Fußbodenheizung entlüften

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Eine Fußbodenheizung bietet nicht nur den Luxus von warmen Füßen an kalten Tagen, sondern ist auch ein effizientes Heizsystem, das in vielen modernen Wohnungen und Häusern zu finden ist. Doch wie jedes System benötigt auch die Fußbodenheizung regelmäßige Pflege, um optimal zu funktionieren. Ein wichtiger Aspekt dieser Pflege ist das Entlüften. Doch warum ist das so?

Luftblasen können sich im Laufe der Zeit in den Rohren Ihrer Fußbodenheizung ansammeln. Diese Luftblasen beeinträchtigen nicht nur die Effizienz der Heizung, sondern können auch zu unangenehmen Geräuschen führen. Das Ergebnis: Der Heizkreislauf erwärmt sich ungleichmäßig und benötigt mehr Energie, um die gewünschte Temperatur zu erreichen.

Regelmäßiges Entlüften sorgt dafür, dass Ihre Heizung stets ihre maximale Leistung erbringt.

Die Vorteile einer gut entlüfteten Fußbodenheizung sind vielfältig:

  • Energieeinsparung: Eine Heizung, die frei von Luftblasen ist, arbeitet effizienter. Das bedeutet, dass sie weniger Energie verbraucht, um Ihr Zuhause zu wärmen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel.

  • Gleichmäßige Wärme: Ohne störende Luftblasen verteilt sich die Wärme gleichmäßig im Raum. Das Ergebnis ist ein angenehmes Raumklima ohne kalte Stellen.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Fußbodenheizung Schritt für Schritt entlüften und so für ein wohlig warmes Zuhause sorgen. Wenn Sie sich jedoch unsicher sind, ob Sie diese Aufgabe selbst erledigen können, zögern Sie nicht, von Anfang an ein:e Installateur:in zu kontaktieren.

Wie funktioniert eine Fußbodenheizung?

Eine Fußbodenheizung ist im Grunde ein Netzwerk von Rohren oder Schläuchen, die unter dem Bodenbelag verlegt sind. Durch diese Rohre zirkuliert warmes Wasser, welches von einer Heizquelle (z.B. einem Heizkessel oder einer Wärmepumpe) erhitzt wird. Die Wärme des Wassers wird an den Boden abgegeben, der sich dadurch erwärmt und die Wärme gleichmäßig im Raum verteilt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizkörpern, die Wärme in einem bestimmten Bereich des Raumes abgeben, sorgt die Fußbodenheizung für eine flächendeckende und gleichmäßige Wärmeabgabe. Dies führt zu einem angenehmen Raumklima und verhindert kalte Füße.

Unser Lesetipp:

Hier finden Sie unseren umfangreichen Beitrag Alles Wissenswerte zur Fußbodenheizung: Arten, Funktionen und Vorteile einer Fußbodenheizung.

Warum sammelt sich Luft in der Fußbodenheizung?

Luft kann aus verschiedenen Gründen in das System der Fußbodenheizung gelangen. Beim Befüllen des Systems mit Wasser können beispielsweise Luftblasen eingeschlossen werden. Auch während des normalen Betriebs kann Luft in das System gelangen, etwa durch kleine Undichtigkeiten oder durch das natürliche Lösen von im Wasser gelösten Gasen.

Wenn sich Luft in den Rohren ansammelt, kann dies zu mehreren Problemen führen. Erstens kann die Luft die Zirkulation des Wassers behindern, was zu einer ungleichmäßigen Wärmeabgabe führt. Zweitens kann die Luft in den Rohren zu störenden Geräuschen führen, wenn das Wasser durch die Rohre zirkuliert. Und drittens kann die Ansammlung von Luft die Effizienz der Heizung beeinträchtigen, da Luft ein schlechter Wärmeleiter ist im Vergleich zu Wasser.

Deshalb ist es wichtig, die Fußbodenheizung regelmäßig zu entlüften und sicherzustellen, dass sie frei von Luftblasen ist.

Anzeichen zur Entlüftung ihrer Fußbodenheizung 

Ein Hund liegt auf einem Holzboden neben einem Schreibtisch mit einem Laptop, einem Notizbuch und einer Tasse Kaffee, in der Nähe eines bunten Teppichs in einem hellen Raum.
Bei gut funktionierender Fußbodenheizung entsteht ein angenehmes und behagliches Raumklima ohne kalte Stellen oder Zugluft.

Eine gut funktionierende Fußbodenheizung sorgt für ein angenehmes und gleichmäßiges Raumklima. Doch wenn sich Luft in den Rohren ansammelt, kann dies die Leistung und Effizienz der Heizung beeinträchtigen. Hier sind einige Anzeichen dafür, dass es Zeit ist, Ihre Fußbodenheizung zu entlüften:

Uneinheitliche Wärmeabgabe

Wenn Sie feststellen, dass bestimmte Bereiche Ihres Bodens wärmer sind als andere, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass Luft in den Rohren Ihrer Fußbodenheizung eingeschlossen ist. Luftblasen können die Zirkulation des Wassers behindern und so zu ungleichmäßiger Wärmeabgabe führen. Kalte Stellen auf dem Boden sind oft ein direktes Anzeichen dafür.

Geräusche im System

Hören Sie gluckernde oder zischende Geräusche aus dem Bereich Ihrer Fußbodenheizung? Das kann ein Hinweis darauf sein, dass Luft in den Rohren zirkuliert. Diese Geräusche entstehen, wenn das Wasser um die Luftblasen herumfließt und sollten nicht ignoriert werden.

Erhöhter Energieverbrauch

Wenn Ihre Heizkosten steigen, obwohl Sie Ihre Heizgewohnheiten nicht geändert haben, kann dies ebenfalls ein Anzeichen dafür sein, dass Ihre Fußbodenheizung entlüftet werden muss. Luft in den Rohren kann die Effizienz der Heizung beeinträchtigen, da sie die Wärmeübertragung stört. Das bedeutet, dass Ihre Heizung härter arbeiten muss, um den Raum zu wärmen, was zu höheren Energiekosten führt.

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerken, ist es ratsam, Ihre Fußbodenheizung so bald wie möglich zu entlüften. Dies stellt sicher, dass sie effizient arbeitet und hilft, die Lebensdauer des Systems zu verlängern.

Die einzelnen Schritte zum Entlüften Ihrer Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung zu entlüften ist im Allgemeinen ein einfacher Vorgang, der jedoch je nach Hersteller und Modell variieren kann. Deshalb ist es ratsam, sich vor der Entlüftung ausführlich von einem Heizungsfachpersonal einweisen zu lassen, um mögliche Fehler zu vermeiden. Eine falsche Entlüftung kann zu ernsthaften Schäden an der Heizungsanlage führen und die Effizienz der Anlage beeinträchtigen.

Es ist wichtig zu beachten, dass etwas handwerkliches Geschick erforderlich ist, um eine Fußbodenheizung zu entlüften. Die Kosten für die Entlüftung können je nach Größe der Heizung und dem erforderlichen Aufwand variieren und liegen in der Regel zwischen 50 und 150 Euro (nur Entlüftung, ohne Spülen). Beachten Sie jedoch, dass dies nur ein Richtwert ist und die Preise regional unterschiedlich sein können.

Insgesamt ist die Entlüftung einer Fußbodenheizung ein wichtiger Schritt, um eine effiziente Heizleistung und eine lange Lebensdauer der Anlage sicherzustellen. Ob Sie es selbst durchführen oder Fachpersonal beauftragen, achten Sie darauf, dass es richtig gemacht wird.

Vorbereitung zum Entlüften der Fußbodenheizung

Beim Entlüften einer Fußbodenheizungsanlage sollten bestimmte Schritte beachtet werden, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Zunächst benötigen Sie zwei Wasserschläuche und qualitativ hochwertiges Wasser, welches den Vorgaben der VDI 2035-Richtlinie entspricht. Gegebenenfalls muss das Wasser für die Entlüftung der Fußbodenheizung speziell aufbereitet werden. Es ist empfehlenswert, sich im Vorfeld ausreichend zu informieren, um die nötige Expertise zu erlangen. Für Heimwerkende ist es relativ einfach, zwei Wasserschläuche mit passenden Anschlüssen zu besorgen.

**Wichtig:** Für das Spülen der Heizung ist besonders sauberes Wasser erforderlich. Das in Trinkwasser enthaltene Kalzium und andere Bestandteile können Ablagerungen und Korrosion in der Heizungsanlage eher verstärken als beseitigen. Deshalb muss die Härte des Wassers, die Leitfähigkeit und der pH-Wert des Spülwassers strengen Anforderungen genügen. Hierfür ist speziell aufbereitetes Wasser notwendig.

Zusätzlich benötigen Sie einen Auffangbehälter für das Spülwasser und eine leistungsstarke Pumpe. Im Handel sind Spül- und Befüllstationen erhältlich, die mit allen benötigten Komponenten ausgestattet sind. Andere Behältnisse oder Ausstattungen sollten vermieden werden, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Beachten Sie diese Schritte, um Ihre Fußbodenheizung erfolgreich zu entlüften.

Schritt 1: Heizung ausschalten

Bevor mit dem Entlüften begonnen wird, sollte die Heizungsanlage ausgeschaltet werden, um Verletzungen durch heißes Wasser zu vermeiden.

Schritt 2: Hähne, Ventile und Heizkreise schließen

Zunächst sollten alle Kugelhähne der Verteilung sowie die Ventile der einzelnen Heizkreise geschlossen werden, um mit der Entlüftung zu beginnen. Anschließend wird der erste Wasserschlauch mit einem Zapfventil am KFE-Hahn des Vorlaufverteilers angeschlossen und der zweite Schlauch am Rücklauf des Verteilers befestigt. Das Ende dieses Schlauchs sollte in einen geeigneten Auffangbehälter oder Abfluss führen. Danach müssen die Kugelhähne für den Vor- und Rücklauf am Heizkreisverteiler sowie die Ventile der einzelnen Heizkreise im Rücklauf geschlossen werden. Da die Absperrventile oft schwer zu bewegen sind, sollten Sie diese behutsam und ohne Gewalt drehen. Mit diesen Schritten ist die Fußbodenheizung bereit für die Entlüftung.

Schritt 3: Wasserschläuche anschließen

Nun können Sie die beiden Wasserschläuche anschließen. Der erste Schlauch verbindet den KFE-Hahn des Vorlaufs im Heizkreisverteiler mit dem Zapfventil Ihrer Wasserquelle. Der zweite Schlauch wird vom KFE-Hahn des Rücklaufs zum Auffangbehälter für das Spülwasser geführt. Es ist wichtig, dass der Auffangbehälter groß genug ist, um das gesamte Spülwasser aufzufangen. Sobald die Wasserschläuche angeschlossen sind, können Sie mit dem Spülen der Heizungsanlage beginnen.

Schritt 4: Die einzelnen Heizkreise spülen

Um die Fußbodenheizung zu entlüften, müssen Sie nacheinander jeden Heizkreis öffnen und spülen, bis keine Luft mehr in der Leitung ist. Beginnen Sie mit dem ersten Heizkreis am Rücklaufverteiler und spülen Sie ihn so lange, bis nur noch Wasser aus dem Schlauch in den Behälter fließt. Schließen Sie den ersten Heizkreis, bevor Sie den nächsten öffnen. Wiederholen Sie diesen Vorgang für jeden Heizkreis, bis alle gelüftet sind.

Wichtig ist, dass immer nur ein Heizkreis geöffnet ist und alle anderen geschlossen sind, bevor ein neuer geöffnet wird. Sobald alle Heizkreise entlüftet sind, können Sie die Wasserschläuche entfernen.

Beim Spülen einer Heizungsanlage ist es wichtig, den richtigen Druck einzuhalten. Ein Druck von 2,5 bar sollte dabei auf keinen Fall überschritten werden, da es sonst zu Schäden an der Anlage kommen kann.

Schritt 5: Heizung einschalten, Funktionsprüfung und Nachbereitung

Sind alle Heizkreise entlüftet und die Schläuche entfernt, können Sie die KFE-Hähne wieder schließen und den Heizkreisverteiler in seinen Ursprungszustand zurücksetzen. Anschließend ist es wichtig, die Einstellungen der Fußbodenheizung zu überprüfen sowie die Druckverhältnisse in den Leitungen im Auge zu behalten, um zukünftige Luftansammlungen zu vermeiden. Ein hydraulischer Abgleich sorgt für einen gleichmäßigen Durchfluss in allen Räumen und ist somit essenziell für eine optimal funktionierende Fußbodenheizung.

Prüfen Sie abschließend noch einmal alle Einstellungen und setzen Sie die Heizung wieder in Betrieb. Es kann einige Minuten dauern, bis sie wieder tadellos läuft. Nun können Sie beruhigt die wohltuende Wärme der Fußbodenheizung genießen und sich entspannen.

Tipps für die regelmäßige Wartung Ihrer Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung ist eine Investition in den Komfort Ihres Zuhauses. Damit sie über Jahre hinweg effizient arbeitet und für ein angenehmes Raumklima sorgt, ist regelmäßige Wartung unerlässlich.

Wie oft sollte man die Fußbodenheizung entlüften?

Generell empfiehlt es sich, die Fußbodenheizung mindestens einmal jährlich zu entlüften, idealerweise vor Beginn der Heizsaison im Herbst. So stellen Sie sicher, dass Ihre Heizung optimal in die kalte Jahreszeit startet.

Wenn Sie jedoch feststellen, dass sich in kurzen Abständen immer wieder Luft in der Heizung ansammelt, sollten Sie die Ursache hierfür von Fachpersonal überprüfen lassen.

Weitere Wartungstipps für eine effiziente Fußbodenheizung

Regelmäßige Kontrolle des Wasserdrucks: Der Wasserdruck in Ihrem Heizsystem sollte regelmäßig überprüft werden. Ein zu niedriger Druck kann ein Anzeichen für ein Leck oder andere Probleme sein.

Reinigung des Systems: Über die Jahre können sich Schlamm und Ablagerungen in den Rohren ansammeln. Eine regelmäßige Spülung des Systems hilft, diese Ablagerungen zu entfernen und die Effizienz der Heizung zu erhalten.

Thermostat überprüfen: Ein gut funktionierender Thermostat sorgt dafür, dass die gewünschte Raumtemperatur konstant gehalten wird. Überprüfen Sie regelmäßig, ob der Thermostat korrekt arbeitet und kalibrieren Sie ihn bei Bedarf neu.

Isolierung überprüfen: Eine gute Isolierung sorgt dafür, dass die Wärme im Raum bleibt und nicht unnötig verloren geht. Überprüfen Sie die Isolierung in Ihrem Zuhause und ergänzen oder ersetzen Sie sie bei Bedarf.

Fachpersonal konsultieren: Es ist ratsam, Ihre Fußbodenheizung alle paar Jahre von Fachpersonal überprüfen zu lassen. Dieses kann potenzielle Probleme frühzeitig erkennen und beheben.
Durch regelmäßige Wartung und Pflege stellen Sie sicher, dass Ihre Fußbodenheizung effizient arbeitet, Energiekosten gesenkt werden und Sie ein angenehmes Raumklima genießen können.