2018-03

Wärmenetz der Zukunft - Intelligente Vernetzung mehrerer Wärmenetze 

Durch den Zusammenschluss und die intelligente Steuerung von zwei kleineren und einem großen Wärmenetz soll die Wärmeversorgung in Kehl ökologischer werden.

Unterirdische Baustelle mit freiliegenden Rohren, darunter isolierte und Metallabschnitte, in einem Betongraben verlegt.
Projektdaten
ProjektnameWärmenetz der Zukunft - Intelligente Vernetzung mehrerer Wärmenetze
Projektnummer2018-03
ProjektartBau & Anwendung
ProjektträgerWärmegesellschaft Kehl Gmbh & Co KG
Laufzeit bis
Fördersumme99.341 €

Wärmewende durch intelligente Vernetzung

Im Gegensatz zum Strommarkt verlief die Energiewende im Wärmebereich bislang nur schleppend. Das Projekt der Wärmegesellschaft Kehl hatte das Ziel, durch die Vernetzung bestehender kleinerer Wärmenetze und den Einsatz erneuerbarer Energien neue Impulse zu setzen. Mit einer zentralen Steuerung sollte ein ökologisches und ökonomisches Optimum erreicht und die Grundlage für eine flexible, dezentrale Wärmeversorgung geschaffen werden.

Steuerbare Erzeuger und Pufferspeicher

In einem Pilotprojekt wurden zwei kleinere Wärmenetze mit einem größeren verbunden. Zum Einsatz kamen verschiedene Wärmeerzeuger wie Blockheizkraftwerke (BHKWs), eine thermische Solaranlage, Spitzenlastkessel sowie zentrale und dezentrale Pufferspeicher. Die intelligente Steuerung ermöglichte es, Redundanzen zu schaffen und die Kraft-Wärme-Kopplung effizient zu nutzen. Auch Kapazitätsengpässe beim Anschluss neuer Kund:innen konnten durch die dezentrale Regelung überwunden werden. Langfristig bot das System die Möglichkeit, überschüssigen Wind- und Solarstrom im power-to-heat-Verfahren zur Wärmeversorgung einzusetzen.

Modell für weitere Wärmenetzbetreiber

Die ausführliche Evaluation der Ergebnisse zeigte, dass das Modell nicht nur technisch funktionierte, sondern auch wirtschaftlich attraktiv war. Es bot eine praxisnahe Lösung für viele Wärmenetzbetreiber in der Region und darüber hinaus. Das Projekt leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende und zur sektorenübergreifenden Verknüpfung von Strom und Wärme.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Der Bau von Fernwärmenetzen im innerstädtischen Bereich ist sehr komplex und man muss mit vielen unerwarteten Dingen rechnen, die den Terminplan beeinflussen und die Kosten schwer kalkulierbar machen und nicht selten zu großen Kostensteigerungen führen.

  • Ein Wärmeverbund schafft in Zukunft Möglichkeiten der Weiterentwicklung, die man bei der Planung noch gar nicht abschätzten kann. Zum Beispiel neue Wärmeanschlüsse an der Trasse, Erschließen neuer Wärmequellen, Erhöhte Versorgungssicherheit durch mehrere Anlagen, Ausbau der Anlagen, Wege in eine klimaneutrale Wärmeversorgung, etc.

  • Die unterschiedlichen Netzparameter (Druck, Temperatur, Wasserqualität) und unterschiedlichen Anlagenparameter (Art und Größe der Erzeugungsanlagen, Größe Pufferspeicher, Lastgänge, Primärenergiefaktoren, etc.) machen eine detaillierte Konzeption und einen abgestimmten Betrieb zwingend erforderlich.

Downloads und weitere Infos

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