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11.04.2018

Energieausweise jetzt erneuern!

Die ersten Energieausweise werden ungültig. Sie müssen nach strengeren Regeln erneuert werden. Wer für sein Gebäude noch keinen Energieausweis ausstellen ließ, sollte das jetzt nachholen. Denn die Anforderungen werden bald verschärft.

Seit Oktober 2007 sind Eigentümer von Gewerbeimmobilien, Häusern oder auch kommunalen Gebäuden, die vor 1966 gebaut wurden, verpflichtet, bei Neuvermietung, Verkauf oder Verpachtung einen Energieausweis vorzulegen. Für Gebäude, deren Baujahr auf 1966 oder später datiert, gilt diese Verpflichtung ab 2009. Wer weder vermieten, verkaufen oder verpachten will, braucht auch keinen Energieausweis vorzuhalten. Das regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014).

Was soll ein Energieausweis leisten?
Der Energieausweis soll darüber Auskunft geben, ob der Interessent und spätere Nutzer des Gebäudes mit niedrigen, hohen oder durchschnittlichen Energiekosten rechnen muss. Er soll ihm auch erleichtern, besser zwischen verschiedenen Angeboten vergleichen zu können. Denn erst die Höhe dieser oft „zweite Miete“ genannten Nebenkosten entscheidet über die zu erwartenden laufenden Gesamtkosten. Auch für den Eigentümer ist die Einordnung seiner Immobilie in eine Energieeffizienzklasse eine wichtige Informationsquelle. Denn die energetische Qualität eines Gebäudes geht immer stärker in die Wertbestimmung der Immobilie ein. Das hat sowohl Einfluss auf den Verkaufswert als auch darauf, welche Netto-Miete sich am Markt durchsetzen lässt. Und der Vermieter kann besser beurteilen, ob sein Gebäude noch den heutigen energetischen Standards genügt und überlegen, ob sich eine Modernisierung mit Wärmedämmung, neuer Heizung oder Fenstern mit Wärmedämmverglasung lohnen.

Verbrauchs- oder Bedarfsausweis?
Prinzipiell kann der Eigentümer eines Bestandsgebäudes zwischen einem Verbrauchs- und einem Bedarfsausweis wählen. Von dieser Wahlfreiheit gibt es nur eine Ausnahme: Wenn das Gebäude bis zu vier Wohnungen hat, der Bauantrag vor dem 1. November 1977 eingereicht wurde und es zwischenzeitlich nicht saniert wurde, ist ein Bedarfsausweis verpflichtend vorgeschrieben.Da bei Neubauten noch keine Verbrauchsdaten vorliegen, kommt hier nur der Bedarfsausweis in Frage. Untersuchungen zeigen, dass ein und dasselbe Gebäude in unterschiedliche Effizienzklassen eingeordnet wird, je nachdem welchen Ausweis man ausstellen lässt. Beim Verbrauchsausweis wird ein Gebäude im Durchschnitt eine Effizienzklasse besser bewertet als bei einem Bedarfsausweis.

Wer muss den Ausweis erneuern?
Ein einmal ausgestellter Energieausweis ist zehn Jahre gültig. Danach muss er nach der dann geltenden Gesetzeslage erneuert werden – sofern er weiterhin benötigt wird. Die ersten, ab Oktober 2007 ausgestellten Energieausweise sind also abgelaufen, die später ausgestellten werden nach und nach ungültig. Wer einen Energieausweis hat, der noch über 2018 hinaus gültig ist, sollte sich trotzdem überlegen, ihn jetzt neu ausstellen zu lassen. Das gilt auch für diejenigen, die noch keinen Energieausweis haben, aber in den nächsten zehn Jahren ihr Gebäude vermieten, verpachten oder verkaufen wollen. Denn voraussichtlich noch in diesem Jahr soll ein neues Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft treten. Es wird die Energieeinsparverordnung, das Energieeinspargesetz und das Erneuerbare Energien Wärmegesetz zusammenführen und die Anforderungen an den Energieausweis verschärfen, um seine Aussagekraft zu verbessern.

Wer darf einen Energieausweis ausstellen?
Energieausweise dürfen nur von Fachleuten ausgestellt werden, die über eine entsprechende Qualifikation verfügen. Dazu zählen Energieberater von Stadtwerken und Energieunternehmen, wenn sie über diese Qualifikation verfügen.Auch Architekten, Ingenieure, und qualifizierte Handwerker mit einer entsprechenden Fortbildung, ausgebildete Gebäudeenergieberater und Schornsteinfeger können Energieberater sein.

Gibt es Fördermittel?
Da Eigentümer von Immobilien gesetzlich verpflichtet sind, in den oben genannten Fällen einen Energieausweis vorzulegen, gibt es auch keine Fördermittel dafür. Jedenfalls nicht direkt. Wird der Ausweis allerdings im Rahmen einer vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderten Energieberatung für Gebäudemodernisierungen ausgestellt, ist er in der Regel deutlich günstiger.


Stand 11.04.2018

Kundenfeedback richtig nutzen

Es muss nicht immer eine großangelegte Marktforschung sein: Unternehmen, die alltägliche Rückmeldungen ihrer Kunden ernst nehmen, erfahren eine Menge über die eigenen Stärken und Schwächen. Hier sechs nützliche Tipps von Experten für den professionellen Umgang mit dem Feedback.

Viele Unternehmen können ein Lied davon singen: Ungefragt äußern sich Kunden nur, wenn sie sich beschweren möchten oder ihnen ein Produkt oder eine Dienstleistung besonders gut gefällt. Aber gerade zwischen diesen Polen liegt die Wahrheit. Wenn Sie die erfahren wollen, müssen Sie herausfinden, wie das eigene Unternehmen wahrgenommen wird.

Deshalb lautet Regel Nummer eins: Bemühen Sie sich aktiv um das Feedback Ihrer Kunden. Sei es, Sie holen es im persönlichen Kontakt ein, sei es übers Internet – zum Beispiel auf Facebook, mithilfe eines Online-Newsletter oder einer Bonus-Aktion. Regel Nummer zwei: Fragen Sie gezielt und detailliert! So erhalten Sie aussagekräftige Antworten. Statt mit einer Zufriedenheitsskala zu arbeiten, ist es besser, Fragen konkret zu formulieren. Zum Beispiel: „Würden Sie dieses Produkt einem Freund empfehlen? Warum?“ Oder: „Was haben Sie als besonders positiv empfunden?“ „Was können wir an unserem Service verbessern? Was haben Sie vermisst?“.Regel Nummer drei: Nehmen Sie Feedback ernst! Querulanten gibt es überall. Aber auch in ihrer Beschwerde könnte ein Fünkchen Wahrheit stecken. Lenkt nicht umgekehrt auch ein unerwartetes Lob den Blick auf Service-Potenziale, die man ausbauen sollte? Regel Nummer vier: Werten Sie Rückmeldungen ihrer Kunden systematisch aus! Prüfen Sie, ob ein Muster erkennbar ist. Gibt es Dinge oder Bereiche in Ihrem Unternehmen, die besonders gut oder auffällig schlecht wegkommen? Häufen sich die Rückmeldungen zu einem bestimmten Thema? Gehen das Lob oder die Beschwerde in eine Richtung, die Sie nicht erwartet hätten? Hier können Sie ansetzen, um mögliche Schwächen gezielt anzugehen und Stärken besser auszuspielen. Oft sind es Kleinigkeiten, die eine große Wirkung haben – positiv oder negativ. Regel Nummer fünf: Machen Sie was draus! Nicht nur die Mitarbeiter, die unmittelbar betroffen sind, sollten erfahren, wie das Feedback der Kunden ausfällt. Auch Führungskräfte betrifft das. So können Sie gemeinsam überlegen, wie Sie darauf eingehen. Experten empfehlen: Antworten Sie auf berechtigte Kritik! Stellen Sie die Ursache ab und achten Sie darauf, dass sich diese Kritik nicht wiederholt. Bedanken Sie sich (persönlich) beim Kunden für ein besonderes Lob! Regel Nummer sechs: Zeigen Sie auch nach außen, wie wichtig Ihnen die Rückmeldungen Ihrer Kunden ist! Veröffentlichen Sie zum Beispiel die Ergebnisse einer Online-Befragung im nächsten E-Mail-Newsletter! Berichten Sie in Ihrer Kundenzeitschrift, wie Sie Verbesserungsvorschläge umgesetzt, Fehlerquellen beseitigt oder ihren Service verbessert haben! Zufriedene Kunden sind meist auch gern bereit, ihre guten Erfahrungen in Form von Testimonials glaubwürdig zu vermitteln.

Buchtipp: Diesmal, eine Empfehlung, wie Sie es schaffen, besonders positive Rückmeldungen Ihrer Kunden zu erhalten. Carsten K. Rath: „Für Herzlichkeit gibt's keine App: Service-Excellence in digitalen Zeiten“ aus dem Gabal Verlag, 2018; auch erhältlich als Kindle-Ausgabe.


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