Trinkwasser für unsere Region

Wasser ist mehr als nur eine Ressource. Wasser ist ein Lebensmittel - im wahrsten Sinne des Wortes. Und deswegen für uns eine Herzensangelegenheit.

Unsere Verantwortung für eine einwandfreie Trinkwasserversorgung

Mit unserer Netzgesellschaft Badenova Netze versorgen wir täglich rund 678.000 Menschen mit frischem und reinem Trinkwasser. Mit eigenen Wasserwerken und Verteilungsnetzen übernehmen wir die Wasserversorgung in Freiburg und Lahr als Vollversorger. Als Lieferant stellen wir aber auch Weiterverteilern einwandfreies Trinkwasser zur Verfügung oder kümmern uns als Dienstleister im Auftrag einer Gemeinde um den Betrieb und die Instandhaltung der Versorgungsanlagen.

Als größter Wasserversorger Südbadens sehen wir uns außerdem in der Verantwortung, unser Wissen über Wasser weiterzugeben - und so für einen nachhaltigen Umgang mit dieser wertvollen Ressource zu sorgen.

  • Trinkbrunnen am Wasserschlössle

    Wasserversorgung für Städte und Gemeinden

    In Südbaden versorgen wir zwei Konzessionen und 47 betriebsgeführte Kommunen mit Trinkwasser. Erfahren Sie mehr über unser Versorgungsgebiet und unser Engagement für sauberes und hochqualitatives Trinkwasser.

  • Fluss im Sonnenuntergang

    Wasserschutz

    Wasserschutz beginnt vor Ort: Erfahren Sie, wie wir unser Trinkwasser nachhaltig schützen - und wie Sie selbst zu einem schonenden Umgang mit Wasser beitragen können.

  • Wasserzähler in der Schrägansicht

    Wasserzähler

    Wasserzähler messen den Verbrauch und sind Basis der Abrechnung. Wie sie funktionieren und was beim Ablesen zählt, erfahren Sie hier.

  • Wasserglas Wasserschlössle

    Wasserhärte

    Hartes oder weiches Wasser – was bedeutet das eigentlich? Wir erklären, was Wasserhärte ist und worin die Unterschiede liegen.

Wasserschlössle im Sonnenschein

Unsere Wasserwerke und Wasseranlagen

Dass sauberes, frisches Trinkwasser zu jeder Tageszeit aus dem Hahn fließt, ist für uns selbstverständlich. Doch was steckt eigentlich dahinter und wo kommt unser Wasser her?

Wasserwerke sind Anlagen, in denen Trinkwasser gewonnen und aufbereitet wird. Anschließend wird es in Trinkwasserspeichern gesammelt, bevor es durch das Versorgungsnetz in die Haushalte fließt. Um die Menschen in unserem Netzgebiet zuverlässig mit bestem Trinkwasser zu versorgen, nutzen wir verschiedene Wasserwerke und Anlagen. Einige von ihnen sind bereits seit 150 Jahren in Betrieb und stehen unter Denkmalschutz. Unten finden Sie eine unserer Wasserwerke und -anlagen mit weiteren Details.

Das von 1873 bis 1876 erbaute Wasserwerk Ebnet versorgt die Einwohnenden im Freiburger Osten. Dazu wird Wasser in unterschiedlicher Tiefe mit zwei Grundwasser-Sammlern sowie neun Tiefbrunnen gefasst und anschließend an die Oberfläche befördert. Vom Wasserwerk gelangt es ganz ohne Energieeinsatz durch natürliches Gefälle in den Trinkwasser-Hochbehälter am Schlossberg sowie das Wasserschlössle im Sternwald. In diesen Trinkwasserspeichern wird das Wasser zwischengespeichert, um dann durch das Trinkwassernetz zu den Verbrauchenden geleitet zu werden.

Unser Trinkwasser verfügt bereits auf natürliche Weise über höchste Qualität laut den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen. In Ebnet neutralisieren wir jedoch zusätzlich die im Wasser enthaltende Kohlensäure, die die Rohre angreifen würde, mit Kalkmilch. Zudem wird das Wasser entkeimt, um jederzeit die bestmögliche Qualität sicherstellen zu können.

Aktuell wird das Wasserwerk in Ebnet neu gebaut, um auch in Zukunft eine nachhaltige und zuverlässige Wasserversorgung des Freiburger Ostens zu gewährleisten.

Trinkwasserhochbehälter am Freiburger Schlossberg
Trinkwasserbehälter am Schlossberg in Freiburg

Der Hochbehälter am Schlossberg gehört zu den ältesten und bedeutendsten Elementen der Trinkwasserversorgung für die Freiburger Altstadt. Er wurde in den Jahren 1874 – 1876 aus rotem Sandstein und Mörtel mit Dreisamsand erbaut. Die beiden Wasserkammern bestehen aus vier langen Tonnengewölben, die über kleine Durchgänge miteinander verbunden sind. Diese historische und technisch aufwändige Bauweise ist für die Trinkwasserspeicher in der Region etwas ganz Besonderes und wird heute so auch nicht mehr umgesetzt. Einige Teile des Hochbehälters stehen deshalb unter Denkmalschutz.

Jeden Tag wird er mehrmals mit frisch aufbereitetem Trinkwasser aus dem Wasserwerk Ebnet befüllt. Insgesamt können die beiden Wasserkammern ca. 3.400 m3 Trinkwasser speichern, das entspricht 3,4 Mio. Litern oder knapp 23.000 vollen Badewannen.

Gemeinsam mit dem Wasserschlössle im Sternwald versorgt der Hochbehälter am Schlossberg so täglich über 30.000 Haushalte östlich der Güterbahnlinie von der Wiehre bis nach Zähringen mit frischem Trinkwasser. Aktuell werden die Wasserkammern aufwendig saniert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Das Herzstück der Sanierung stellt die Innenauskleidung mit Polyethylen-Platten dar, um weiterhin eine hygienische und dichte Wandung des Hochbehälters sicherzustellen. Polyethylen besitzt sehr gute Reinigungseigenschaften und ist selbstverständlich für die Anwendung im Trinkwasserbereich zugelassen und zertifiziert.

Das verwunschene Wasserschlössle liegt mitten zwischen den Bäumen des Sternwalds oberhalb des Freiburger Stadtteils Wiehre. Es dient neben dem Hochbehälter am Schlossberg als weiterer Trinkwasserspeicher für den Freiburger Osten. 1895 begann man aufgrund der wachsenden Bevölkerung und dem Anschluss von immer mehr Haushalten an das Wassernetz mit dem Bau dieses zusätzlichen Hochbehälters. Mit der Fertigstellung des Wasserschlössles im Jahr 1896 hat Freiburg seinem Trinkwasser ein imposantes Denkmal gesetzt. Die Bauweise des Wasserschlössle ist einem alten Stadtsiegel aus dem Jahre 1245 nachempfunden, das bis heute auf den alten gusseisernen Kanaldeckeln in der Freiburger Innenstadt zu finden ist. Kunstvoll gestaltete Brunnen, reich verzierte schmiedeeiserne Türen, drei Türme mit Zinnen, eine prunkvolle Quadersteinfassade aus hellem Sandstein und andere architektonische Details erwarten den Besucher. Kaum jemand vermutet hinter der historischen Fassade in idyllischer Lage eine Versorgungsanlage für Trinkwasser. Der Hochbehälter „Wasserschlössle“ wurde 2010 generalsaniert.

Hinter seiner Fassade befindet sich eine Vorkammer, dahinter zwei Wasserkammern. Die große Wasserkammer ist 33 Meter tief, sechs Meter hoch und 46 Meter lang. Der maximale Wasserstand beträgt 4 Meter. Sie fasst insgesamt ca. 3.800 m3 Wasser und wird aus dem Wasserwerk Ebnet gespeist. Das Wasserschlössle versorgt durch natürliches Gefälle die Wiehre und die Freiburger Altstadt. Der Tagesbedarf liegt bei ca. 45.000 m3.

Im Innern ist außerdem ein kleines Museum eingerichtet, das über die Freiburger Wasserversorgung informiert. Jedes Jahr findet im Sommer ein besonderes Highlight statt: das Wasserschlössle-Fest. An diesem Tag dreht sich alles um das Element Wasser. Unsere Expert:innen geben spannende Einblicke für Groß und Klein, regionale Bands sorgen für musikalische Unterhaltung und besonders für Familien werden viele Spiele und Programmpunkte geboten.

Ein Einblick in das Freiburger Wasserschlössle
Ein Blick in das Innere des Wasserschlössle.

Wasserwerk Hausen
Wasserwerk Hausen an der Möhlin

Das Wasserwerk in Hausen an der Möhlin versorgt den Freiburger Westen sowie viele Umlandgemeinden.

Größere Wasservorkommen im Hausener Raum wurden schon früh vermutet. 1963–1964 wurden Bohrungen bis zu 120 m Tiefe und erste Pumpversuche durchgeführt, die die Erwartungen übertrafen. Es zeichnete sich ab, dass man in Hausen auf ein riesiges Grundwasserreservoir mit Wasser hervorragender Qualität gestoßen war. In seinem Einzugsgebiet befinden sich die ergiebigsten Reserven in Mitteleuropa bzw. die zweifache Menge des Bodensees.

Mit der Fertigstellung des Wasserwerks Hausen im Jahr 1971 erhielt die Freiburger Wasserversorgung ein zweites Standbein neben dem Wasserwerk Ebnet. Dies war notwendig, da die Stadt Freiburg zuvor kräftig gewachsen war und damit auch der Bedarf an Trinkwasser.

Im Wasserwerk Hausen wird das Wasser aus sechs Brunnen gefördert. Diese Brunnen haben eine Tiefe von 80 – 120 Metern. Aus fünf der sechs erbohrten Tiefbrunnen werden heute über 9 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich nach Freiburg gepumpt. Weitere rund 9 Millionen Kubikmeter Wasser erhält die Stadt nach wie vor aus dem Dreisamtal. Die leistungsfähigen Hausener Pumpen bewältigen die gesamte Strecke nach Freiburg und überwinden noch einen Höhenunterschied von rund 110 Metern zum Hochbehälter am Schönberg.

Das Grundwasser stammt vom Belchen bzw. Münstertal und hat eine so gute Qualität, dass es nicht aufbereitet werden muss. Um die hohen Hygieneanforderungen sicherzustellen, wurde im Jahr 2022 zur Sicherheit eine abschließende Desinfektion mit UV-Licht eingebaut. Damit die hohe Qualität so bleibt, liegt das Wasserwerk Hausen in einem Wasserschutzgebiet. Dort gelten besondere Auflagen, unter anderem für die Landwirtschaft.

Das Wasserwerk Galgenberg versorgt die Kernstadt von Lahr sowie die Ortsteile Langenwinkel, Mietersheim, Kippenheimweiler, Hugsweiler und Sulz. Die Ortsteile Kuhbach und Reichenbach werden durch jeweils eigene Wasserwerke versorgt, die von der Giesenquelle, der Eichbergquelle und der Talquelle gespeist werden.

Ende der 1980er- und in den 1990er-Jahren wurde in Lahr die heutige Trinkwasser-Infrastruktur mit dem Wasserwerk Galgenberg als zentralem Element geschaffen, um dem Trinkwasserbedarf der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Dafür wurden insgesamt 38 Millionen D-Mark investiert. Die Nachricht vom Abzug der kanadischen Streitkräfte 1994 hat die Planer vor eine große Herausforderung gestellt, denn plötzlich fehlten tausende Einwohnende und das Trinkwassernetz war deutlich überdimensioniert. Zeitweise musste das System regelmäßig aufwändig durchgespült werden, damit es trotz fehlenden Durchflusses am Laufen blieb. In den folgenden Jahren hat sich dieses Ungleichgewicht durch Zuzüge von Bürger:innen wieder ausgeglichen.

Heute versorgt das Wasserwerk Galgenberg ca. 44.000 Menschen zuverlässig mit bestem Trinkwasser. Pro Stunde liefert es dabei bis zu 860 m3 Wasser.

Das Wasserwerk in Lahr-Reichenbach, idyllisch am Eichberg gelegen, gewinnt das Trinkwasser aus den Reichenbacher Talquellen und den Eichbergquellen. Das Quellwasser wird in einer Rohwasserkammer gesammelt und anschließend aufbereitet. Danach dienen vier Reinwasserkammern mit einer Kapazität von bis zu 850.000 Litern als Zwischenspeicher, bevor das Trinkwasser ins lokale Versorgungsnetz und weiter zu jedem einzelnen Verbraucher gelangt.

Seit 2015 verfügt das Wasserwerk über eine neue, hochmoderne Ultrafiltrationsanlage, die kleinste Trübungen und Partikel im Wasser, die das bloße Auge längst nicht mehr wahrnehmen kann, abfangen kann. Pro Stunde können ca. 36 m3 Trinkwasser aufbereitet und so die Wasserversorgung in Reichenbach verbessert und langfristig gesichert werden.

Im Wasserwerk in Lahr-Kuhbach wird ebenfalls Quellwasser auf Trinkwasserqualität aufbereitet. Hier stammt das Wasser aus der Giesenquelle. Zusätzlich zur Versorgung der Bürger:innen in Kuhbach, erfüllt das Wasser aus der Giesenquelle eine weitere wichtige Aufgabe: Es wird über Leitungen zum zentralen Wasserwerk Galgenberg gepumpt und dort beigemischt. Das Wasser aus der Giesenquelle ist im Vergleich zum dortigen Wasser aus dem Kaiserwaldbrunnen sehr weich. Das Mischverhältnis trägt also dazu bei, die Wasserhärte für die Lahrer Haushalte niedrig zu halten.