2016-01

Pflanzenkohle als Maßnahme gegen Nitratauswaschung im Weinbau 

Um zu verhindern, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt, wurde der Einsatz von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft zur Bindung von Nitrat im Boden untersucht.

Ein Traktor pflügt ein weitläufiges, hügeliges Ackerland mit Reihen aus Erde. Die Einblendung zeigt eine Nahaufnahme des Traktors, der unter bewölktem Himmel das Land bearbeitet.
Projektdaten
ProjektnamePflanzenkohle als Maßnahme gegen Nitratauswaschung im Weinbau
Projektnummer2016-01
ProjektartForschung & Studien
ProjektträgerNachhaltigkeits-Projekte, Dr. Carola Holweg
Laufzeit bis
Fördersumme79.901 €

Nitratbelastung im Weinbau mit Pflanzenkohle senken

Das Projekt wurde von Frau Dr. Carola Holweg durchgeführt und hatte das Ziel, die Nitratbelastung im Grundwasser durch den Einsatz von Pflanzenkohle im Weinbau zu reduzieren. Untersucht wurde, ob Pflanzenkohle Stickstoff im Boden so bindet, dass weniger Nitrat ausgewaschen wird. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob sich ökologische und ökonomische Vorteile für die Betriebe ergeben und wie sich die Bodenqualität langfristig verbessern lässt.

Versuchsflächen und Methodik

Über drei Jahre hinweg testete das Projektteam verschiedene Versuchsanordnungen auf Rebflächen der Wein- und Sektgüter Norbert Helde in Sasbach-Jechtingen, des Weinguts Andreas Dilger in Freiburg St. Georgen, von Heinrich Gretzmeier in Merdingen sowie ab April 2017 auf einer Fläche des Weinguts Julian Zotz in Heitersheim. Die Pflanzenkohle wurde aus Gehölz aus Landschaftspflege und Naturschutzflächen hergestellt. Besonders untersucht wurde die Kombination von Pflanzenkohle mit Kompost, da sich dadurch Nährstoffe besser speichern und für die Reben verfügbar machen ließen.

Ergebnisse und Praxistests

Die Ergebnisse zeigten ein geringeres Auswaschungspotenzial von Nitrat, höhere Bodenwassergehalte und wirtschaftliche Vorteile durch eine geringe Ausbringmenge von 7,2 t/ha. Ein Praxistest im Februar 2019 bei Freiburg demonstrierte, wie Rebstockkohle direkt im Feld zu Pflanzenkohle verarbeitet und dem Boden rückgeführt werden kann. Die Idee, den Aufwand über CO₂-Kompensation zu finanzieren, ergänzte den nachhaltigen Ansatz des Projekts und zeigte Wege für eine ressourcenschonende Umsetzung im Weinbau.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Im 1. Jahr der Rebenneuanlage bewirkte Pflanzenkohle eine N-Retention über die Wintermonate (im Kaiserstuhl, Jechtingen, bei einem Hektaraufwand von 7,2 t). Das Auswaschungspotenzial von Nitrat in das Grundwasser ist damit geringer. Die Wirkung dauerte in den Folgejahren an.

  • Im 2. Standjahr wurden höhere Gehalte an N-Verbindungen im Most gemessen, die für die alkoholische Gärung und die Weinqualität wichtig sind. Dass hierfür schon eine Pflanzenkohlemenge von 7,2 t/ha ausreicht, die nur bei Rebzeilen nötig ist, bedeutet ökonomische Vorteile.

  • Bei hoher Pflanzenkohledosis waren die Bodenwassergehalte deutlich erhöht. Gemahlen nimmt Pflanzenkohle mehr Wasser auf als ungemahlen. Die Vorbehandlung mit Grünschnitt-Kompost und eine tiefe Einarbeitung in den Boden (z.B. per Spatenmaschine) verbessert die Effektivität der Pflanzenkohleanwendung.

Downloads und weitere Infos

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