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Stand: 25.06.2018

Blockchain, das ist mehr als Bitcoin

Eine neue Technologie macht Furore: die Blockchain. Experten sind begeistert und versprechen sich viel davon, auch in der Energiewirtschaft.

Blockchain und Bitcoin werden oft in einem Atemzug genannt. Aber die Bitcoin ist nur eine Anwendungsmöglichkeit der Blockchain-Technologie. Das Grundkonzept gibt es bereits seit Jahren. Bekanntheit erreichte es mit der Entwicklung der Kryptowährung Bitcoin als erstem Anwendungsfall im Jahr 2006. Die Idee dahinter? Eine funktionsfähige Währung, die unabhängig von Banken und sonstigen zentralen Institutionen im Umlauf ist.

Die Technologie
Doch was ist eine Blockchain eigentlich? Vereinfacht gesagt, werden hier auf digitalem Weg Prozesse und Transaktionen in einer Weise miteinander verknüpft (chain = Kette), bei der die Folgeinformation immer auf der vorherigen aufbauen. Damit bestätigt oder korrigiert jeder, der sich in diesen Prozess einklinkt, die Fakten, mit denen er weiterarbeitet. Das gewährleistet ein Höchstmaß an Transparenz. Ein Löschen oder Vertuschen der Chronik ist damit unmöglich gemacht.

Anwendungen in der Energiewirtschaft
Stellt sich die Frage, wie die Energiewirtschaft die Blockchain nutzen kann? „Für die Energiewirtschaft gibt es interessante Handlungsfelder, die Blockchain einzusetzen und so die Energiewende 2.0 ein Stück voranzubringen. Sie ist ein zusätzliches Instrument, um Kunden und Energieversorger digital zu vernetzen und Prozesse zu beschleunigen und zu vereinfachen“, erklärt Philipp Richard von der Deutschen Energie-Agentur dena. Als Teamleiter für Energiesysteme und Digitalisierung ist er Mitverfasser der Studie „Blockchain in der Energiewende“. Das größte Potenzial sehen Experten rund um das Zukunftsthema Elektromobilität, und dort bei Ladeinfrastruktur und Bezahlsystemen. Aber auch der Strom- und Gasgroßmarkt mit seinem hohen Datenvolumen bietet Einsatz-Perspektiven.

Die Perspektiven
Bleibt die Frage nach der Datensicherheit. Experten halten sie bei der Blockchain grundsätzlich für gegeben. Weitverzweigte Infrastrukturen wie Stromnetze sind aber besonders sensibel. Um die Blockchain-Technologie hier flächendeckend zu nutzen, müssten neue rechtliche Grundlagen geschaffen werden – was bekanntermaßen nicht von Heute auf Morgen geht. Das vorläufige Fazit einer dena-Studie: Die Blockchain ist ein vielversprechender Schritt bei der Digitalisierung der Energiewelt. Noch steckt sie dort in der „Probephase“. Angesichts der Dynamik der Branche und verschiedener Start-ups, deren Geschäftsmodelle auf der Blockchain basieren, wird sie jedoch an Bedeutung gewinnen.

Lesetipp:
Eine gute Übersicht für alle, die sich tiefer in die Materie einarbeiten wollen, ist Daniel Dreschers Band „Blockchain Grundlagen: Eine Einführung in die elementaren Konzepte in 25 Schritten“, mitp-Verlag, Frechen, 2017, broschiert und als Kindle-Edition erhältlich.


Stand: 25.06.2018

Kundenkorrespondenz: Wie man in den Wald hineinruft, …

„Was wollen die schon wieder?“ Diese Frage kennt jeder, der Geschäftspost im privaten Briefkasten findet. Die Kommunikation mit Kunden hat also von Haus aus mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen. Kommunikationsexperten empfehlen daher, diesen Briefen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Ein Produkt bewerben, eine Reklamation beantworten oder eine Rechnung versenden – was für Unternehmen eine Standardkommunikation ist, sieht der Empfänger immer als Anforderung an sich, der er nachkommen soll. Und nicht ganz zu Unrecht. Denn meistens trifft das auch den Sachverhalt. Die Verfasser dieser Schreiben stehen also vor einer Herausforderung: Einerseits müssen sie alles dafür tun, Ziel und Zweck ihres Schreibens nicht aus den Augen zu verlieren. Andererseits hängt für die Kundenbeziehung viel davon ab, in welchem Ton derartige Briefe und Nachrichten verfasst sind.

Lenken durch Akzeptanz
Zwei Elemente sind daher für die Kundenkorrespondenz unerlässlich: Das Anliegen muss schlüssig und klar formuliert sein. Denn nichts verstärkt die Skepsis des Adressaten mehr als Unsicherheit. Wenn nicht nach den ersten Zeilen klar wird, worum es geht, verliert der Leser die Geduld, erste Anzeichen von Unwillen und Abneigung machen sich breit. Wer für die Darstellung des Sachverhalts vorwiegend positive Formulierungen wählt, kann hier schon ein wenig gegensteuern. Zugleich muss der Kunde gleich am Anfang spüren, dass ihm mit Wertschätzung begegnet wird. Eine gute Möglichkeit, diese Gratwanderung zu meistern, ist der Wechsel der Perspektive. Solange beim Schreiben die eigene Botschaft im Mittelpunkt steht, verstellt man sich den Blick auf seine Leser. Fragt man sich jedoch, wie würde der Text bei mir selbst ankommen, entdeckt man leicht, wo die Wertschätzung von der Forderung überdeckt wird.

Argumente statt Floskeln
Egal, was man vom Empfänger erwartet oder will, es sollte schnell klar werden, worum es geht, warum es darum geht, und welche Handlungen erforderlich sind. Hier hilft eine klare Gliederung sowie kurze, knappe Sätze, möglichst ohne Nebensätze. Schreiben, die länger sind als eine Seite, haben es von vorneherein schwerer. Negative Formulierungen oder solche, die eine Forderung ausdrücken, besser vermeiden. Statt „sollen“ oder „benötigen“ verwendet man eher ein „am besten“ oder „zu Ihrem Vorteil“. Aktive Sätze kommen immer besser an als passive. Schreiben Sie nicht „die Lieferung wurde abgeschickt“, sondern „Ihre Sendung ist auf dem Weg“. Wer Verben verwendet an Stelle von Substantiven, findet ebenfalls mehr Interesse beim Leser. Die „Auftragsannahme“ klingt nach Behörden-Deutsch. Und nicht zuletzt, sollten auch Anrede und Namen korrekt sowie richtig geschrieben sein. Rechtschreibung und sichere Zeichensetzung sind ohnehin ein Muss. Und der klassische Abschluss „Mit freundlichen Grüßen“ sollte auch nicht fehlen. Die Mühe, die eigene Kundenkorrespondenz unter die Lupe zu nehmen, lohnt sich in doppelter Hinsicht: Zum einen dankt es der Kunde und zum zweiten sind gute Formulierungen vielseitig einsetzbar.

Buchtipp:

Praxishandbuch Korrespondenz. Professionell, kundenorientiert und abwechslungsreich formulieren von Jutta Sauer, Gabler Verlag, Wiesbaden. Der Band enthält auch Musterbriefe.

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