Wie wird die Wasserqualität in Deutschland sichergestellt? Wer sorgt dafür, dass es sauber bei uns zuhause ankommt und wir es bedenkenlos trinken können? Und was ist eigentlich sauberes Wasser?

Den Begriff Wasserqualität zu definieren, ist gar nicht so einfach, weil es dafür keinen allgemein verwendbaren Maßstab oder Index gibt. Um die Wasserqualität bestimmen zu können, hängt es zunächst davon ab, um welche Art von Wasser es sich handelt. Hier unterscheidet man zwischen:

  • unterirdischem Grundwasser
  • fließendem oder
  • stehendem Oberflächengewässer.

Des Weiteren hängen die Qualitätsanforderungen, die an das Wasser gestellt werden, davon ab, für welche Zwecke das Wasser verwendet beziehungsweise eingesetzt wird. Je nachdem, ob man es als

  • Trinkwasser
  • für gewerbliche Zwecke oder
  • als Brauchwasser zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen

nutzt, werden unterschiedliche Güteanforderungen herangezogen, um die Wasserqualität zu bestimmen.

Des Weiteren wird zwischen Wasserqualität als im engeren Sinne und der Gewässerqualität im weiteren Sinne unterschieden. Bei der Beurteilung der Gewässerqualität werden auch Parameter wie die Besiedlung des Gewässers mit Wasserorganismen sowie die Beschaffenheit des Gewässerbetts berücksichtigt und herangezogen.


Wie wird die Wasserqualität gemessen?

Im Gegensatz zur nicht eindeutigen Definition von Wasserqualität sind Anzahl und Umfang der Wasseranalysen zur Messung der Wasserqualität gesetzlich vorgeschrieben. Für uns ist dabei vor allem die Untersuchung des Trinkwassers von besonderer Bedeutung. In Deutschland wird die Bereitstellung von sauberem und gesundem Trinkwasser durch die Trinkwasserverordnung garantiert. Dabei gibt es zur Messung der Wasserqualität unterschiedliche Wasseranalysen, die das Wasser in

  • chemischer
  • physikalischer und
  • mikrobiologischer

Hinsicht untersuchen. Am häufigsten wird das Wasser dabei auf Chloride, Sulfate, Nitrate, Nitrite, Ammonium, dem pH-Wert sowie dem Sauerstoffgehalt und der Wasserhärte untersucht.

Ein im Mai 2018 vom Umweltbundesamt veröffentlichter Bericht ergab, dass im untersuchten Zeitraum von 2014 bis 2016 99 Prozent aller Trinkwasserproben den mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen entsprechen konnten.

Die Anforderungen an Trinkwasser sind in den EU-Richtlinien sowie in der aktuellen Trinkwasserverordnung festgelegt. Grundsätzlich gilt:

„Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu besorgen ist. Es muss rein und genusstauglich sein.“

laut aktueller EU-Richtlinien und Trinkwasserverordnung

Wie wird eine optimale Wasserqualität sichergestellt?

Unser Leitungswasser gehört zu den am besten und strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Als Qualitätssicherung im Rahmen der Trinkwasseranalyse werden dabei mehr als 50 Einzelparameter untersucht. Um unser Trinkwasser vor Verunreinigung zu schützen, wurden die unterirdischen Grundwasserfassungsanlagen zu Wasserschutzgebieten erklärt – das sind rund 10 Prozent der Fläche Deutschlands.

Jedes Wasserschutzgebiet besteht aus drei Zonen. Für jede dieser Zonen gelten unterschiedliche gesetzliche Auflagen. Je näher sich eine Zone an einer Fassungsanlage befindet, desto strenger sind die Auflagen in Hinsicht auf landwirtschaftliche und bauliche Nutzung. Der zuständige Trinkwasserversorger überwacht sein Wasserschutzgebiet und arbeitet dabei eng mit Wasserwirtschafts- und Gesundheitsbehörden zusammen. Akkreditierte Labore führen außerdem Trinkwasseranalysen durch, um das Wasser zu prüfen. Der jeweilige Wasserversorger sorgt bei Bedarf auch für die nötige Aufbereitung des Trinkwassers. Erst nach Sicherstellung der Trinkwasserqualität durch Deinen Trinkwasserversorger gelangt das Wasser über Rohrleitungen zu Dir nach Hause.

Hier findest Du mehr Informationen rund um den Wasserschutz.


Derzeit sanieren wir unseren Trinkwasserhochbehälter am Freiburger Schlossberg, um ihn technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Das Video gibt Dir einen Blick ins Innere und erklärt, vor welche Herausforderungen uns die Planung gestellt hat.


Woher kommt das Trinkwasser (in Freiburg und Lahr)?

In Deutschland besteht Trinkwasser zu 70 Prozent aus Grund- und Quellwasser und zu 30 Prozent aus Oberflächenwasser aus Flüssen, Seen oder Talsperren. Grundwasser kommt aus einer Tiefe von mindestens 50 Metern oder mehr. Quellwasser ist Grundwasser, das seinen Weg ans Licht von selbst gefunden hat. Deutschland ist ein wasserreiches Land und verfügt über eine jährliche Wassermenge von über 180 Milliarden Kubikmeter. Eine Ressource, die sich jährlich erneuert und von der lediglich 2,7 Prozent pro Jahr für die öffentliche Wasserversorgung entnommen wird.

Unser Freiburger Wasserschlössle und historischer Trinkwasserhochbehälter im Sternwald.
Unser Freiburger Wasserschlössle und historischer Trinkwasserhochbehälter im Sternwald.

In Freiburg und Lahr ist unsere Netztochter bnNETZE der örtliche Wasserversorger. Wir versorgen täglich insgesamt 568.000 Menschen mit frischem Trinkwasser. Außerdem übernehmen wir in vielen weiteren Städten und Gemeinden in unserer Region die Betriebsführung der dortigen Wasserversorgung.

Das Trinkwasser der Stadt Freiburg gewinnen wir ausschließlich aus Grund- und Quellwasser. Täglich versorgen wir in Freiburg rund 230.000 Menschen. Von den Wasserwerken Ebnet, Kappel, Hausen und Günterstal gelangt das Trinkwasser in die Hochbehälter und wird dort zwischengespeichert. Über ein verzweigtes Rohrsystem fließt das Trinkwasser zu den Haushalten.

In Lahr liefert das Wasserwerk am Galgenberg bis zu 860 Kubimeter Wasser pro Stunde für rund 44.000 Menschen. Durch die zentrale Wasseraufbereitung und Mischung von Grund- und Quellwasser im Wasserwerk ist die Bereitstellung eines qualitativ einheitlichen Trinkwassers für die Kernstadt, Langenwinkel, Mietersheim, Kippenheimweiler, Hugsweiler und Sulz möglich. Die Ortsteile Kuhbach und Reichenbach werden durch jeweils eigene Wasserwerke versorgt.


Welche Mineralien sind im Trinkwasser enthalten?

Als Trinkwasser wird Wasser für den menschlichen Bedarf – vom Trinken, Kochen bis hin zur Reinigung und Pflege – bezeichnet. Als solches muss es neben einem hohen Reinheitsgrad auch eine Mindestkonzentration an Mineralstoffen enthalten. Die häufigsten Mineralstoffe sind dabei Kalzium, Magnesium, Carbonat, Chlorid, Sulfat und Hydrogencarbonat. Die Summe der Konzentration von Magnesium und Kalzium wird als Härtegrad des Wassers angegeben.

Wasserhärte – Was ist das eigentlich?
Erfahre mehr über die Wasserhärte und wie sie gemessen wird.

Der Säuregrad oder der pH-Wert einwandfreien Trinkwassers muss sich innerhalb eines neutralen bis schwach alkalischen (basischen) Bereichs befinden, also zwischen 6,5 und 9,5 liegen. Gut für uns als Verbraucher: Das Trinkwasser in Deutschland ist von ausgezeichneter Qualität. Grenzwertüberschreitungen kommen äußerst selten vor und bleiben absolute Einzelfälle.