Wissen Sie, wie Sie Ihre Heizung richtig ablesen? Hier finden Sie unsere Tipps.
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Jedes Jahr erhalten Sie eine Heizkostenabrechnung. Aus Zeitgründen werden diese von den meisten Mietenden einfach ungeprüft hingenommen. Dabei kann es für Sie viele Vorteile haben, wenn Sie Ihre aktuellen Verbrauchswerte kennen.
Sie können dadurch nicht nur die Abrechnung selbst auf eventuelle Fehlerwert überprüfen, sondern gleich noch Ihren Verbrauch optimieren, um höhere Kosten zu vermeiden. Dazu müssen Sie nur Ihre Heizung selbst ablesen. Aber wie genau lesen Sie Ihre Heizung richtig ab? Wir verraten Ihnen, wie es problemlos klappt.
Warum sollten Sie Ihre Heizung selbst ablesen?
Einmal im Jahr steht er an: Der Termin zum Ablesen Ihrer Heizungsverbrauchswerte. Auf Basis der erfassten Werte wird Ihnen als Mietende die Heizkostenabrechnung erstellt.
Was sich als bequemer Service darstellt, kann nicht selten zu höheren Kosten führen, als Sie eigentlich bezahlen müssten. Warum? Weil sich zum Beispiel Ablesefehler einschleichen und falsche Werte der Berechnung zugrunde liegen.
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Ihre Vorteile, wenn Sie Ihre Heizung zusätzlich selbst ablesen:
Ablesefehler können durch ein Vier-Augen-Prinzip vermieden werden
Sie können die Messwerte mit der Heizkostenabrechnung vergleichen
Sie kennen Ihren aktuellen Verbrauch und können gezielt Maßnahmen zum Energie sparen einleiten
Die Kosten für den Dienstleister lassen sich nicht sparen, denn dieser wird in den meisten Fällen von Ihrem Vermietenden beauftragt, wenn Sie in einem Mietverhältnis wohnen.
Auch wenn Sie Ihre Heizung selbst ablesen, bleiben die Kosten für den Messdienstleister bestehen. Vermietende dürfen jedoch nur einen bestimmten Prozentsatz der jährlichen Brennstoffkosten für das Ablesen und die erforderlichen Messgeräte auf die Mietenden umlegen.
Die genauen Kosten für den Ablesedienst setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. In der Regel beauftragt der Vermietende einen Messdienstleister, der für die Ablesung der Heizkostenverteiler oder Wärmemengenzähler zuständig ist. Diese Kosten umfassen den Einsatz der Messgeräte, die eigentliche Ablesung sowie die Berechnung und Aufschlüsselung der Verbrauchswerte in der Heizkostenabrechnung. Einsparpotenziale ergeben sich vor allem durch eine effizientere Nutzung der Heizung und das regelmäßige Überprüfen des eigenen Verbrauchs, was unnötige Energieverluste verhindern kann.
In Bezug auf die Heizkostenabrechnung haben sowohl Mietende als auch Vermietende bestimmte Rechte und Pflichten. Vermietende sind verpflichtet, die Heizkostenabrechnung auf Basis der gemessenen Verbrauchswerte korrekt zu erstellen. Mietende haben das Recht, Einsicht in die Verbrauchsdaten zu nehmen und die Richtigkeit der Abrechnung zu überprüfen. Darüber hinaus müssen Mietende den Zugang zu den Heizkostenverteilern oder Wärmemengenzählern ermöglichen, wenn ein Messdienstleister die Verbrauchswerte abliest. Eine Missachtung dieser Pflicht kann zu zusätzlichen Kosten führen, die die Mietenden tragen müssen. Vermietende wiederum sind verpflichtet, funktionierende und geeichte Messgeräte zur Verfügung zu stellen und die Abrechnung nach den Vorgaben der Heizkostenverordnung durchzuführen.
Wo kann ich die Heizung ablesen?
Der Heizkostenverteiler erfasst die Werte Ihres Heizverbrauchs. Diese ist direkt an Ihrem Heizkörpern angebracht. Damit ist es möglich den exakten Wert an einem Wärmeverteiler zu erfassen. Orientierung zum Ablesen bieten zwei Skalen oder Reihen von Zahlen.
Es gibt zwei Arten von Heizkostenverteilern:
Verteiler nach dem Verdunstungsprinzip
Elektronische Verteiler
Daneben gibt es Wärmezähler, die den tatsächlichen Wärmeverbrauch direkt messen und nicht zu den Heizkostenverteilern zählen.
Verteiler nach den Verdunstungsprinzip
Sie sind seit vielen Jahren zum Ablesen der Verbrauchswerte im Einsatz. Direkt am Heizkörper verbaut, haben sie im Inneren ein nach oben geöffnetes Glasröhrchen. Je nach Temperatur Ihrer Heizung, verdunstet nun die Flüssigkeit schneller oder langsamer. Gemessen wird später der Anteil der verdunsteten Flüssigkeit. Die Skala mit Stricheinheiten gibt Aufschluss über die Werte.
Ein Nachteil dieser Zähler ist, dass die Flüssigkeit auch bei hohen Zimmertemperaturen verdunsten kann, selbst wenn die Heizung nicht eingeschaltet ist. Das kann zu verfälschten Ergebnissen führen und somit höhere Heizkosten verursachen. Daher ist es sinnvoll, die gemessenen Werte genau zu überprüfen, um Abweichungen zu erkennen und mögliche Fehler zu vermeiden.
Der Ablesedienst bringt eine neue Ampulle an und nimmt die verschlossene, alte Ampulle mit. Bei der Berechnung Ihrer Heizkosten wird der abgelesene Wert mit einem Verrechnungsschlüsseln multipliziert.
Laut der Heizkostenverordnung müssen neu eingebaute Heizkostenverteiler seit Dezember 2021 fernablesbar sein. Alte Heizkostenverteiler, die nicht diesen Anforderungen entsprechen, dürfen jedoch noch bis Ende 2026 in Betrieb bleiben. Dies bedeutet, dass es einen Bestandsschutz für alte Zähler gibt, aber langfristig müssen sie ersetzt werden.
Eine alte Heizung verbraucht ohnehin eine Menge Energie. Mit einer sinnvollen Modernisierung können Sie effizienter und umweltfreundlicher heizen.
Elektronischen Verteiler
Der elektronische Verteiler ist ebenfalls direkt am Heizkörper angebracht. Dieser arbeitet mit zwei Sensoren. Einer misst die Raumtemperatur, der anderen die Heiztemperatur. Aus diesen beiden erfassten Werten berechnet das Gerät ganz automatisch den Verbrauch der Heizenergie.
Ein großer Vorteil moderner elektronischer Heizkostenverteiler ist die Möglichkeit der Fernablesung. Diese Geräte sind oft mit einem Funkmodul ausgestattet, das die Verbrauchsdaten automatisch an ein Lesegerät überträgt. Dadurch muss niemand mehr die Wohnung betreten, um die Werte abzulesen, was besonders praktisch ist, wenn die Bewohnenden nicht anwesend sind. Die Fernablesung ist präziser und minimiert das Risiko von Ablesefehlern.
Wärmezähler
Wärmezähler sind nicht direkt am Heizkörper angebracht, sondern sind in den Heizwasserkreislauf eingebunden. Sie erfassen die Wärmeabgabe Ihrer Wohnung genau. Sie messen die Menge des Heizungswassers und nehmen den Temperaturunterschied des Wassers zwischen Vor- und Rücklauf auf.
Der Wärmezähler ermöglicht die direkte Erfassung der verbrauchten Energie und das noch genauer als es mit einem elektronischen Verteiler möglich ist. In einem Mietshaus hat mit dieser Messmethode jeder Haushalt in der Regel eine eigene Leitung für das Heizungswasser.
Wärmezähler werden auch als Wärmemengenzähler bezeichnet.
Dieser Zählertyp wird insbesondere in großen Gebäuden oder Wohnanlagen verwendet, um die Wärmeverteilung zu messen und die Kosten entsprechend der verbrauchten Wärme genau abzurechnen. Wärmemengenzähler sind besonders präzise und bieten eine exakte Erfassung des tatsächlichen Wärmeverbrauchs jeder Wohneinheit.
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Wie können Sie die richtigen Heizwerte ablesen?
Wenn Sie einen digitalen Zähler ablesen möchten, gehen Sie wie folgt vor:
Drücken Sie die Funktionstaste (meist mit 'INFO' oder einem Symbol beschriftet) am Gerät, um das Display zu aktivieren.
Das Display zeigt nun verschiedene Werte (die Kennzeichnung kann je nach Herstellenden und Gerät variieren) nacheinander an. Die wichtigsten sind:
○ Aktueller Verbrauchswert (meist mit „A“ gekennzeichnet)
○ Verbrauchswert zum letzten Stichtag (meist mit „M“ gekennzeichnet)
○ Prüfzahl zur Bestätigung der Richtigkeit (meist mit „C“ gekennzeichnet)Notieren Sie sich diese Werte.
Achten Sie auch auf die 9-stellige Seriennummer über dem Display und notieren Sie sich diese ebenfalls. Bei manchen Geräten befindet sich die Seriennummer auch seitlich oder auf der Rückseite.
Ein Wärmezähler misst den Heizenergieverbrauch, indem er die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf des Heizungswassers sowie die durchfließende Wassermenge erfasst. Warmwasserzähler, die den Verbrauch von Warmwasser messen, sind separat neben Kaltwasserzählern montiert. Gemäß der aktuellen Mess- und Eichverordnung (MessEV) beträgt die Eichfrist für Wärmezähler 6 Jahre. Die Eichfrist wurde von 5 auf 6 Jahre verlängert.
So vermeiden Sie Fehler beim Ablesen der Heizungswerte
Achten Sie auf die richtige Position des Heizungsverteilers, um Fehler beim Ablesen der Werte zu vermeiden. Die ideale Position ist vertikal im oberen Drittel des Heizkörpers. Ausgerichtet sollte er mittig und horizontal sein.
Dem Heizkostenverteiler muss immer der richtige Heizkörper zugeordnet sein. Sonst kann es zu falschen Berechnungen kommen. Das ist vor allem bei der manuellen und schriftlichen Erfassung wichtig.
Mögliche Fehlerquellen sind jedoch vielfältiger und können unter anderem durch defekte Zähler, fehlerhafte Installation, falsche Zuordnung der Zähler zur Wohnung oder Fehler bei der Datenübertragung entstehen. Es ist wichtig, die Zähler regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen und bei Verdacht auf fehlerhafte Daten sofort die Vermietenden oder den Messdienstleister zu informieren.
Lesen Sie den Verteilers nach dem Verdunstungsprinzip immer im exakt rechten Winkel ab. Achten Sie darauf, dass der Heizkostenverteiler nicht direkt der Sonne ausgesetzt ist. Das kann die Werte verfälschen.
Sollten Sie Ablesefehler vermuten, gibt es mehrere Möglichkeiten, diese zu erkennen und zu korrigieren. Zunächst ist es wichtig, die aktuellen Ablesewerte regelmäßig mit den Vorjahreswerten zu vergleichen. Ungewöhnlich hohe Abweichungen können ein Hinweis auf einen Fehler sein. Überprüfen Sie zudem, ob der Heizkostenverteiler ordnungsgemäß funktioniert (z. B. bei elektronischen Geräten: Funktionieren die Anzeigen richtig? Zeigen die Buchstaben „M“ und „C“ die korrekte Funktion an?). Bei Verdunstungszählern kann die Überprüfung erschwert sein, da äußere Einflüsse wie Sonneneinstrahlung das Ergebnis verfälschen können. In solchen Fällen empfiehlt es sich, den Messwert direkt mit der Heizkostenabrechnung zu vergleichen und eventuelle Abweichungen an die Vermietenden oder den Messdienstleister zu melden.
Neue technologische Entwicklungen in der Heizungsüberwachung
In den letzten Jahren haben technologische Entwicklungen im Bereich der Heizungsverbrauchsüberwachung enorme Fortschritte gemacht. Viele moderne Heizkostenverteiler lassen sich mittlerweile in Smart-Home-Systeme integrieren. Über spezielle Apps können Sie Ihren Heizungsverbrauch in Echtzeit überwachen und die Daten auch mit früheren Zeiträumen vergleichen. Einige Systeme bieten sogar die Möglichkeit, Benachrichtigungen zu erhalten, wenn der Verbrauch ungewöhnlich hoch ist oder Einsparpotenziale entdeckt werden. Diese Technologien helfen nicht nur, den Überblick über den Verbrauch zu behalten, sondern unterstützen auch dabei, die Heizung effizienter zu steuern und dadurch Energiekosten zu senken.
Expert:innen raten, die Heizung selbst abzulesen
Um Fehler bei der Heizkostenabrechnung zu vermeiden, ist es sinnvoll, die Heizung selbst abzulesen. Mit unseren Tipps ist das einfach und schnell gemacht. Der geringe Aufwand einmal im Jahr lohnt sich. Im gleichen Zug können Sie Ihre Heizung entlüften.
Sollten Sie bemerken, dass Ihre Heizung Geräusche macht, kann das verschiedene Ursachen haben. In unserem Beitrag "Hilfe, die Heizung macht Geräusche" erfahren Sie, was Sie tun können. Denken Sie vor allem bei alten Heizungsanlagen über eine Modernisierung nach. Das kann sich finanziell lohnen. Vereinbaren Sie dazu einfach einen unverbindlichen Beratungstermin bei uns. Dort bekommen Sie zum Beispiel den modernen Heizkostenverteiler.
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