Kleine Windkraftanlagen auf Lörrachs Dächern
Die Stadt Lörrach erforschte inwieweit das Windkraftpotenzial der Stadt genutzt und die Stromerzeugung mit Kleinwindkraft auf Dächern realisiert werden kann.
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| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektname | Dezentrale Stromerzeugung in der Fläche mit Kleinwindkraft |
| Projektnummer | 2012-13 |
| Projektart | Forschung & Studien |
| Umsetzung durch | Stadt Lörrach |
| Laufzeit | bis |
| Projektstatus | Abgeschlossen |
| Fördersumme | 16.381 € |
Netzparität und wirtschaftliche Veränderungen bei Solaranlagen
In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Solaranlagen in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Attraktive Einspeisevergütungen führten dazu, dass der erzeugte Solarstrom überwiegend in das öffentliche Stromnetz eingespeist wurde. Mit der Zeit sinken diese Vergütungen jedoch und nähern sich dem Strompreis aus dem Netz an oder liegen sogar darunter. Diese sogenannte Netzparität verändert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Betreiber von Photovoltaikanlagen. Der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms wird dadurch zunehmend attraktiver, setzt jedoch Investitionen in Stromspeicher voraus, um den Solarstrom zeitlich flexibel nutzen zu können.
Analyse von Netz und Nutzerverhalten im Freiburger Verteilnetz
Vor diesem Hintergrund untersuchten das Fraunhofer‑Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und die badenova anhand des Freiburger Verteilnetzes die Auswirkungen der Netzparität auf Stromnetz und Nutzerverhalten. Grundlage der Untersuchung war das geografische Informationssystem der badenova. Mithilfe dieser Daten analysierten die Wissenschaftler, welche Solaranlagen zu welchen Zeiten und an welchen Standorten Strom produzieren und ab welchem Zeitpunkt es für Anlagenbesitzer wirtschaftlich sinnvoll ist, den Strom selbst zu nutzen. Die Auswertung zeigte, wie sich Erzeugungsprofile und Eigenverbrauchspotenziale räumlich und zeitlich verteilen.
Szenarien, Auswirkungen und Vorbereitung auf einen dezentralen Strommarkt
Auf Basis der Analyse entwickelten die Projektpartner verschiedene Szenarien, die Chancen und Risiken der Netzparität sowohl für Anlagenbetreiber als auch für Netzbetreiber gegenüberstellen. Dabei wurden mögliche Auswirkungen auf Strompreise und Umwelt betrachtet. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen zudem als Grundlage für eine Informationskampagne für Besitzer von Solaranlagen. Das Projekt unterstützt Netzbetreiber und Anlagenbesitzer dabei, sich auf einen künftig stärker dezentral organisierten Strommarkt einzustellen und die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen besser einschätzen zu können.
Drei wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt
Die Preise von Kleinwindkraftanlagen haben sich in den letzten Jahren nicht wesentlich nach unten entwickelt, da die entsprechenden Abnahmemengen fehlen und die Stückkosten sich dadurch nicht wesentlich reduziert haben. Eine Konsolidierung am Markt fand zwar zum Teil seit Beginn des Projektes statt, war aber eher auf Anlagenhersteller schlechter Qualität und deren Haftung bedingt. Die Preise für die Komponenten wie z.B. Fundation, Aufstellung des Mastes mittels Kran etc. haben sich kaum verändert. Bei gegebenen Windverhältnissen kann daher nur ein optimal großer Rotor und damit die „Windfangflächenvergrößerung“ eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit hervorrufen. Wesentliche Stückkostenreduktionen werden erst mit höheren Mengenzahlen zu erwarten sein, wie es auch bei den Photovoltaikanlagen der Fall war.
Erst gesicherte artenschutzrechtliche Ergebnisse z.B. aus einer Studie des BfN, können in der Kleinwindkraftanlagenherstellerbranche zu verlässlichen Entscheidungen führen. Daher sollte die weitere Grundlagenforschung bundesweit dringend vorangetrieben werden, um Planungssicherheit für alle Beteiligten zu erreichen. U.a. damit, könnte die Kleinwindkraft politisch besser gefördert werden. Auch PV-Anlagen haben ihre Risiken z.B. Lichtbögen bei Bränden. Die Risiken sind aber beherrschbar. Geplant werden kann aber nur mit fundierten Fachinformationen. In der großen Windkraft konnte dies auch erreicht werden, z.B. Abschaltungen um Schattenwurf zu vermeiden oder zu bestimmten Brutzeiten. Für die tatsächlichen Erfahrungen müssen noch mehr Grundlagenforschungen getätigt werden und dies nicht gegen, sondern gerade in Zusammenarbeit mit Herstellern.
Mit einer guten Kartierung kann eine Kommune/ ein Landkreis naturschutzrechtliche Prüfungen unterstützen, diese zeitlich optimieren und damit auch Kosten für Installationswillige sparen.
Downloads und weitere Infosojek
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