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Stand 06.02.2018

Netzwerke voller Energie

Egal, welche Branche man nimmt: Energie ist ein wichtiger Faktor in jeder Kostenrechnung. Energieeffizienzmaßnahmen spielen daher überall eine wichtige Rolle. Aber warum soll man das sprichwörtliche Rad neu erfinden? Immer mehr Fachleute empfehlen daher Energieeffizienz-Netzwerke, in denen Unternehmen ihr Wissen teilen können.

Normalerweise lassen sich Unternehmen nicht gerne in die Karten kucken. Aber es gibt immer wieder Themen, in denen sich die Kooperation für alle Seiten lohnt. Eines davon ist die Energie. Energie einsparen, sie effizienter einzusetzen, so die Kosten zu senken und damit auch CO2-Emissionen zu vermeiden, ist ein Ziel, das alle Unternehmen gemeinsam haben. Daher hat die Bundesregierung 2014 mit Verbänden und Organisationen der Wirtschaft eine Vereinbarung geschlossen, die eine flächendeckende Einführung von Energieeffizienz-Netzwerken fördern soll. Die Netzwerke, die energietechnische Beratung sowie die Arbeit der Netzwerke können mit einer Förderung des Bundes rechnen. Mittlerweile gibt es in Deutschland eine Vielzahl dieser Netzwerke, in denen sich Vertreter unterschiedlicher Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe oder auch Kommunen regelmäßig treffen, um gemeinsam Strategien zur Steigerung der Energieeffizienz zu entwickeln.

Unterstützung von außen
In der Regel bestehen Energieeffizienz-Netzwerke aus acht bis 15 Unternehmen. Mindestens fünf sollten es in jedem Fall sein. Ob die Teilnehmer aus der gleichen Branche kommen oder sich branchenübergreifend konstituieren, spielt ebenso wenig eine Rolle wie die Frage, ob sie regionale oder überregionale Netzwerke bilden. Die Aufgabe der Gründung und im Weiteren auch die der Organisation übernimmt ein Netzwerkträger. Hier können Energiedienstleister wie badenova oder auch Energieagenturen wertvolle Unterstützung leisten und einen fachkundigen Moderator stellen. Empfehlenswert ist eine Mindestdauer der Zusammenarbeit von zwei bis drei Jahren, sodass genügend Zeit zur Verfügung steht, gemeinsam tragfähige Konzepte zu entwickeln und auch zu evaluieren. Ziele formulieren falls noch nicht vorhanden ist die erste Maßnahme eine energetische Bestandsaufnahme aller teilnehmenden Betriebe. Insbesondere bei großen Unternehmen liegt diese als Energieaudit bereits vor. Im nächsten Schritt werden auf Basis dieser Daten sinnvolle Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz identifiziert und entsprechende Einsparziele formuliert. Ob es sich dabei um gemeinsame Ziele handelt oder ob auch unternehmensindividuelle Ziele angesteuert werden können, ist eine gemeinsame Entscheidung des jeweiligen Netzwerks.

Option auf Verlängerung
Während der gesamten Laufzeit treffen sich die Teilnehmer in regelmäßigen Abständen mehrmals pro Jahr. Unterstützt von einem Moderator geht es dabei um den Erfahrungsaustausch zu organisatorischen und technischen Energieeffizienzmaßnahmen. Dabei wird immer auch der rechtliche und fördertechnische Rahmen mitbeleuchtet. Hier hilft häufig der Input von externen Experten. Betriebsbegehungen, bei denen sich die Teilnehmer ein Bild vor Ort machen können, runden das Programm ab. Gerade der Blick auf Best-Practice-Beispiele liefert häufig neue Ideen. Fragt man Teilnehmer nach ihren Erfahrungen, überwiegt das Positive. Der Zeitaufwand, der durch die Treffen entsteht, wird durch die Anregungen der Netzwerk-Arbeit mehr als wettgemacht. Nach Ende der Laufzeit besteht immer die Möglichkeit einer Fortsetzung mit den gleichen oder auch mit neuen Schwerpunkten. Eine Option, die viele Netzwerkinitiativen nutzen.

Tipp:
Es gibt eine ganze Reihe staatlicher Förderprogramme, die im Rahmen der Netzwerkarbeit in Anspruch genommen werden können. Eine Übersicht findet sich auf der Internetseite der Initiative effizienznetzwerke.org/arbeitshilfen


Stand 06.02.2018

Vereinfachte Marktkommunikation

Seit dem 1. Februar 2018 gelten in der Energiewirtschaft verbindlich und flächendeckend die Begriffe Marktlokation (MaLo) und Messlokation (MeLo). Sie sollen die Marktkommunikation einfacher machen und die Marktprozesse beim Einsatz intelligenter Zähler und moderner Messeinrichtungen besser unterstützen.

MaLo und MeLo – das sind keine neuen Schokoriegel, sondern die Abkürzung für Marktlokation und Messlokation. Die beiden Bezeichnungen lösen alte Bekannte im energiewirtschaftlichen Sprachgebrauch ab, die oft synonym oder missverständlich gebraucht wurden. Wer kannte schon den genauen Unterschied zwischen Lieferstelle, Entnahmestelle, Einspeisestelle, Ausspeisestelle, Messstelle oder Zählpunkt? Mit Marktlokation und Messlokation gibt es nun zwei klar umrissene Begriffe. Und zum 1. Februar 2018 hat die Bundesnetzagentur die Marktlokations-Identifikationsnummer (MaLo-ID) eingeführt. Gewerbliche Stromkunden und Stromproduzenten finden diese 11-stellige Codenummer auf ihrer Energierechnung. Handlungsbedarf besteht für sie nicht. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, allen Marktlokationen eine MaLo-ID zuzuweisen und diese im Rahmen ihrer Marktkommunikationen zu nutzen.

Klare Definition
Als Marktlokation (MaLo) gilt die Stelle, in der „Energie entweder erzeugt oder verbraucht wird und das Objekt mit mindestens einer Leitung mit dem Netz verbunden ist. Eine Marktlokation ist ein bilanzierungs- und abrechnungstechnisches Konstrukt“, so der BDEW in seiner Anwendungshilfe zur Einführung der Marktlokations-Identifikationsnummer. An einer Marktlokation findet die Belieferung mit Energie bzw. die Einspeisung der Energie statt; sie ist die Grundlage der Bilanzierung. Die Messlokation bezeichnet die Stelle, „an der Energie gemessen wird und die alle technischen Einrichtungen beinhaltet, die zur Ermittlung und gegebenenfalls Übermittlung der Messwerte erforderlich sind“. Die Messlokation dient dazu, physikalische Größen, also Messwerte, zu ermitteln. Sie wird – wie bislang auch – mit der sogenannten Zählpunktbezeichnung identifiziert.

Eindeutige Kommunikation
Mit der Einführung der neuen MaLo-ID sorgt die BNetz A für „Ordnung auf dem Energiemarkt“, wie es ein Branchenbeobachter formuliert. Über die jeweilige ID ermöglicht sie die eindeutige Zuordnung von Markt- bzw. Messlokationen. Das ist deshalb wichtig, weil es ganz verschiedene Konstellationen von Marktlokation und Messlokation geben kann –1:1, 1:n, n:1 0:1 und Kombinationen. Eine Marktlokation (Liegenschaft) kann z.B. zwei Netzanschlusspunkte mit eigenen Messlokationen (Zählern) haben. Die über diese Punkte bezogenen Energien werden separat gemessen, bei der Bilanzierung und Abrechnung aber zu einer Energiemenge zusammengefasst. In der zugehörigen Marktkommunkation sind zwei Messlokationen einer Marktlokation zugeordnet. Die Marktlokation hat eine MaLo-ID und die Messlokationen jeweils eine Zählpunktbezeichnung. Gleiches gilt für den Fall, dass eine Hauptmessung und eine Untermessung vorliegen und für die Energieabrechnung die Zählerstände voneinander abgezogen werden müssen. Nach diesem Schema ist es nun möglich, alle Varianten der Beziehung Markt- und Messlokation eindeutig zu erfassen und zu kommunizieren.

Detaillierte Informationen finden Interessierte in der Anwendungshilfe des BDEW, unter der www-Suche „BDEW MaLo“.


Stand 06.02.2018

Tief durchatmen – Gelassenheit kann man lernen

Jeder kennt das: Die Aufgaben häufen sich und die Zeit läuft einem davon. Das erzeugt Stress und die Fehlerquote steigt. Nicht nur Psychologen sind der Meinung, dass Gelassenheit hilft, derartige Situationen besser zu bewältigen.

Auf die Frage, was er macht, wenn eine Störungsmeldung hereinkommt, gab der verantwortliche Mitarbeiter einer Netzleitstelle eine zunächst verblüffende Antwort: Ich hole mir eine Tasse Kaffee. Das ist kein Zeichen von Ignoranz oder Unprofessionalität. Im Gegenteil. Gelassenheit, das wissen Krisenmanager schon lange, ist eine entscheidende Voraussetzung, um schwierige Situationen zu meistern. Und was für Notärzte, Feuerwehrleute und eben Mitarbeiter von Netzleitstellen gilt, bewährt sich natürlich auch im normalen Arbeitsalltag. Leider arbeiten viele Menschen nach einem anderen Prinzip, wenn man überhaupt von Prinzip sprechen kann. Häufig wird eher reagiert als agiert. Viele Aufgaben werden nicht strukturiert, sondern hektisch und planlos abgearbeitet. Das nächste Projekt steht ja häufig schon vor der Tür oder ist gleichzeitig zu erledigen. Verspannung, Frustration und Kontrollverlust sind häufig die Folge.

Auf Abstand gehen
Gründe für Stress, dafür, die innere Ruhe zu verlieren, gibt es in der modernen Berufswelt viele. Allen gemeinsam ist: Grenzen werden überschritten. Grenzen des eigenen Vermögens, Grenzen der Belastbarkeit oder auch Grenzen im zwischenmenschlichen Umgang. Kein Wunder also, wenn man die Balance verliert. Doch wie stellt man das Gleichgewicht wieder her? Die meisten Stressfaktoren sind ja nicht hausgemacht, auch wenn sie vom eigenen Anspruch häufig noch verstärkt werden. Eine bewährte Methode, um der Zwickmühle von Aktion und Reaktion zu entkommen, ist es, zunächst einen Moment innezuhalten. Hier gibt es viele Möglichkeiten. Die oben erwähnte Tasse Kaffee ist eine davon. Andere gehen erstmal an die frische Luft. Den Rat „Tief durchatmen“ kennt jeder, und es hilft tatsächlich. Am besten so: Langsam und tief einatmen, bis vier zählen, die Luft anhalten, bis sechs zählen, langsam durch den Mund ausatmen und bis acht zählen. Nicht ganz so einfach, aber eine weitere Option, Abstand zu gewinnen, ist schweigen und die Ohren auf Durchzug stellen. Die Umwelt für den Moment auszublenden, verhilft zur nötigen Verschnaufpause. Und die braucht man unbedingt, um sich neu zu sortieren. Wer vorbeugen will, kann auch auf autogenes Training setzen oder sich aus dem breiten Spektrum an Entspannungstechniken eine passende aussuchen.

Die Lage analysieren
Das alles nützt natürlich nur so viel wie es gelingt, die Stressfaktoren in den Griff zu bekommen. Die erste Frage dabei lautet: Ist die Lage tatsächlich so prekär, wie ich sie empfinde oder spielt mir meine Einbildung einen Streich? Attribute wie „Mega-Probleme“ oder „irrsinnige Anforderungen“ sind immer ein Indiz, dass eine Übertreibung vorliegt. Deshalb sind realistische Analysen der Situation außerordentlich wichtig. Was hat den Stress ausgelöst? Wie kann ich angehen? Ist der Zeitplan zu halten? Wie sieht es mit den Ressourcen aus? Sind wir noch auf dem richtigen Weg? Erst die Antworten auf diese Fragen können das wiederherstellen, was uns aus dem Gleichgewicht gebracht hat: die Souveränität, den gestellten Aufgaben auch gewachsen zu sein.

Lektüretipp: Gelassenheit lernen – auf 128 Seiten gibt Elke Nürnberger Tipps, wie man cool bleibt und selbstbewusst handelt. Der Taschenguide ist 2008 im Haufe Lexware Verlag erschienen.

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