2020-10
Interkommunale Nahwärmeversorgung Oberwolfach und Wolfach
Ziel des Projekts ist, die Nahwärmeversorgung in Wolfach und Oberwolfach zu modernisieren und auszubauen und so den lokalen Beitrag zum Klimaschutz zu steigern.
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| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektname | Interkommunale Nahwärmeversorgung Oberwolfach und Wolfach |
| Projektnummer | 2020-10 |
| Projektart | Bau & Anwendung |
| Projektträger | KWA GmbH u. Co Oberwolfach KG |
| Laufzeit | bis |
| Fördersumme | 150.000 € |
Ausbau der Nahwärmeversorgung für mehr Klimaschutz
Das Projekt zur regionalen Wärmewende verfolgte das Ziel, die bestehende Nahwärmeversorgung in Wolfach und Oberwolfach zu modernisieren und auszubauen. Im Mittelpunkt steht die Nutzung von Holzhackschnitzeln als zentrale Wärmequelle. Die bestehende Heizzentrale wurde durch eine neue Anlage ergänzt, in der ebenfalls ein großer Holzhackschnitzelkessel installiert wurde. Zusätzlich wurde ein externer Holzkessel einer Schreinerei in das Wärmenetz eingebunden. Das dort anfallende Resteholz konnte so effizient verwertet und zur Deckung der Grundlast in den Sommermonaten genutzt werden.
Kombination aus Holzenergie und Kraft-Wärme-Kopplung
Parallel zu den Holzkesseln wurde ein Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von rund 1.000 Kilowatt installiert. Dieses wurde in Verbindung mit einem großen Pufferspeicher betrieben und orientierte sich an den Anforderungen des Strommarktes. Ziel war es, Stromspitzen zu reduzieren und den lokalen Strombezug zu entlasten. In den Sommermonaten, wenn viel Photovoltaikstrom zur Verfügung stand, blieb das Blockheizkraftwerk außer Betrieb. Die Wärmeerzeugung wurde in dieser Zeit durch den Holzkessel der Schreinerei übernommen.
Effizienzsteigerung durch Wärmepumpe und Abwärmenutzung
Zur weiteren Optimierung der Energieeffizienz wurde eine Wärmepumpe in der Heizzentrale installiert. Diese nutzte sowohl die Abwärme des Blockheizkraftwerks als auch die durch Abgaskondensation gewonnene Wärme aus der Holzheizung. Durch diese Kombination konnte die Wärmeausbeute deutlich gesteigert und fossile Energieträger weiter ersetzt werden. Das Projekt zeigte, wie regionale Ressourcen sinnvoll genutzt und technische Komponenten intelligent miteinander verknüpft werden konnten, um einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Drei wesentliche Projekterkenntnisse
Projektplanung ist wichtig, Flexibilität ist noch wichtiger, Wirtschaftlichkeit ist das Wichtigste. Im Laufe des Projekts wurden durch höhere Gewalt, (geo-)politische Ereignisse und daraus folgende Marktveränderungen immer wieder neue Fakten geschaffen. Ohne die schnelle und flexible Anpassung der Konzepte, Strategien und Entwicklungsmöglichkeiten über die Gemeindegrenzen hinaus wäre das Projekt zum Scheitern verurteilt gewesen. Bei diesen Anpassungen kommt in den weitläufigen dörflichen Strukturen insbesondere dem Wirtschaftlichkeitsaspekt große Bedeutung zu. Ein unwirtschaftliches Projekt ist nicht entwicklungsfähig. Die Optimierung der Erzeugerstrukturen und die konsequente Nutzung der dazu bestehenden Fördermöglichkeiten sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg. Hierzu bedarf es erfahrener und kompetenter Planer und kurzer Entscheidungswege.
Für den wirtschaftlichen Betrieb eines Wärmenetzes ist eine hohe Wärmedichte unerlässlich was in ländlichen Strukturen nur mit einer hohen Anschlussquote zu gewährleisten ist. Hier können Förderprogramme für Interessentenberatung und Kundenaquise (hier Quartiersmanagement) erheblich unterstützen. Ohne eine maßgebliche Investitionsförderung sind Netze in dörflichen Siedlungsstrukturen nicht wirtschaftlich zu betreiben. Synergien mit anderen Medien, wie z.B. Wasserversorgung, Breitband, Strom erleichtern die Finanzierung des Ausbaus der Nahwärmeversorgung und machen den Anschluss für Interessenten attraktiver.
Finanzielle Aspekte sind bei der Entscheidung für oder gegen eine mit erneuerbaren Energien betriebene Heizung von zentraler Bedeutung. Der Nachhaltigkeitsgedanke spielt in der Mehrzahl der Fälle eine untergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund sind sowohl die durchsetzbaren einmaligen Anschlusskostenbeiträge als auch die voraussichtlichen Wärmepreise nach oben begrenzt. Beim Kostenvergleich bleiben abstrakte Kostenvorteile (eingesparte Wartungskosten, Refinanzierungskosten) gerne unberücksichtigt.
Downloads und weitere Infos
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