Beim Heizen oder auch Kochen - Erdgas ist nicht nur vielfältig einsetzbar, sondern zudem auch ein umweltschonender Energieträger. Über ein Leitungsnetz tief in unserem Erdreich sind die Häuser an die Erdgasversorgung angeschlossen. Doch wie werden die unterirdischen Leitungen überprüft, ohne dass jedes Mal die gesamte Straße aufwändig aufgegraben werden muss?

Hier kommt Alexander Schlosser ins Spiel. Als Erdgasspürer bei unserer Netztochter bnNETZE kennt Alexander in Tuttlingen das Erdgasnetz wie kaum ein anderer. Der Grund: Turnusgemäß überprüft er jede einzelne Erdgasversorgungsleitung zur Sicherstellung einer verlässlichen Versorgung – dafür läuft er über 340 Kilometer pro Jahr. Wir haben ihn einen Tag lang begleitet.

Ionisations-Detektor zur Ortung von Gaslecks
Ausgestattet mit dem „Schnüffelgerät“ überprüft Alexander jede einzelne Erdgasversorgungsleitung

Tuttlingen, 27. April. Trotz Corona: Ein ganz gewöhnlicher Montagmorgen für Alexander Schlosser. Heute steht das Thema „Erdgasspürung“ auf dem Programm. Hierfür lässt er sich von seinen Kollegen an die Donau fahren. Ausgestattet mit einem Rucksack und einem „Schnüffelgerät“, auch Ionisations-Detektor genannt, zieht er los. Auf dem kleinen Bildschirm, den sich Alexander Schlosser umgehängt hat, sieht er seinen Standort, das Straßennetz sowie den Verlauf der unterirdischen Gasleitungen. Entlang der Leitung führt er die Messsonde über den Boden. Sie saugt die Bodenluft an. Piepsen tut sie erst dann, wenn in der eingesaugten Bodenluft drei Millionstel Teile Gas enthalten sind. Die Leitungen bringen ihn an so mach abgelegene Stelle. „Manchmal muss ich inmitten meterhoher Rapsölfelder laufen, wenn genau dort entlang die Leitung verläuft. Hin und wieder sind leider auch Brombeerhecken im Weg. Diese schneide ich dann erst weg, alles andere macht keine Freude“, erklärt Alexander.

Energieversorgung nachhaltig und sicher

Trotz des flächendeckenden Erdgasnetzes in Tuttlingen, ist die Anzahl der Lecks jedoch sehr gering. Die regelmäßige Überprüfung der unterirdischen Leitungen gehört zu den Standardvorgängen einer sicheren und nachhaltigen Erdgasversorgung. Mit speziellen Spürgeräten, die schon geringste Mengen von Erdgas nachweisen können, gehen unsere Experten – wie Alexander – zu Fuß sämtliche Leitungstrassen ab. Auf diese Weise entgeht den hochsensiblen Messgeräten keine einzige undichte Stelle. Ab einem Ausschlag von 50 ppm („Anteile pro Million“) schaue er genau hin, erklärt der gelernte Heizungsbauer. Mögliche Schäden oder Schwachstellen am Netz können auf diese Weise frühzeitig erkannt und sofort beseitigt werden. „Ich schaue mir die Stelle dann an und mache sie frei. Manchmal sind es auch nur verweste Blätter oder ein totes Tier, die für den Ausschlag gesorgt haben“, erklärt Alexander Schlosser.

Dennoch muss er jeder Auffälligkeit nachgehen. Ist nichts davon zu erkennen, markiert er auf dem Tablet dann den betroffenen Leitungsabschnitt. Anschließend bohrt er dort dann kleine Löcher in den Boden.

Wenn dort tatsächlich ein Leck ist und sich dadurch Gas angesammelt hat, kann er in den Löchern messen und ganz genau lokalisieren, wo sich das Leck befindet. Auch hier geht Sicherheit vor. Hat sich Gas angesammelt, sichert Alexander die Stelle sofort ab, öffnet sie und beseitigt dann die Undichtigkeit. Dank der punktgenauen überirdischen Lokalisierung muss die Erde zur Leitungsüberprüfung nicht aufgegraben werden. Diese Vorgehensweise gewährleistet nicht nur eine sichere Versorgung mit Erdgas – auch die Natur dankt. Das „Schnüffelgerät“ ermöglicht Leckagen bereits vor einem großen Ausfall aufzuspüren, zudem können kleinere Beschädigungen z. B. Undichtigkeit der Erdgasleitungen ohne große Eingriffe in die Natur bzw. die Straße erfolgen. Falls sich die Leckagen an einer Leitung jedoch häufen, muss die gesamte Erdgashauptleitung einschließlich der Hausanschlüsse neu verlegt werden. Hierfür muss dann tatsächlich die Straße aufgegraben werden.

340 Kilometer im Jahr

Meistens jedoch marschiert der Erdgasspürer mit der verlängerten „Nase“ auf dem Boden kilometerweit, ohne dass das Messgerät anschlägt. Bis zu 10 Kilometern schafft er meist pro Tag – jährlich um die 340 Kilometer. „Mein Job führt mich dabei an wunderschöne Orte, an denen ich zuvor noch nie gewesen bin. Eine unserer Leitungen verläuft beispielsweise am nördlichsten Punkt der Schweiz, dem Schwarzen Stein“, erzählt Alexander begeistert. Da die Leitungen innerorts oft aber auch über Privatgrundstücke führen, muss er auch häufig das Privatgelände der Netzanschlusskunden betreten. „Bisher habe ich nur positive Erfahrungen gemacht. Die Bürger sind meist sehr interessiert und wenn man ihnen erklärt, dass wir die Überprüfung zu ihrer Sicherheit machen, ist immer jeder froh.“ Die Überprüfung durch bnNETZE bzw. Alexander Schlosser endet am Gebäude. Denn hier geht die Verantwortung über an den Hausbesitzer: Für die Sicherheit im Gebäude ist der Hauseigentümer selbst verantwortlich.

Alles andere als monoton

Als Erdgasspürer ist Alexander im zweijährigen Turnus allen Erdgasleitungen in Tuttlingen auf der Spur. Dabei genießt er insbesondere die Zeit in der Natur und die Abwechslung zu seiner weiteren Tätigkeit, die er bei unserer Netztochter bnNETZE ausübt. Neben der regelmäßigen Sicherheitsüberprüfung des Gasnetzes, ist Alexander zudem als Netzmonteur tätig. So schließt er Tag für Tag weitere Kunden an das Erdgasnetz an.

Die Versorgung mit Erdgas ist nicht nur komfortabel und wirtschaftlich, sie ist zudem auch umweltschonend. Hast auch Du Interesse, Dich ans Erdgas anschließen zu lassen? Wir beraten Dich gerne umfassend zu den Vorteilen und auch zur aktuellen Förderung. Jetzt Beratungstermin vereinbaren.