2020-06

Elektro-Wasserstoff-Hybrid-Müllkraftwagen (EWH MKW) zur emissionsfreien Abfuhr 

Um die Stadtreinigung umweltfreundlicher zu gestalten, führt die ASF mit diesem Projekt die europaweit ersten Elektro-Wasserstoff-Hybrid-Müllabfuhren ein.

Ein grün-weißer Müllwagen, der auf einer Straße geparkt ist, mit Markenzeichen und Text an der Seite, in der Nähe eines modernen Gebäudes.
Projektdaten
ProjektnameElektro-Wasserstoff-Hybrid-Müllkraftwagen (EWH MKW) zur emissionsfreien Abfuhr
Projektnummer2020-06
ProjektartBau & Anwendung
ProjektträgerAbfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH
Laufzeit bis
Fördersumme150.000 €

Saubere Stadtreinigung durch elektrische Mobilität

Die Abfallwirtschaft Freiburg hatte ihr Engagement für eine umwelt- und klimafreundliche Entsorgung über mehrere Jahre hinweg deutlich ausgebaut. Da die kommunalen Fahrzeuge täglich im Stadtgebiet unterwegs waren, bot sich ein großes Potenzial zur Reduktion von Abgasen, Feinstaub und Stickoxiden. Bereits 2011 wurden erste Müllfahrzeuge mit diesel-elektrischem Hybridantrieb in Betrieb genommen. Im Jahr 2017 folgte eine besonders leise und emissionsarme Straßenkehrmaschine, die durch den Innovationsfonds gefördert wurde. Die positiven Erfahrungen mit dieser Technologie führten zur Anschaffung weiterer E-Kehrmaschinen und Streetscooter. Zwei dieser Fahrzeuge waren bereits im Einsatz und erledigten Transportaufgaben vollständig emissionsfrei.

Wasserstoff als Zukunftstechnologie im Schwerlastverkehr

Im Schwerlastbereich stellte die ASF sich der Herausforderung, emissionsarme Fahrzeuge mit ausreichender Reichweite zu betreiben. Gemeinsam mit dem Fahrzeugbauer FAUN wurde ein Konzept entwickelt, das Batterie und Wasserstofftank kombinierte. Die Brennstoffzelle diente als Reichweitenverlängerung und ermöglichte den Betrieb unabhängig von der lokalen Ladeinfrastruktur. Freiburg gehörte damit zu den ersten Städten in Europa, die ein Müllfahrzeug mit Wasserstofftechnologie einsetzten. Die ASF verfolgte damit konsequent das Ziel, die Stadtreinigung noch klimafreundlicher zu gestalten.

Einsparungen und Perspektiven für die Mobilitätswende

Durch den Ersatz von zwei Diesel-Müllkraftwagen durch Elektro-Wasserstoff-Hybridfahrzeuge konnten jährlich über 30 bis 40 Tonnen CO₂ und mehr als 20.000 Liter Diesel eingespart werden. Auch der Einsatz von Öl- und Schmierstoffen wurde reduziert, was dem Schutz des Grundwassers zugutekam. Die Fahrzeuge zeigten ähnliche Leistungswerte wie die bereits eingesetzten E-Kehrmaschinen. Es wurden bis zu 75 Prozent weniger Geräuschemissionen, 50 bis 70 Prozent weniger CO₂-Ausstoß und eine deutlich gesteigerte Energieeffizienz erreicht. Mit dem neuen Antriebskonzept konnte die ASF einen Mittelweg gehen, der schnelle Tankvorgänge und größere Reichweiten ermöglichte. Ein weiteres Innovationsprojekt zur Produktion von grünem Wasserstoff am Eichelbuck war bereits angestoßen worden. Würde die ASF nur die Hälfte ihrer Müllkraftwagen auf alternative Antriebe umstellen, könnten jährlich über 530 Tonnen CO₂ im Stadtgebiet eingespart werden.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Eine Umstellung auf klimafreundliche Antriebe ist mit wesentlicher Infrastruktur und hohen Investitionen verbunden. Probeweise ist das nicht möglich, nur ein Commitment zu einer Strategie macht es wirtschaftlich und umsetzbar.

  • Die Verkehrswende darf sich nicht auf eine Technologie oder einen Weg beschränken. Es gibt viele Technologien mit Ihren Vor- und Nachteilen, je nach Stärken müssen diese Technologien neben einander existieren können.

  • Es gibt viele positive Aspekte, die klimaneutrale Fahrzeuge mit sich bringen, aber es sind viele Akteure notwendig (Regierung, Hersteller, Kunden, Energielieferanten etc.), damit diese infrastrukturintensive Verkehrswende funktioniert und auch Kunden den tatsächlichen Nutzen und die positiven Effekte erfahren können.

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