“Täglich 10 Minuten Stoßlüften, bloß nicht die Fenster auf “kipp” stehen lassen, die Heizung immer runterdrehen und nach jedem Duschen Fenster auf...” – die Sache mit dem korrekten Lüften und Heizen. Gar nicht so einfach, wenn Schimmelbildung vermieden und die Wärmeenergie optimal ausgenutzt werden soll. Doch wie geht das eigentlich richtig? Unsere Autorin und Nachhaltigkeitsexpertin Anke Schmidt von Wastelesshero erklärt, wie Du durch korrektes Verhalten Deine CO2-Bilanz deutlich verbessern kannst.

Durch optimiertes Heizen und Lüften kann in den eigenen vier Wänden mehr Energie eingespart werden, als durch den Verzicht auf eine Flugreise.

Überlegst Du Dir momentan auch, ob Du zum Wohle unseres Klimas lieber auf Flugreisen verzichten solltest? Oder ob es in Ordnung ist, noch zu fliegen? Momentan gelten Flugreisen als der Klimakiller schlechthin. Viele Menschen fliegen mittlerweile mit schlechtem Gewissen, es gibt sogar ein Wort dafür: "Flugscham".

Heizung
Wusstest Du aber, dass Du durch richtiges Heizen, Wärmedämmung und Lüften bei Dir zuhause mehr CO2 einsparen kannst, als wenn du auf eine Flugreise im Jahr verzichtest? Denn das Heizen verbraucht in unseren Haushalten die meiste Energie. Und ist dabei eigentlich ganz einfach zu verbessern, ohne dass Du ein schlechtes Gewissen haben musst.

Vielleicht ist das ein einfacherer Ansatzpunkt für Dich, um deine CO2-Bilanz zu verbessern, anstatt direkt auf den nächsten Flug verzichten zu müssen.


7 Tipps wie du klimafreundlicher heizen kannst

Circa 60 Prozent des CO2-Ausstoßes in unseren Haushalten entsteht durch das Heizen. Wenn Du bewusster heizt und lüftest, kannst Du den Verbrauch deutlich verringern.

  1. Schließe nachts die Rollläden oder Vorhänge.
    So kannst Du den Wärmeverlust, der durch die Fenster entsteht, um circa 20 Prozent verringern. Durch die Fenster dringt Kälte in Deine Wohnräume.
  2. Heizkörper sollten frei bleiben, damit die Wärme direkt in den Raum abgegeben werden kann. Stelle Deine Couch lieber ein Stück zur Seite, falls diese aktuell vor einem Heizkörper steht.
  3. Achte am Tag mal darauf, wie warm es bei Dir zuhause ist und ob Du Deine Heizung testweise etwas herunter drehen kannst. Wenn Du die Möglichkeit hast, die Temperatur Deiner Heizung um ein Grad herunter zu drehen, dann probiere dies für einen Tag aus. Wenn Du das dauerhaft schaffst, sparst Du jede Menge Energie und Geld ein. Sehr wahrscheinlich wirst Du nach ein paar Tagen garnicht mehr bemerken, dass es ein Grad kühler ist. Du gewöhnst Dich einfach daran.
  4. Drehe die Temperatur in der Nacht herunter.
    Hast Du das Glück und kannst Deine Heizung per Zeitschaltuhr einstellen, dann stelle die Temperatur für die Nacht herunter. Es macht auch Sinn die Heizung an Deinen Tagesablauf anzupassen. Benutzt Du morgens vor der Arbeit nur kurz das Badezimmer und hältst dich erst nach der Arbeit länger in Deinen Wohnräumen auf, dann kannst Du die Temperatur herunter drehen, für die Zeit in der Du nicht zuhause bist.
  5. Ziehe Dich in der kälteren Jahreszeit zuhause wärmer an.
    Ein paar dickere Socken und ein Pullover und schon kannst Du Deine Heizung ein wenig herunter drehen.
  6. Lüfte Deine Wohnräume regelmäßig.
    offenes Fenster

    Verzichte dabei auf gekippte Fenster. Öffne lieber gegenüberliegende Fenster komplett und mehrmals täglich für 5-10 Minuten. So findet schnell ein kompletter Luftaustausch statt. Der Vorteil: Die Wände und damit Deine Wohnung kühlen nicht aus, außerdem ist ein kompletter Luftaustausch schneller möglich als bei einem gekippten Fenster. Bei Räumen, die wenig gelüftet werden, kann es zu erhöhter Luftfeuchtigkeit kommen. Diese trägt zur Schimmelbildung bei. Sorgst Du für regelmäßigen Luftaustausch, kann die Feuchtigkeit nach außen abgegeben und die Gefahr von Schimmelbildung vermieden werden.

  7. Wenn Du die Möglichkeit hast die Wärmedämmung Deiner Wohnung oder Deines Hauses zu beeinflussen, dann lasse Dich beraten wie Du hier am besten vorgehst. Richtig gedämmte Wohnräume führen dazu, dass die erzeugte Wärme länger in den Räumen bleibt und somit weniger geheizt werden muss.

Welche Vorteile entstehen durch diese Änderungen Deines Verhaltens?

Du senkst Deinen CO2-Ausstoß, was für unser Klima sehr förderlich ist. Zusätzlich sparst Du selbst eine Menge Geld ein. Drehst Du Deine Heizung z.B. um ein Grad herunter, kann das bis zu 115 Euro im Jahr einsparen. Durch Stoßlüften kannst Du sogar bis zu 240 Euro pro Jahr einsparen (die Werte gelten für Gasheizung einer Wohnfläche von 150 qm). Im Vergleich: Lässt du stattdessen das Fenster in Kippstellung, geht ein Großteil der Heizwärme ungenutzt direkt nach draußen.

Du musst nicht auf Fliegen verzichten, um Deinen CO2-Fußabdruck zu verringern.

Nachhaltig leben und das Klima schützen wird oft mit Verzicht verbunden. Oft lohnt sich der Blick dahin, wo Du am meisten Energie einsparen kannst. Wenn es Dir gerade nicht möglich ist, auf Flugreisen zu verzichten, da Du darauf vielleicht beruflich angewiesen bist, setze an anderen Punkten wie bei optimiertem Heiz- und Lüftverhalten an.

Oder durch unsere Tipps zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag oder zum Thema Konsum im Mode-Bereich.