Auch wenn die Arbeitswelt einem stetigen Wandel unterliegt, kann das Jahr 2020 wohl als das Jahr des Home Offices verbucht werden. Nie zuvor wurde und wird – auch aktuell noch – in so vielen Unternehmen von zu Hause gearbeitet. Nachdem nun in vielen Firmen das zuvor vielleicht noch „unmöglich Geglaubte” getestet wurde, lohnt sich ein Blick auf die Vorteile wie auch Grenzen des flexiblen Arbeitens. Denn natürlich gibt es Für und Wider und erst die Mischung macht’s!


Was sind die Vorteile des flexiblen Arbeitens?

Bestimmte Tätigkeiten, wie zum Beispiel Programmieren, Konzeptionieren oder Schreiben können von überall ausgeführt werden. Meetings werden in virtuellen Räumen abgehalten, während die Teilnehmenden in New York, Hamburg und Buxtehude sitzen. Das bringt Flexibilität und viele weitere Vorteile mit sich.

Beispielsweise kann ein Programmierer seinen Job an seinem Wunschort ausführen und seine Arbeitszeit frei einteilen. Hauptsache, er ist zum vereinbarten Zeitpunkt mit dem Auftrag fertig. Das ist gerade für Menschen, die auf dem Land wohnen, oder Eltern von kleineren Kindern ein immenser Vorteil. Auch für Unternehmen eröffnen sich neue Chancen: Die Auswahl an potentiellen Arbeitnehmern erweitert sich, der Wohnsitz von Bewerbern hat dabei nicht mehr die Relevanz wie zuvor.

Auch die Umwelt profitiert

Arbeitnehmer, die flexibel oder mobil arbeiten, schonen gleichzeitig auch die Umwelt. Homeoffice spart nicht nur Zeit und den Arbeitsweg, sondern ist auch gut für den CO2-Haushalt – denn das Auto bleibt in der Garage. Flexible Arbeitszeiten erlauben es, nicht den überfüllten Zug zu den Stoßzeiten zu nehmen, sondern einen früher oder später. Dies entspannt nicht nur die öffentlichen Verkehrsbetriebe, sondern auch den Pendler selbst.


Ist flexibles Arbeiten für jeden geeignet?

Schreibtisch im Retro-Look

Nicht jeder arbeitet gut von zuhause. Ebenso hat nicht jeder die Disziplin, sich und seine Arbeit gut zu organisieren und zu strukturieren. Darum ist es wichtig, sich selbst zu hinterfragen, welcher Typ man ist. Manche Personen arbeiten gerne von zuhause und genießen es, sich ihre Arbeitszeit selbst einzuteilen. Erst dann laufen sie zur Hochform auf.

Für andere wiederum ist das flexible Arbeiten eine große Herausforderung. Für sie ist es hauptsächlich mit Stress verbunden. Im Homeoffice lassen sie sich gerne ablenken: Von der Wäsche, dem Blumen gießen oder anderen Tätigkeiten im Haushalt. Sie vermischen Privates und Berufliches und bekommen keine klare Trennung. Dieser Personentyp braucht die festgelegten Zeiten und die Fahrt ins Büro. Erst am eigenen Bürotisch kommen sie in die Konzentration. Sie benötigen den Austausch mit Kollegen und die Distanz zum Privaten. Alles andere lenkt sie ab und blockiert sie eher, als dass es unterstützt.


Flexibel auf allen Seiten

Wichtig ist es, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden diese Art von Flexibilität in alle Richtungen eröffnen. Nicht nur um arbeitnehmerfreundlich zu handeln, sondern um den Output für das Unternehmen zu stärken. Es ist kontraproduktiv, einen Arbeitnehmer, der feste Strukturen braucht, ins Homeoffice zu drängen. Ebenso, wie einen Freigeist in ein festes Korsett zu stecken. Denn am Ende kann man nur effizient arbeiten, wenn die Umstände jedem individuell entsprechen.

Von Angesicht zu Angesicht

Werden wir in Zukunft nur noch per Videokonferenz Meetings abhalten und alle zuhause an unseren Computer sitzen? Vermutlich nicht. Selbst in Berufen, die diese Art des flexiblen Arbeitens zulassen, ist ein direktes Gespräch mit Kollegen oder Kunden nicht ersetzbar. Gemeinsames Brainstormen ist zielführender, wenn alle am gleichen Ort sind und gemeinsam den Prozess erleben. Nicht virtuell, sondern greifbar und nahbar. Wenn wir nur über Mail kommunizieren, entstehen Fehler – es werden Informationen überlesen und der Ton, der bekanntlich die Musik macht, wird nicht gehört.

Brainstorming am White Board
Gemeinsames Brainstorming bei badenova

Die Mischung macht’s!

Die Wahl zu haben, ist ein Segen. Die Möglichkeit, sich einen Arbeitsraum zu schaffen, der einem in Zeit und Ort entspricht, ist ein großes Plus. Die Kehrseite der Medaille wird immer bleiben – Pausen machen und nicht immer „on“ sein sind eine große Herausforderung. Die Eigenverantwortung zu übernehmen und herauszufinden, wie man am besten arbeitet, ist nicht einfach. Und für einige Berufsgruppen wird flexibles Arbeiten nicht umsetzbar sein. So zum Beispiel für Krankenschwestern und Feuerwehrmänner. Für Arbeiter am Fließband und alle Pflegeberufe. Aber auch für diese Menschen wird man sich Alternativen überlegen müssen – denn ein Recht auf qualitätsvolle Arbeitsbedingungen hat jeder.