzielt werden kann. Von daher wurde deutlich, dass sich der in den letzten Jahren bei Batterien zu beobachtende Preisverfall noch gravierend fortsetzen muss um die Verbreitung von Stromspeichern im Markt spürbar zu erhöhen. In dem Wissen, dass eine dazu notwendige Technik jetzt zur Verfügung steht, wurde die intensive Diskussion unter den Tourteilnehmern beim abschließenden offenen Austausch bei Getränken und Imbiss und der Busfahrt zum Ausgangspunkt der Tour angeregt fortgeführt.

1. Tour 2016: Kraft-Wärme-Kopplung – (Dezentrale) Lösung als Motor der Energiewende

Besichtigung des badenova BHKWs in Landwasser

Die verbrauchsorientierte Erzeugung von Energie direkt dort, wo sie benötigt wird, erlaubt eine ganzheitliche und effiziente Nutzung, vermeidet Transportverluste und wirkt dem immer wichtiger werdenden Netzausbau entgegen. So wundert es nicht, dass die Kraft-Wärme-Kopplung eine ganz wesentliche Rolle in der Diskussion zur nachhaltigen Energieversorgung eingenommen hat und einen der wichtigsten Begriffe zur Beschreibung der Energiewende und zukünftigen Energieversorgung darstellt. Die Energietour hat sich daher diesem aktuellen und breiten Themenfeld in ihrer ersten Tour 2016 angenommen. Den 22 Teilnehmern zeigte sich beim Besuch zweier zukunftsweisender und unterschiedlicher Einsatzorte, welche Vorteile die KWK-Technologie in der Praxis bietet. Wie gewohnt wurde die, für die Teilnehmer kostenlose Veranstaltung, durch einen Fachvortrag zum Thema samt anschließendem Imbiss abgerundet.

Erste Station der Tour war die Heizzentrale der badenova in Landwasser. Dort wurden in den letzten Jahren mehrere innovative Konzepte zur nachhaltigen Wärmeversorgung umgesetzt. Bereits 2009 wurde die Erzeugung von reinem Deponiegas auf ökologisches Mischgas (bestehend aus Biogas aus der Biotonne Deponiegas von der in der Nähe befindlichen Deponie) umgestellt. Dieses wird in 3 BHKWs zu Wärme und Strom umgesetzt. Darüber hinaus wird die Energiebereitstellung seit über einem Jahr erfolgreich durch eine Pelletholzvergaseranlage mit 180KWel und 250kWth ergänzt. Als dritter Baustein der Heizzentrale wird derzeit erforscht in wie weit sich der elektrische Wirkungsgrad eines für die Eigenstromerzeugung genutzten BHKWs durch den Einsatz thermoelektrischer Elemente im Abgasstrom erhöhen lässt. Dieses Projekt setzt die badenova gemeinsam mit dem Fraunhofer IPM und der Firma Schleif um. Arndt Kurzbach (badenovaWÄRMEPLUS) führte die Teilnehmer kompetent und mit Hintergrundinformationen durch die Anlage und verdeutlichte dabei, welche Vorteile durch die gezielte Nutzung der ökologischen Potenziale vor Ort mittels KWK-Technik gehoben werden können.

Die zweite Station, das LBZ Sankt Anton in Riegel, zeigte den Teilnehmern, wie die Zielsetzung der ökologischen Versorgung der Einrichtung durch die KWK-Technik als zentrales Standbein realisiert werden konnte. Darüber hinaus wurde deutlich, wie sich das BHKW in das mehrfach prämierte Gesamtkonzept einfügt.

Herr Bruckert, Lehrer und verantwortlicher Mitarbeiter, veranschaulichte, wie wichtig Umweltbildung als Grundlage ökologischer und ökonomischer Entscheidungen ist und wie treffend die Planung eines Energiekonzeptes durch einen kompetenten Partner sein kann.

Herr Dr. Lange, Planer der Anlage in Riegel und Mitarbeiter der Firma solares bauen, präsentierte im abschließenden Vortrag, welche Potenziale in der KWK-Technik stecken. Dabei legte er den Fokus insbesondere auf die Potenziale regionaler Standorte in Baden-Württemberg und wie diese unter den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen bestmöglich eingesetzt werden können.

Beide besuchten Projekte wurden aufgrund ihrer nachhaltigen, innovativen Ansätze und der regionalen Bedeutung aus dem badenova Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz gefördert.

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