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Trinkwasserschutz: Vorsorge und aktive Maßnahmen
Wasserschutz beginnt vor Ort: Erfahren Sie, wie wir unser Trinkwasser nachhaltig schützen und für höchste Qualität sorgen.
Regelmäßige Kontrollen, hohe Qualität
Sauberes, frisches Trinkwasser direkt aus dem Wasserhahn ist für uns selbstverständlich. Genauso selbstverständlich ist es für uns als Wasserversorger, dieses kostbare Gut aus Tiefbrunnen und Quellen ständig zu kontrollieren und so die hohe Trinkwasserqualität zu garantieren – heute und für zukünftige Generationen.
Wir versorgen tagtäglich über 678.000 Menschen mit frischem und reinem Grundwasser aus der Region. Damit das Wasser zuverlässig aus der Leitung kommt, investieren wir bis 2030 jährlich rund 21 Millionen Euro in das rund 1.825 Kilometer lange Wasser- und Abwassernetz, Trinkwasserspeicher und Pumpanlagen sowie regelmäßige Qualitätskontrollen im Labor. Erfahren Sie hier mehr rund um das Thema Wasser- und Gewässerschutz:
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Wie wird die Trinkwasserqualität überwacht?
Strenge Kontrollen und moderne hygienische Technik gewährleisten die gleichbleibend hohe Qualität unseres Trinkwassers. Jedes Jahr lassen wir mehrere tausend Wasserproben im Labor untersuchen – und diese bestätigen immer wieder: Unser Trinkwasser ist von einwandfreier Qualität.
Die Messwerte liegen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten – gut für uns alle und für die Umwelt. Als Trinkwasserversorger in Freiburg, Lahr, Offenburg und in zahlreichen weiteren Städten und Gemeinden verzichten wir auf den Einsatz von Chlor. Außerdem wird unser Trinkwasser durch ausgewiesene Wasserschutzgebiete geschützt.
Welche Arten von Wasser gibt es - und wie werden sie überwacht?
Die Parameter zur Qualitätskontrolle variieren je nach Art des Wassers. Dabei unterscheidet man zwischen Grundwasser, Rohwasser und Trinkwasser.
Grundwasser
Das Grundwasser beschreibt die unterirdische Ansammlung von Wasser, das größtenteils durch versickerte Niederschläge gebildet wird.
Rohwasser
Unter Rohwasser versteht man unbehandeltes Wasser, das einem Gewässer (Grundwasser oder Oberflächenwasser wie Flüsse oder Seen) zur Nutzung als Trinkwasser entnommen wird.
Trinkwasser
Trinkwasser ist das (sofern erforderlich) aufbereitete Rohwasser, das nach Abgabe an die Verbraucher zum Trinken, zur Zubereitung von Speisen oder zu anderen häuslichen Zwecken wie zum Beispiel zur Körperpflege oder zum Waschen bestimmt ist. In manchen Regionen ist die Qualität des Rohwassers schon so gut, dass es nicht extra aufbereitet werden muss, damit wir es als Trinkwasser verwenden können.
Was wird geprüft?
Regelmäßige Laboruntersuchungen sichern die gleichbleibend hohe Wasserqualität. Dabei werden Trink- und Rohwasser beprobt sowie das Wasserschutzgebiet (WSG) überwacht. Untersucht werden zahlreiche Qualitätsparameter:
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WSG-Monitoring
Untersuchung der Schutzgebiete
- Messung der Grundwasserstände
- Untersuchung von Grundwasserproben auf Pflanzenschutzmittel und deren Metabolite sowie Nitrat
- Prüfung auf relevante Stoffe z. B. Glyphosat und Arzneimittel
- Schutzgebietsbegehungen
Wasserprobe
Untersuchung des Rohwassers
- Chemisch-physikalische Vollanalyse inkl. Pflanzenschutzmitteln und deren Metaboliten
- Nitratgehalt
- Messung der Quellschüttungen
- Überwachung der Grundwasserentnahme
Wasserprobe
Untersuchung des Trinkwassers
- Chemisch-physikalische Vollanalyse inkl. Pflanzenschutzmitteln und deren Abbauprodukten (Metaboliten)
- Untersuchung der Mikrobiologie
- Prüfung auf relevante Stoffe z. B. Mikroplastik, PFCs, Glyphosat und AMPA
Aktuelle Trinkwasseranalysen
Für die Städte und Gemeinden, in denen wir für die Wasserqualität verantwortlich sind, stellen wir regelmäßig ausführliche Analysen zur Verfügung. Informationen zur Trinkwasserqualität erhalten Sie auch bei Ihrer Gemeinde oder beim zuständigen Wasserversorger.
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Was kann ich zuhause für den Wasserschutz tun?
Sorgsam und nachhaltig mit Wasser umzugehen ist ganz einfach: Wasser sollte man möglichst sauber zurückgeben. Das heißt, das Abwasser nicht mit Dingen zu befrachten, die nicht hinein gehören. Die Toilette ist keine Müllkippe. Dazu hat der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) sogar einen Slogan kreiert.
Nur der Po gehört auf's Klo
Hygieneartikel, Speisereste, Farben, Chemikalien oder Medikamente gehören deshalb nicht ins Abwasser. Erfahren Sie, wie Sie im Alltag durch richtige Entsorgung und einige Tipps ganz einfach zum Schutz unseres Wassers und dessen Qualität beitragen können:
Wie hängen Wasser-, Natur- und Umweltschutz zusammen?
Beim Wasser- und Gewässerschutz geht es nicht nur um die Qualität, die Reinheit und die zuverlässige Verfügbarkeit unseres Trinkwassers. Auch weitere Aspekte wie
- die Erhaltung der Biodiversität
- der Klimaschutz
- eine nachhaltige Landwirtschaft
- der Aufbau und Erhalt eines gesunden Bodens
tragen maßgeblich dazu bei. Erfahren Sie mehr:
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Wasser- und Naturschutz beim Wasserwerk Ebnet
Unser Wasserwerk in Freiburg Ebnet befindet sich im FFH-Gebiet „Kandelwald, Roßkopf und Zartener Becken“, das Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes
ist. FFH-Gebiete sind speziell ausgewiesene Natur- und Landschaftsschutzgebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie beurteilt wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensräumen (Habitaten) dienen.
Die rund um das Wasserwerk vorkommenden artenreichen Flachlandmähwiesen stehen unter Schutz und dürfen nur extensiv bewirtschaftet werden. In einem praxisorientierten Bewirtschaftungsversuch des Umweltschutzamtes der Stadt Freiburg haben wir im Dialog mit den landwirtschaftlichen Bewirtschaftern und der Landwirtschaftsverwaltung des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald nach Lösungen gesucht, um sowohl die Ziele des Wasser- und Naturschutzes als auch eine kostendeckende landwirtschaftliche Nutzung in diesem Gebiet zu erreichen.
Vielfalt durch Wiesendrusch
Darüber hinaus haben wir uns zur Aufgabe gemacht, in Zusammenarbeit mit Naturschutz-Experten mäßig artenarme Fettwiesen mittels Wiesendrusch zu artenreichen Flachlandmähwiesen zu entwickeln. Damit soll dem schleichenden Verlust der Mähwiesen in Baden-Württemberg entgegengewirkt und die artenreichen Lebensräume erhalten beziehungsweise wiederhergestellt werden.
Mit Mähdreschern werden von Juni bis Oktober Samen natürlicher, artenreicher Wiesen unterschiedlicher Ausprägung gedroschen. Das Druschgut wird getrocknet und gelagert und anschließend auf die artenärmeren Wiesen in der gleichen Region ausgebracht. Diese Maßnahme ist ein Beispiel für
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Fallen zur Wasserversorgung nämlich notwendige Baumaßnahmen an, werden vorab naturschutzfachliche Gutachten erstellt und entsprechende Kompensationsmaßnahmen durchgeführt. Für die Gutachten wird ein Landschaftsplanungsbüro beauftragt, das beispielsweise eine Artenschutzrechtliche Prüfung erstellt oder eine Untersuchung der Verträglichkeit mit dem FFH-Gebiet durchführt.
Unser Video-Tipp: Artenvielfalt im FFH-Schutzgebiet
Wie vielfältig die Natur rund um Freiburg ist, zeigen die Naturfilmer Robert Brinkmann und Paul Köhler in einem 13-minütigen Dokumentarfilm, den das Regierungspräsidium Freiburg in Auftrag gegeben hat. Sie nehmen die Zuschauer mit auf einen Flug über den Kandelgipfel, den Roßkopf und das Zartener Becken und tauchen mit der Kamera in die versteckten Lebensräume gefährdeter Tier- und Pflanzenarten im FFH-Schutzgebiet "Kandelwald, Roßkopf und Zartener Becken" ein.
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In 3
Wasserschutzzonen werden Wasserschutzgebiete unterteilt
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354
ist das Richtzeichen der deutschen StVO für Wasserschutzgebiete.
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2.300
Wasserschutzgebiete gibt es in Baden-Württemberg.
Was ist ein Wasserschutzgebiet?
Um die für die öffentliche Wasserversorgung genutzten Wasservorkommen vor Verunreinigungen zu schützen, werden im Einzugsbereich der sogenannten Wasserfassungen Wasserschutzgebiete (WSG) festgesetzt. Im Wasserhaushaltsgesetz (WHG) in den §§ 50 – 53 sind die öffentliche Wasserversorgung, die Wasserschutzgebiete und der Heilquellenschutz gesetzlich definiert.
Wasserfassungen sind bauliche Anlagen zur Gewinnung von Wasser aus Grundwasser, Quellen oder fließendem Gewässer. Dazu zählen im Versorgungsgebiet zum Beispiel unsere Wasserwerke in Hausen an der Möhlin und Freiburg Ebnet.
Jedes Wasserschutzgebiet wird durch das Richtzeichen 354 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) der Bundesrepublik Deutschland als solches ausgewiesen.
Was darf man in einem Wasserschutzgebiet und was nicht?
In den in der Regel von den Unteren Wasserbehörden (Land- und Stadtkreise) ausgewiesenen Wasserschutzgebieten gelten festgelegte Handlungsbeschränkungen und Verbote.
Über die Unterteilung in drei Wasserschutzzonen wird genau definiert, was in den einzelnen Zonen erlaubt ist und was nicht:
Wasserschutzzone I (Fassungsbereich): Diese Wasserschutzzone umfasst die Fläche im Radius von 10 Metern um die Förderbrunnen. Jegliche Nutzung ist hier untersagt.
Wasserschutzzone II (Engere Wasserschutzzone): Die Grenze ist so gesetzt, dass die Fließzeit des Grundwassers vom äußersten Rand der Wasserschutzzone II bis zum Förderbrunnen mindestens 50 Tage beträgt. In dieser Zeit sterben pathogene Mikroorganismen wie z. B. Parasiten und Bakterien ab und Gefahren durch Krankheitserreger können vermieden werden.
Wasserschutzzone III (Weitere Wasserschutzzone): Diese Wasserschutzzone wird, je nach Gebietsgröße, nochmal in eine engere Wasserschutzzone III A und eine weitere Wasserschutzzone III B unterteilt. Sie entspricht normalerweise dem Grundwassereinzugsgebiet der Förderbrunnen, so dass die gesamte Entnahmefläche vor besonderen Verunreinigungen geschützt ist.
Die Abgrenzung der Schutzzonen wird nach hydrogeologischen Gegebenheiten durchgeführt.
Über die Wasserschutzgebiet-Karte
Alle Wasserschutzgebiete sind kartiert. Allein in Baden-Württemberg gibt es rund 2.300 rechtskräftig festgesetzte Wasserschutzgebiete mit einer Fläche von insgesamt ca. 9.500 km². Eine Liste der Wasserschutzgebiete in Baden-Württemberg gibt Aufschluss über die Lage. Noch detaillierteres Wissen, wie z. B. die Grundwasserstände Baden-Württemberg, bietet der Daten- und Kartendienst der Landesanstalt Umwelt Baden-Württemberg.
Die folgenden Karten zeigen die Wasserschutzgebiete rund um Freiburg und Lahr im Zuständigkeitsbereich der Badenova Netze. In Freiburg umfassen diese unsere Wasserwerke in Hausen an der Möhlin und in Freiburg Ebnet sowie die Quellen am Fuße des Schauinsland und im Freiburger Stadtteil Kappel. Auch in Lahr wird das Trinkwasser aus verschiedenen Tiefbrunnen und Quellen gewonnen, deren Umgebung jeweils als Wasserschutzgebiet ausgewiesen ist.
Unsere Wasserschutzgebiete in Freiburg und Lahr
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Wasserschutzgebiete rund um Freiburg
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Wasserschutzgebiete rund um Lahr
Auflagen und Verordnungen
Unsere Wasserschutzprojekte
Seit vielen Jahren engagieren wir uns gemeinsam mit anderen Unternehmen, Bürgern oder Landwirten in unterschiedlichsten Projekten in der Region.
Durch den Badenova Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz werden jedes Jahr beispielgebende Umweltprojekte gefördert. Auch hier sind wir regelmäßig beteiligt und setzen uns gemeinsam mit den Projektpartnern für unsere Umwelt und Natur ein.
Erfahren Sie mehr zu einer Auswahl unserer Projekte!
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