Mit rund 457 kg Müll pro Jahr belastet jede Bürgerin und jeder Bürger in Deutschland unsere Umwelt. Obwohl wir durch unser Mülltrennsystem eine vorbildliche Rolle einnehmen, landet immer mehr Abfall nicht mehr in den dafür vorgesehenen Behältern, sondern wahllos in unserer Umwelt.
Doch was ist die Lösung? Einfach zusehen? Das ist keine Option! Wir alle können einen Teil zur Entlastung unserer Umwelt beitragen und das mit geringem Aufwand. Es ist Zeit, gemeinsam aufzuräumen, um eine lebenswerte Zukunft für uns und nachfolgenden Generationen zu gestalten. Im Folgenden erfahren Sie, wie und warum Sie selbst aktiv werden können.
Clean Up – was ist das?
Wortwörtlich vom Englischen ins Deutsche übersetzt bedeutet „clean Up“ „aufräumen“ oder auch „säubern“. Darunter versteht man genauer gesagt eine Veranstaltung, bei der sich Menschen treffen, um gemeinsam ihre Umgebung zu säubern.
Das Ziel ist es dabei nicht nur die Umwelt zu verschönern, sondern auch auf die zunehmende Vermüllung unseres Planeten aufmerksam zu machen und für mehr Umweltschutz zu sensibilisieren.
Geprägt sind die Clean-Ups von ihren vielen Teilnehmenden, die sich organisiert zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem festgelegten Ort treffen. Mit den selbst beschafften Hilfsmitteln wie Handschuhen, Zangen und Müllsäcken sammeln sie herumliegende Abfälle ein und beseitigen sie anschließend. Hierbei kann jede:r auf freiwilliger Basis dabei sein, um einen Teil zur Befreiung unserer Umwelt von Müll beizutragen.
Zero waste leben
Am besten ist es, so wenig Müll wie möglich zu verursachen und diesen richtig zu entsorgen. Wie ein Leben ohne Müll gelingen kann, zeigt Ihnen unsere Nachhaltigkeitsexpertin Anke mit einfachen Tipps im Blogbeitrag Was ist Zero Waste? Und wie können Sie Zero Waste leben?
Aktuelle Folgen von Umweltverschmutzung
Bei den Konsequenzen von der Belastung unserer Umwelt wird häufig von den Auswirkungen in den nächsten 50 bis 100 Jahren gesprochen. Dadurch verliert die Problematik an Relevanz und Dringlichkeit, sodass wir das Ziel, eine lebenswerte Umwelt zu gestalten, aus den Augen verlieren.
Doch wir können auch heute schon die Folgen der Umweltverschmutzung für unseren Planten erleben, denn neben der optischen Verschmutzung unserer Umwelt leidet unsere Gesundheit sowie die der Tiere besonders unter den Auswirkungen.
Durch die Verunreinigung der Meere, des Bodens und der Luft nehmen wir bis zu 5 Gramm Mikroplastik wöchentlich zu uns – das entspricht einer Kreditkarte. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass rund ein Drittel des Plastikmülls unkontrolliert in unsere Umwelt gelangt. Dadurch sterben jährlich über 100.000 Meeressäuger und Millionen Meeresvögel an einem qualvollen Tod.
Mehr zum Thema Mikroplastik lesen Sie im Blogbeitrag Mikroplastik im Körper – wir nehmen wöchentlich 5 Gramm Mikroplastik zu uns!
Auch der entstehende Abfall von Zigaretten bildet eine direkte Folge für uns. Von den jährlich rund 5,6 Billionen gerauchten Zigaretten werden 4,5 Billionen unbedacht weggeworfen. Diese gelangen zum Großteil in unser Grundwasser sowie in die Meere. Dort können die Filter der Zigaretten nicht verrotten, sodass mit einem Zigarettenstummel rund 60 Liter Wasser verunreinigt werden.
Sie sehen, es ist keine Option, die Verschmutzung unserer Umwelt außer Acht zu lassen. Wir können heute beginnen, einen Teil beizutragen, um uns selbst und auch den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.
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Schon gewusst?
Zigarettenfilter können recycelt werden, indem das Papier und die Asche voneinander getrennt werden, um sie zu kompostieren. Auch Verpackungen, Aromaschutzfolien sowie Zellophanhüllen können recycelt werden und dienen der Herstellung von Plastikprodukten.
Clean Up: Warum selbst aktiv werden?
Die Veranstaltung eines Clean Ups dient neben der Säuberung der Umwelt auch als eine Art der Demonstration. Dabei setzen Sie ein Zeichen gegen die zunehmende Verschmutzung unseres Planeten und sensibilisieren Ihre Umgebung für diese Thematik. Durch die Teilnahme an einem Clean Up verändert sich zudem auch der eigene Blickwinkel.
Anfangs fällt es einem möglicherweise schwer, den Müll von anderen Menschen zu entsorgen, da man das Gefühl bekommen kann, jemandem zu nahe zu treten. Doch durch die Gemeinschaft lässt sich diese Hemmschwelle schnell überwinden. Man stellt fest, wie alt der herumliegende Müll teilweise schon ist und wie viel Abfall an einem einzelnen und eingegrenzten Gebiet zu finden ist – wirklich schockierend, was bei einer Clean Up-Aktion an Müll zusammenkommen kann. Dabei beginnt man möglicherweise auch, sein eigenes und das Konsumverhalten seiner Mitmenschen zu hinterfragen und zu überdenken.
Lesen Sie auch unseren Blogartikel Minimalismus: Tipps für ein minimalistisches Leben und erfahren Sie, wie Sie mit weniger Dingen zufriedener und nachhaltiger leben können.
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Clean Up starten – Umwelt schützen
Weil uns der Schutz unserer Umwelt sehr am Herzen liegt, haben wir – der regionale Energie- und Umweltdienstleister Badenova – in der Vergangenheit auch schon einige Clean Ups veranstaltet. Zielgruppe waren hierbei vor allem Schüler:innen, mit denen wir im Rahmen von Projekttagen Clean Up-Aktionen durchgeführt haben, um für mehr Umweltbewusstsein zu sensibilisieren. Aufgeräumt wurden dabei gut besuchte Plätze in unserer Region rund um den Schwarzwald.
Wie organisiere ich mein eigenes Clean Up?
Schritt: Viele Hände – Sauberes Ländle
Im Team gestaltet sich der Start leichter. Suchen Sie sich ein paar Leute in Ihrem Umfeld, die dasselbe Ziel verfolgen wie Sie. Hilfreich können hierbei auch die Sozialen Netzwerke sein, um Kontakte zu knüpfen.
Schritt: Wann findet das Clean Up statt?
Hierbei stellt sich die Frage, ob es ein einmaliges Event werden soll, oder ob Sie sich nun beispielsweise jeden ersten Samstag im Monat mit Ihren Helfenden treffen möchten, um gemeinsam die Umgebung zu säubern. Legen Sie ein Datum fest, sodass möglichst viele Menschen daran teilnehmen können.
Schritt: Wo möchten Sie aufräumen?Möglicherweise gibt es in Ihrer Umgebung einen Platz, einen Park oder einen anderen Ort, an dem der herumliegende Müll schon längere Zeit ein Dorn im Auge für Sie ist. Suchen Sie sich somit ein Ziel, das Sie selbst gerne säubern möchten.
Schritt: Machen Sie auf das Vorhaben aufmerksam
Durch die sozialen Netzwerke können Sie Ihr Clean Up ankündigen und Menschen in Ihrer Umgebung dazu animieren, ein Teil der Bewegung zu werden. Kommunizieren Sie dabei am besten klar die Hintergründe und organisatorischen Dinge Ihrer Säuberungsaktion. Auch die örtlichen Behörden können Sie dabei unterstützen. Beispielsweise durch die Anzeige in dem Gemeindeblatt, das Aufstellen von Mülleimern oder bei der Entsorgung des gesammelten Abfalls im Anschluss an das Clean Up.
Schritt: Organisation von Hilfsmitteln
Wenn Sie schließlich abschätzen können, wie viele Menschen an der Veranstaltung teilnehmen werden, ist die Beschaffung von Müllsäcken, Handschuhen sowie Müllzangen sehr wichtig. Achten Sie darauf, sich bei der Säuberung nicht zu verletzten und sorgen Sie für eine entsprechende, getrennte Entsorgung der Abfälle.
Schritt: Clean Up
Nun kann die Aufräumaktion starten! Auf geht‘s!
Schritt: Müllentsorgung
Kümmern Sie sich darum, dass der Müll richtig entsorgt wird. Möglicherweise unterstützt Sie hierbei die lokale Abfallwirtschaft. Diese stellen Ihnen Behälter und weitere Hilfsmittel zur Verfügung.
Schritt: Ergebnisse teilen
Nach dem Clean Up können Sie Fotos von dem gesammelten Müll veröffentlichen und von Ihrem Event berichten, sodass die Thematik mehr Aufmerksamkeit gewinnt und dadurch auch mehr Sensibilität für Müllvermeidung geschaffen wird – denn am besten landet dieser erst gar nicht in unserer Umwelt.
Weitere Anlaufstellen zur Teilnahme an einem Clean Up
Sie haben keine Möglichkeit, Ihr eigenes Clean Up zu starten? Dann schauen Sie bei worldcleanupday.de/veranstaltungen vorbei und finden Sie ein Event in Ihrer Nähe.
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Clean Up Tipps für den Alltag
Tipp: Müllsammeln im Urlaub
Auch bei einem gemütlichem Strandspaziergang im Urlaub können wir einen Teil zur Entlastung unserer Umwelt beitragen. Nehmen Sie doch beim nächsten Mal eine Tüte mit und sammeln Sie auf Ihrem Weg Abfälle, die angespült oder von Strandbesuchenden hinterlassen werden, ein.
Tipp: To-go-Artikel einsparen
Durch die Pandemie hat sich der Abfall von To-go-Einwegverpackungen stark erhöht. Hierbei könnte man sich selbst von zuhause passendes Mehrweggeschirr mitbringen, sodass der Müll nicht entsteht. Falls es sich nicht vermeiden lässt, finden Sie bestimmt nach dem Essen einen passenden Müllbehälter zur Entsorgung.
Tipp: Mit offenen Augen durch den Alltag
Ob auf dem Weg zur Arbeit, auf dem Spielplatz, beim Spaziergang: überall begegnen wir Abfällen, die wahllos in unserer Umwelt herumliegen. Wenn uns dieser auffällt, können wir uns den Müll schnappen und in die dafür vorgesehenen Abfalleimer entsorgen. Selbst wenn es nur eine herumliegende Maske ist, auch damit machen wir unsere Umgebung Stück für Stück ein bisschen freier von Verschmutzung.
Tipp: Müll richtig entsorgen
Uns allen nützt das vorbildliche Trennsystem Deutschlands nichts, wenn es nicht richtig genutzt wird. Achten Sie darauf, wo Sie beispielsweise Ihre Zigaretten in Mülleimern entsorgen und nicht auf den Boden werfen, sodass Sie unser wertvolles Grundwasser nicht verunreinigen. Falls Sie sich unsicher sind, wo Sie was entsorgen können, gibt es bei unserem Blogartikel Mülltrennung – so geht es richtig direkte Hilfe.
Mehr zum Thema Wasserschutz gibts auf wasser.badenovanetze.de.
Tipp: Müll vermeiden
Ob reparieren, umgestalten oder upcyceln - lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und kreieren Sie neue Dinge aus vermeidlichen Abfallprodukten und umgehen Sie somit neuem Müll und größerem Konsum. Kreative Ideen finden Sie in unserem Blogartikel im Beitrag Tetrapack Upcycling: Blumenvasen aus Milchtüten basteln.
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Helfen auch Sie mit, unsere Ozeane frei von (Plastik)Müll zu halten!
World Clean Up Day – Seien Sie Teil eines großen Ganzen
2018 wurde der World Clean Up Day ins Leben gerufen. Jährlich findet dieser nun am 3. Samstag im September weltweit statt. Dabei nehmen rund 20 Millionen Menschen auf der ganzen Welt teil, um gegen die Umweltverschmutzung anzukämpfen. Seien Sie auch ein Teil des großen Ganzen und fangen Sie an aufzuräumen! Mehr Infos finden Sie unter worldcleanupday.de/cleanup.
Was uns noch bewegt
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