Immer mehr Menschen wollen minimalistisch leben. Aber ist Minimalismus wirklich für jede*n etwas? Warum solltest Du diesen Lebensstil wählen? Und wie wirst Du überhaupt minimalistischer? Mit diesen Tipps schaffst Du es, einfach und glücklich zu leben. Ganz nach dem Motto „Weniger ist mehr“.

Was ist Minimalismus?

Minimalismus ist ein Lebensstil, bei dem Du Dich bewusst auf das Nötigste reduzierst. Minimalist*innen leben freiwillig einfach. Sie machen ihr Glück nicht von materiellen Dingen abhängig, sondern ziehen es vor, möglichst wenig zu besitzen. Überflüssige Dinge werden verschenkt, gespendet oder entsorgt. Eine minimalistische Lebensweise gilt als Gegenbewegung zur heutigen Konsumgesellschaft. Es geht darum, Ballast abzuwerfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Seele zu reinigen. Wie einfach Du lebst, entscheidest Du selbst. Manche Minimalist*innen leben nur in ausgewählten Bereichen minimalistisch. Sie entrümpeln ihren Kleiderschrank, wohnen reduziert oder legen auf eine minimalistische Ernährung wert. Andere entscheiden sich der Umwelt zuliebe für einen reduzierten Lebensstil. Denn wer weniger und bewusster konsumiert, verringert auch seinen ökologischen Fußabdruck.

Woher kommt Minimalismus?

Man könnte meinen, Minimalismus sei auf dem „Mist“ der Generation Y gewachsen. Sein Ursprung liegt aber tatsächlich in der Kunst. In den 1960er Jahren entstand der Minimalismus als eine Art Gegenbewegung zu der nordamerikanischen Kunstrichtung des abstrakten Expressionismus. Während dieser Stil für das Vereinen unterschiedlicher Maltechniken, seine Spontaneität und seine organischen Formen bekannt ist, charakterisieren Klarheit, Logik und das Reduzieren auf einfache und meist auch geometrische Skulpturen und Objekte den Minimalismus. Der Ausdruck Minimalismus geht auf den lateinischen Begriff „Minimus“ zurück, was so viel bedeutet wie „das Geringste“.

Heller Raum mit weißem Barhocker und minimalistischem Gemälde.
Der Begriff Minimalismus hat seinen Ursprung in der Kunst.

Warum Minimalismus? Die Vorteile eines minimalistischen Lebensstils

Was bringt einem Minimalismus? Macht Minimalismus glücklicher? Wenn Du Dir diese Fragen stellst, möchten wir Dir diese im Folgenden beantworten. Eine kleine Anregung, warum auch Du vielleicht über ein minimalistischeres Leben nachdenken solltest.

  • Mehr Geld: Der wohl offensichtlichste Vorteil von minimalistischem Leben ist wahrscheinlich das Thema Finanzen. Mit Minimalismus kannst Du wahrlich Geld sparen. Wenn Du beginnst, nur noch das zu kaufen, was Du wirklich brauchst, geht weniger Geld flöten für unnötige Dinge oder Dinge, die lediglich ein kurzfristiges Bedürfnis befriedigen. Ein Beispiel: wenn Du normalerweise monatlich rund 50 Euro für Kleidung, Schuhe oder Accessoires ausgibst, sparst Du im Jahr alleine dadurch 600 Euro.
  • Mehr Zeit: Hast Du Dich erstmal frei von überflüssigen Dingen gemacht, wirst Du sehen, wie viel Zeit Du dadurch gewinnst – wertvolle Zeit, die Du mit Freunden und Familie nutzen kannst. Du musst morgens nicht mehr lange vor dem Kleiderschrank stehen, um zu überlegen, welches von Deinen vielen Shirts Du anziehst, weil sich nur noch ein paar wenige Teile dort befinden.
  • Befreiendes Gefühl: Minimalismus bedeutet, sich von Dingen zu trennen, Ballast abzuwerfen, die Seele zu bereinigen: Hast Du erstmal Dein Zuhause, Deinen Kleiderschrank und damit auch Deine Seele ein Stück freier von Ballast gemacht, kann Dich dies merklich glücklicher und zufriedener machen.
  • Gesünder leben: Minimalismus kann Dir auch dabei helfen, gesünder zu leben. Zum einen tut der Lebensstil etwas für Deine mentale Gesundheit, Minimalismus kann aber auch dazu beitragen, dass Du Dich gesünder ernährst. Wenn Du den minimalistischen Lebensstil auf die Ernährung überträgst, könnte das nämlich bedeuten, überwiegend regional und frisch einzukaufen. Statt zu hoch verarbeiteten Nahrungsmitteln, greifst Du zu natürlich biologisch angebauten Lebensmitteln – oder baust Deine Kräuter und Dein Gemüse sogar selbst an.
    Wenn Dich das Thema Ernährung interessiet, schau gerne auch in unserem Blogbeitrag "Nachhaltige Ernährung – Tipps, Alternativen und mehr" vorbei.
  • Nachhaltiger leben: Minimalismus wird auch oft als nachhaltiger Lebensstil bezeichnet. Durch den bewussten Konsumverzicht steuern Minimalist*innen dem gesellschaftlichen Überkonsum entgegen, der ökologisch nicht nachhaltig ist. Sie achten zusätzlich meistens auch auf faire Produktionsbedingungen und möglichst unverpackte und plastikfreie Lebensmittel oder Güter. Sie greifen oft zu Second Hand Ware und leihen sich Dinge aus, anstatt sie zu besitzen. Mehr zum Thema Minimalismus und Kleidung weiter unten im Blogbeitrag.
    Wenn Du Dich mehr für das Thema Zero Waste interessierst, dann lies auch gerne unseren Blogbeitrag zum Thema "Was ist Zero Waste? Und wie kannst Du Zero Waste leben?"
  • Mehr Struktur und Ordnung: Minimalist*innen sind struktur- und ordnungsliebende Menschen. Sie leben in einem aufgeräumten Zuhause, das nur Platz hat für die wichtigen Dinge. Ein paar Methoden, die helfen können, Struktur und Ordnung zu schaffen, zeigen wir Dir weiter unten in diesem Blogbeitrag unter „Minimalismus Methoden“.
  • Weniger Stress: Durch bewusstes Reduzieren auf das Nötigste, machst Du Dir automatisch weniger Stress um einfache Dinge wie: was ziehe ich morgen an? Welches Parfüm trage ich heute auf? Welche Sonnenbrille nehme ich mit in den Urlaub? Außerdem hast Du weniger Verpflichtungen aufgrund dessen, dass Du weniger besitzt – denn Besitz muss gepflegt, gewartet und repariert werden. Indes hast Du auch weniger Verlustängste, weil – auf gut Deutsch gesagt – hast Du schlicht und weg weniger zu verlieren.

Minimalismus leben: Tipps für Einsteiger*innen

Wenn Du Dich immer noch fragst: „Wie nutze ich Minimalismus als Lebensstil für mich? Wie wird man Minimalist*in? Wo fange ich an?“ dann haben wir hier ein paar Tipps für Dich, die Dir den Einstieg in ein minimalistisches Leben erleichtern werden.

Unsere Tipps für einen leichten Einstieg in das Thema Minimalismus:

  • Handy/Smartphone bereinigen: Bereinige Dein Handy. Lösche alles Überflüssige wie unnötige Apps, Bilder, Kontakte. Ordne Deinen Home-Bildschirm neu und übersichtlich an. Behalte nur das, was Du wirklich brauchst.
  • Abos beenden: Beende unnötige Abos – egal ob Email-Newsletter, Zeitschriften- oder Beautybox-Abo – mach Dich frei von Abos, die Deinen Posteingang überfluten oder Dir noch mehr materielle Dinge ins Haus holen.
  • Dekoartikel aussortieren: Wie viele von Deinen Dekoartikeln Zuhause brauchst Du wirklich? Mach Dein Zuhause clean und befreie Dich von dieser Ablenkung. Packe die gesammelten Artikel in eine Box und verschenke sie weiter oder verkaufe sie.
  • Kosmetik aussortieren: Wer kennt sie nicht – kleine Parfüm-, Duschgel- und Cremeproben, die man in der Parfümerie und Drogerien erhält? Behalte nur, was Dir gefällt und Du wirklich benutzen möchtest – gebe den Rest weiter.
Holzbrett an der Wand, an dem zwei braune Handtücher hängen sowie ein Korb mit Seife und Bürste.
Minimalismus im Badezimmer: Sortiere Kosmetik- und Badeartikel aus, die Du nicht mehr benötigst.
  • Schreibwaren aussortieren: Liegen bei Dir zuhause auch so viele Stifte und Schreibblöcke herum – Überbleibsel von Jobmessen, der Schulzeit oder Uni? Mache Dir klar, welches Deine Lieblingsstifte und -blöcke sind, und welche Du wirklich noch benutzen möchtest. Auch hier gilt: werfe gute Dinge nicht weg, gebe sie weiter, nutze sie auf der Arbeit oder verschenke sie an Kinder im Bekanntenkreis.
  • Küchenvorräte aufbrauchen: Gewürze, Konserven, Einmachgläser – egal ob im Vorratsschrank oder im Keller: wir alle haben sicher Lebensmittel herumstehen, die wir schon längst hätten verbrauchen wollen. Fange systematisch mit dem kürzesten Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) an und verbrauche alles nach und nach. Bevor Du etwas mit überschrittenem MHD wegwerfen willst, recherchiere im Internet, ob es vielleicht doch nicht noch genießbar ist. Geruchstest first!
  • Kleiderschrank ausmisten: Welches sind Deine Lieblingsteile, zu denen Du immer wieder greifst? Welches sind Schrankhüter, die nie ausgeführt wurden und es höchstwahrscheinlich auch nie mehr werden? Es gibt verschiedene Methoden, wie Du Deinem Kleiderschrank Luft machen kannst. Mehr dazu findest Du auch unter „Minimalismus Methoden“ weiter unten im Blogbeitrag.
  • Einkaufsliste schreiben: Wenn Du nächstes Mal in einen Einkaufsladen gehst, schreibe Dir vorher eine Liste mit genau den Dingen, die Du kaufen willst. Weiche nicht von dieser Liste ab. Versuche außerdem möglichst unverpackte und plastikfreie Lebensmittel einzukaufen. So produzierst Du gleichzeitig auch weniger Müll.
  • Fang einfach an! Das ist wohl der wichtigste Tipp. Es geht darum, einen Anfang zu machen. Auf den ersten Schritt folgt der zweite und Du näherst Dich Schritt für Schritt Deinem persönlichen Ziel. Überlege Dir: wo möchte ich starten und was ist mein Ziel? Aber vergiss nicht: Das Thema Minimalismus soll Spaß machen und kein Zwang sein. Nimm Dir die Zeit, die sich für Dich richtig anfühlt bei der schrittweisen Umstellung. Es ist ein Prozess. Niemand schreibt Dir vor, wie viele Bücher oder wie viel Kleidung Du besitzen darfst, um Dich als minimalistisch zu bezeichnen. Tu das, was sich für Dich gut anfühlt.

„Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.“

Buddha

Minimalismus Methoden

Neben den Tipps, die wir bereits für Dich gesammelt haben, gibt es natürlich auch noch diverse Methoden, wie Du Minimalismus praktizieren kannst. Im Folgenden möchten wir Dir drei bekannte Minimalismus Methoden vorstellen.

Schreibtisch mit Pflanze und Tischlampe, darüber eine Holzuhr an der weißen Wand.
Verschiedene Methoden können Dir helfen, den Fokus nicht zu verlieren. Wir stellen Dir drei bekannte Methoden vor.

Welche Methoden gibt es?

  • KonMari-Methode:

Die wohl bekannteste aller Minimalismus Methoden ist die KonMari-Methode. Sie wurde von der japanischen Ordnungsberaterin Marie Kondo entwickelt. Ihre Methode hat sogar ein eigenes Format auf Netflix [unbezahlte Werbung] erhalten. Kondos Devise lautet: Behalte nur das, was Dir Freude bereitet. Nach dem Aufräumen und Ausmisten solltest Du nur noch Deine Lieblingsteile besitzen und nie wieder aufräumen müssen. Bei der KonMari-Methode arbeitest Du die folgenden fünf Kategorien nacheinander ab:

  1. Kleidung, Schuhe, Taschen
  2. Bücher
  3. Papiere (Unterlagen und Dokumente)
  4. Restlicher Kram (wie z.B. Haushaltsgeräte)
  5. Erinnerungsstücke/Sentimentales

Laut Marie Kondo sollte man auch unbedingt nach dieser Reihenfolge vorgehen – denn man starte mit Kleidung, von der die meisten von uns bekanntlich zu viel haben, und endet bei Stücken, mit denen man vielen Emotionen verbindet.

Die verschiedenen Kategorien gehst Du dann folgendermaßen an:

  1. Packe alles auf einen Haufen: So verschaffst Du Dir einen Überblick über all Deine Besitze dieser Kategorie. Gerade bei der ersten Kategorie kann dies ziemlich erschreckend sein.
  2. Die Glücksfrage: Stelle Dir nun bei jedem einzelnen Teil die Frage: Bereitet mir dieses Teil Freude? („Does it spark joy?“). Nur jene Dinge, die mit einem klaren „ja“ beantwortet werden, dürfen bleiben.
  3. Richtige Aufbewahrung: Jedes Teil, das bleibt, erhält ab sofort einen festen Platz in Deinem Zuhause. So weißt du jedes Mal nach Benutzung eines Gegenstandes, wohin er danach gehört. Dein Zuhause bleibt aufgeräumt. Kleidung sollte nach der KonMari-Methode gefaltet, nach Farben sortiert und im Schrank ordentlich verstaut werden. Bei Schubladen empfiehlt es sich, die Kleidungsstücke zu kleinen Rechtecken zu rollen und sie so in die Schublade zu legen. So hast Du wirklich jedes Teil im Blick.

Mehr zur KonMari-Methode findest Du in Marie Kondos Buch „Die KonMari-Methode“ [unbezahle Werbung] und in ihrer Netflix-Serie „Aufräumen mit Marie Kondo“ [unbezahlte Werbung].

  • Korb Methode:

Bei der Korb-Methode gehst Du ähnlich vor wie beim Shoppen in einem Kleidergeschäft. Nur irgendwie andersherum. Du läufst nämlich nicht durch einen Laden und nimmst Teile, die Du gut findest – sondern gehst durch Deine Wohnung und Du nimmst alles mit, was Dir nicht gefällt oder überflüssig ist. All diese gesammelten Dinge tust Du in einen Korb, eine Box oder eine Kiste – ganz egal. Wiederholst Du dies über mehrere Tage, kommt sicher nach einigen Tagen schon eine ganze Menge zusammen. Als Tipp empfehlen wir Dir, die Methode Raum für Raum anzugehen. Wie immer gilt auch hier: gute Dinge nicht wegwerfen, sondern weiterverschenken oder verkaufen. Vieles wirst Du sicher auch gut los bei „Vinted [unbezahlte Werbung] oder Ebay Kleinanzeigen [unbezahlte Werbung].

  • Karton Methode:

Eine weitere Methode, Dein Zuhause frei von Ballast zu machen, ist die Karton Methode. Bei der Karton Methode stellst Du Dir vor, Du ziehst um und packst all Dein Hab und Gut in Umzugskartons. Am besten beschriftest Du die Kartons auch nach Themen (z.B. Geschirr, T-Shirts, Bücher). Von nun an „lebst“ Du für die nächsten Tage oder Wochen aus den Kartons. Welche Dinge packst Du aus? Verstaue sie wieder zurück an ihren Platz in Deinem Zuhause. Welche Gegenstände bleiben in den Kartons? Nach Ablauf der von Dir gesetzten Frist überprüfst Du, welche Dinge noch in den Kartons sind und fragst Dich: Habe ich diese Teile vermisst oder brauche ich sie vielleicht gar nicht?

Minimalistisch Wohnen

Minimalismus in der Wohnung, Minimalismus in der Küche, Minimalismus im Schlafzimmer: je weniger rumsteht, desto minimalistischer sieht Dein Zuhause aus. In vielen Köpfen ist bestimmt auch das Bild von weißen Wänden, hellem Holzboden und einer Monstera in der Ecke gefestigt, wenn es um minimalistisches Wohnen geht. Es gibt bei dem Thema aber kein wirkliches Richtig oder Falsch. Es muss nicht bedeuten, dass Deine Wände kahl und ohne Bilder sind oder Du nur vier Möbelstücke pro Raum besitzen darfst. Wie bei vielen Dingen, gibt es auch hier kein Wunderrezept, das immer funktioniert. Im Internet, vor allem bei Pinterest [unbezahlte Werbung] findest Du viel Inspiration für minimalistisches Wohnen. Im Kern geht es beim minimalistischen Wohnen darum – wie auch in den anderen Bereichen des minimalistischen Lebens: Schaffe Platz und weniger Ablenkungen in Deinen vier Wänden.

Tipps für minimalistisches Wohnen:

  • Aufräumen und entrümpeln: Wenn eine Message bis hierher angekommen ist, dann wahrscheinlich die, dass Du Dich erstmal frei machen solltest von all den Sachen, die Dir in Deinem Leben keinen wirklichen Mehrwert geben. Das gilt natürlich vor allem für Deine Wohnung. Siehe dazu auch weiter oben im Blogbeitrag „Minimalismus Methoden“.
  • Einheitliche Farben und Materialien: „Weniger ist mehr“ gilt nicht nur für die Gegenstände in Deinen vier Wänden, sondern auch für Farben und Materialien. Zu viel unterschiedliche Materialien und Farben lassen Dein Zuhause unruhig wirken, auch wenn es schon auf wenige Dinge reduziert wurde. Farben, die Dein Zuhause ruhig wirken lassen, sind zum Beispiel helle Naturtöne wie beige oder hellgrau. Aber auch schwarz und weiß eignen sich gut für minimalistisch ausgestattete Räume.
  • Gemütlichkeit: Minimalistische Wohnungen sind meist auch gemütliche Wohnungen. Mache es Dir mit Decken, Kissen und bequemen Möbelstücken gemütlich, die lange halten.
  • Setze auf Qualität: Gerade wenn‘s ums Thema Einrichtung geht, kann man fast schon von „Investition“ sprechen. Viele Dinge wie eine Küche kosten viel Geld. Und daher ist es nochmal besonders wichtig, bei Deiner Einrichtung auf Qualität zu setzen. Kaufe eine hochwertige Küche, die Dir noch viele Jahre hält und gefällt. Setze auf ein qualitativ-hochwertiges Bett. Kaufe gute Haushaltsgeräte, die lange halten. Kurz gesagt: Kauf keinen billigen Schrott. Denn wie sagt man so schön? Wer billig kauft, kauft zweimal.
  • Boxen, Kisten, Dosen: Schmuck, Cremes oder Haustürschlüssel liegen oft verloren in der Wohnung herum. Abhilfe können schöne Aufbewahrungsboxen schaffen.
  • Pflanzen: Pflanzen lassen jeden Raum frischer wirken. Reduziere Dich aber auch hier auf ein paar wenige. Greife außerdem auf pflegeleichte Pflanzen zurück – dann hast Du auch weniger Ballast mit der Pflege der hübschen grünen Dinger.

Minimalismus mit Kindern

Warum brauchen Kinder Minimalismus? Und wie schaffe ich Minimalismus im Kinderzimmer? Wenn Eltern minimalistisch leben, übertragen sie dies meist auch auf ihre Nachkömmlinge und auf deren Kinderzimmer.

Junge wird auf Händen getragen und lacht.
Minimalismus mit Kindern: wir zeigen Dir, welche positiven Auswirkungen dieser Lebensstil auch auf Kinder nehmen kann.

Wir haben ein paar Tipps für Dich gesammelt, wie Minimalismus mit Kindern gelingen kann. Wenn Kinder früh für das Thema Minimalismus sensibilisiert werden, lernen sie direkt schon Ordnung zu halten und auch genügsamer zu sein. Es gibt nicht jedes Mal zum Geburtstag, Weihnachten oder Ostern neues Lego oder Playmobil. Sie können fokussierter sein und weniger abgelenkt werden, wenn ihre Kinderzimmer minimalistisch sind. Minimalistisches Wohnen mit Kindern kann für Kinder also ein wahrer Mehrwert sein.

Ist das gesamte Zuhause minimalistisch eingerichtet, können Kinder außerdem auch selbstständiger werden, da alles in der Wohnung seinen festen Platz hat. Die Kids wissen dann, wo sie all ihre Stifte finden, wo das Obst ist und wo ihre Jacke hängt. Denn jedes Teil hat seinen festen Platz. Auch im Kinderzimmer. Dinge, mit denen häufig gespielt wird, erhalten einen prominenteren und gut erreichbaren Platz als Spielzeug, das nicht so oft benutzt wird. Dieses kann beispielsweise in Regalen oder Kommoden verstaut werden. Hilfreich kann es auch sein, wenn thematisch gleiche Spielzeuge in Kisten eingepackt sind. So kann sich das Kind dann – je nach Lust und Laune – eine Box nehmen und nach dem Spielen wieder ordentlich wegpacken. Klappstühle und -tische können außerdem helfen, Platz zu sparen. Sitz- und Ablagemöglichkeiten werden nur dann aufgeklappt, wenn sie benötigt werden und stehen nicht dauerhaft im Zimmer herum.

Natürlich gilt aber auch hier: alles kann, nichts muss. Schau, was für Dich und Deine Familie passt und sich gut anfühlt. Starte in kleinen Etappen und hab Spaß dabei. Nimm Dein Kind mit und erkläre ihm, warum ihr das macht, was das für Vorteile bringt usw.

Wenn Du noch mehr Inspiration für Minimalismus im Kinderzimmer brauchst, findest Du im Netz und auf Instagram viele tolle Mami- und Papi-Blogger*innen, die noch weitere wertvolle Tipps geben.

Minimalismus im Kleiderschrank

Minimalismus im Kleiderschrank kann Übersichtlichkeit verschaffen und Dir dabei helfen, schneller schöne Outfits zusammenzustellen. Außerdem sparst Du Geld und Ressourcen, weil Du Dir weniger neue Teile anschaffst. Es geht darum, Kleidung zu reduzieren, um sich eine minimalistische Garderobe anzulegen. Auch hier haben wir nicht das „Wunderrezept“ und auch die Frage „Wie viele Dinge sollte man besitzen?“ ist schwierig zu beantworten. Wir möchten Minimalismus nicht verabsolutieren und Spielraum lassen, damit jede*r ihren bzw. seinen eigenen Weg findet.

Tipps, wie Dir Minimalismus im Kleiderschrank besser gelingt:

  • Basics: Fokussiere Dich bei Deiner minimalistischen Garderobe auf Basics. Das können sein: einfach geschnittene T-Shirts, Tops, Jeanshosen, Sweatshirts. Also Teile, die mit sehr vielen Kleidungsstücken kombinierbar sind und immer ein ordentliches Outfit ergeben.
  • Schlichte Farben: Statt schrillen Farbkombinationen oder einer quietschgelben Handtasche, fokussiere Dich auf schlichte Farben wie weiß, beige, grau, braun oder schwarz. Diese Farben sind gut kombinierbar und somit vielseitig einsetzbar.
  • Pflegeleichte Kleidung: Achte bei Deinen Kleidungsstücken außerdem darauf, nicht zu viele verschiedene Materialien und auch pflegeleichte Kleidung zu kaufen. Hast Du viele Teile, die alle unterschiedlich behandelt werden müssen (Handwäsche, Baumwolle, Seide etc.), könnte dies im Alltag unpraktisch sein.
  • Qualitativ hochwertige Stücke: Wie oben bereits erwähnt, gilt bei Kleidung meist auch: Wer billig kauft, kauft zweimal. Setze bei Kleidung auf hochwertige Stücke – fair produziert und mit nachhaltigen Stoffen und Methoden hergestellt. So hast Du lange etwas von den Teilen und musst Dir weniger Gedanken über Neukäufe machen.
  • Second Hand/Fair Fashion: Wenn Du doch irgendwann das Bedürfnis nach etwas Neuem hegen solltest oder eines Deiner Lieblingsteile kaputt geht, dann greife doch gerne auf Second Hand oder Kleidung von Fair Fashion-Labels zurück. Die Auswahl fällt vermutlich deutlich leichter, da sie eingeschränkter ist. Außerdem vermeidest Du Ressourcenaufwand, da nichts Neues produziert wird (Second Hand) bzw. setzt Dich für mehr Nachhaltigkeit in der Modeindustrie ein (Fair Fashion).

    Mehr zum Thema Fair Fashion und Second Hand findest Du in unserem Blogbeitrag
    „Mit Fair Fashion und Secondhand Mode bei der Bekämpfung des Klimawandels helfen“.
Unsere Minimalismus-Empfehlungen zum Sehen, Lesen und Hören:

Doku: „Minimalism: A Documentary About the Important Things“
Buch: Minimalismus: „Der neue Leicht-Sinn“ von Ryan Nicodemus
Videos: Die Youtube-Kanäle von Corinna Fee und Minimal Mimi

Minimalismus Kritik

Nun kennst Du die Vorteile und viele Tipps für ein minimalistisches Leben. Aber hat Minimalismus auch Nachteile? Was ist an diesem Lebensstil auszusetzen? Wir haben für Dich recherchiert und einige Beiträge von Kritiker*innen gelesen. Die Kritik ist meist äußert satirisch und wir kommen zu dem Schluss, an dem Lebensstil an sich und der Inspiration, die er bietet, ist nichts auszusetzen. Welche Kritikpunkte wir allerdings nachvollziehen können, sind beispielsweise die aus einem Artikel der Zeit [unbezahlte Werbung]. Hier wird kritisiert, dass die oben genannte Ordnungsberaterin Marie Kondo in ihrem Onlineshop Dinge – u. a. eben auch Dekoartikel und nicht wirklich nützliche Gegenstände – verkauft, die sie in ihren Methoden eigentlich als zu verbannen anpreist. Ein weiterer Kritikpunkt, vielleicht eher eine Gefahr, könnte sein, dass man im motivierten Aufräum-Modus vielleicht doch das ein oder andere Teil weggibt, und das zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht bereut. Dies könnte dazu führen, dass man etwas ähnliches nachkauft. Wenn man sich dessen aber bewusst ist und gut überlegte Entscheidungen trifft, dann macht all das für uns den Lebensstil Minimalismus nicht weniger wertvoll oder inspirierend.
Daher bleibt uns nur eins zu sagen: Ganz viel Spaß beim Aufräumen, Entrümpeln und neu strukturieren!