Anorganische Zuschlagstoffe in Biogasanlagen 

Die Hochschule Offenburg testete wie sich verschiedene Zuschlagstoffe in der Biogasproduktion auf die Biogasproduktion und die Anlagen auswirken.

Industrielle Mischanlage mit mehreren Behältern und einer Darstellung von vier verschiedenfarbigen Pulvern auf Platten.
Projektdaten
ProjektnameAnorganische Zuschlagstoffe in Biogasanlagen
Projektnummer2015-11
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durchHochschule Offenburg
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme75.812 €

Effizienzsteigerung bei der Vergärung von Reststoffen

Das Projekt hat zum Ziel, die Biogasproduktion aus Abfall- und Reststoffen wie Molke durch den Einsatz mineralischer Zuschlagstoffe zu verbessern. Im Fokus stand die Frage, wie sich natürliche Mineralien wie Bentonit, Vermikulit oder Perlit auf die Fermentation auswirken und ob sie die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Anlagen steigern können.

Erkenntnisse aus der Molkebiogasanlage in Teningen

Ausgangspunkt war die Molkebiogasanlage der Käserei Monte Ziego in Teningen, wo Forscher der Hochschule Offenburg feststellten, dass Bentonit die Biogasproduktion deutlich verbesserte. Die Zuschlagstoffe wurden nicht von den Bakterien aufgenommen, sondern stabilisierten die Biogasbrühe und boten den Mikroorganismen eine Oberfläche zur Anlagerung. Die positiven Erfahrungen führten zur Ausweitung des Projekts auf weitere Stoffe und Versuchsanordnungen.

Technische Bewertung und Praxistauglichkeit

Die Wissenschaftler untersuchten, welche Störstoffe die Fermentation hemmen und welche Zuschlagstoffe dem entgegenwirken. Dabei prüften sie auch die Auswirkungen auf die Gesamtanlage, etwa auf Filter und Pumpen. Die Ergebnisse zeigten, dass mineralische Zuschlagstoffe eine kostengünstige und praktikable Lösung bieten, um die Biogasproduktion aus Reststoffen zu optimieren. Der Abschlussbericht sollte Anfang 2018 detaillierte Einblicke in die Forschungsergebnisse liefern.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Die Zuschlagstoffe Bentonit StabiSil P7, Braunkohlekoks C85 zeigten sich als geeignet, einer Versäuerung in kontinuierliche gefütterten Biogasanlagen entgegenzuwirken.

  • Bentonit StabiSil P7 kann mit einer Konzentration von 0,1 % bis 1,0 % und Braunkohlekoks C-85 bis zu einer Konzentration bis 1,5 % bei versäuernden Substraten eingesetzt werden, um die hydraulische Belastung einer Biogasanlage deutlich zu erhöhen.

  • Überdosierungen der anorganischen Zuschlagstoffe können zu einer Verminderung der Biogasausbeute führen. Allgemeingültige Voraussagen können nicht getroffen werden. Voruntersuchungen sind entsprechend der Paarung „anorganischer Zuschlagstoff/Biogassubstrat“ in jedem Fall dringend anzuraten.

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