Wie deckst Du Deinen täglichen Wasserbedarf? Mit Leitungswasser oder mit Mineralwasser aus der Flasche? Viele Konsumenten erhoffen sich durch den Kauf von Mineralwasser eine höhere Wasserqualität oder sind sich nicht sicher, wie es um die Trinkwasserqualität ihres Leitungswassers steht. Egal, ob Du gekauftes Mineralwasser oder Wasser aus dem Hahn bevorzugst: Erfahre in diesem Beitrag, welches Wasser das gesündeste ist.


Was ist der Unterschied zwischen Trink-, Mineral- und Tafelwasser?

Was ist Trinkwasser?

Trinkwasser stammt vor allem aus Grundwasser sowie aus Oberflächenwasser aus Flüssen, Seen und Talsperren. Aufbereitet von Wasserwerken, gelangt es als Leitungswasser zu Dir nach Hause. Wusstest Du, dass Trinkwasser aufgrund der komplexen und regelmäßig durchgeführten Untersuchungen zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln unseres Landes gehört? Im Rahmen der Trinkwasseranalyse und Qualitätssicherung werden mehr als 100 Einzelparameter untersucht und ungefähr 400.000 Einzelanalysen vorgenommen.

Was ist Mineralwasser?

Als Mineralwasser dürfen sich nur Wässer bezeichnen, die aus unterirdischen und geschützten Quellen stammen und Mineralien sowie Spurenelemente enthalten. Eine gesetzliche Mindestmenge an Mineralstoffen ist dabei nicht vorgeschrieben. Jedoch soll der Anteil an Mineralien im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant bleiben.

Was ist Tafelwasser?

Im Gegensatz zu Trinkwasser- und Mineralwasser kann Tafelwasser verschiedene Wasserarten enthalten, ohne dafür eine amtliche Anerkennung zu benötigen. Tafelwasser ist ein industriell hergestelltes Erfrischungsgetränk, das zum Großteil aus Trinkwasser besteht. In der Regel wird es komplett demineralisiert, um danach wieder mit Mineralstoffen angereichert zu werden. Wenn Du beispielsweise Dein Leitungswasser mithilfe von Gaspatronen aufsprudeln, produzierst Du Tafelwasser.

Welches Wasser ist das gesündeste und nachhaltigste?

Leitungswasser
Um das Grundwasservorkommen in Deutschland besonders zu schützen, wurden die Fassungsanlagen von Grundwasser als Wasserschutzgebiete ausgewiesen. Diese Schutzgebiete sind in drei Zonen eingeteilt, für die unterschiedliche rechtliche Auflagen gelten. So ist es beispielsweise in einer engeren Schutzzone nicht erlaubt, bauliche Maßnahmen zu ergreifen. Auch eine landwirtschaftliche Nutzung der Bodenflächen ist hier nur mit sehr strengen Auflagen möglich. Die regelmäßige und strenge Kontrolle der deutschen Wasserschutzgebiete garantiert Leitungswasser von hoher Qualität und Güte. Um die Trinkwasserqualität weiter zu verbessern, wurde im Jahr 2015 zwischen dem Land Baden-Württemberg und dem Zweckverband Landeswasserversorgung außerdem die Vereinbarung getroffen, den Stickstoffüberschuss auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen im Wasserschutzgebiet zu reduzieren. Bis 2030 soll der Nitratgehalt im Grundwasser auf 30 Milligramm pro Liter gesenkt werden. Der aktuelle Nitratgehalt liegt bei 50 Milligramm je Liter und stellt keine Überschreitung des momentan geltenden Grenzwerts dar.

Mineralwasser
Laut aktuellster Berichte können deutsche Konsumenten aus mehr als 500 Mineral- sowie 35 Heilwässern wählen! Im Jahr 2018 lag der durchschnittliche Konsum von Mineral- und Heilwasser je Einwohner bei 150,5 Liter pro Jahr. Im Vergleich: 1970 waren es noch bescheidene 12,5 Liter Mineralwasser, die pro Kopf und Jahr konsumiert wurden. Muss Mineralwasser mehr Mineralstoffe enthalten als Leitungswasser? Wie eine Studie der Stiftung Warentest ergeben hat, ist dem nicht so. Jedes zweite der untersuchten stillen Mineralwässer enthält nur wenige Mineralstoffe. Nur acht von 30 untersuchten Mineralwässer konnten einen höheren Mineralstoffwert aufweisen als das mineralstoffreichste Leitungswasser.

Stilles oder prickelndes Mineralwasser?

Stilles Mineralwasser gilt als besonders gesund und wird deshalb öfter gekauft als Mineralwasser mit Kohlensäure. Eine Annahme, die nur bedingt richtig ist. Stille Mineralwässer enthalten Untersuchungen zufolge oft Keime, die für Babys oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem bedenklich werden können. In einigen stillen Mineralwässern wurden zudem chemische Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sowie Wasch- und Reinigungsmitteln gefunden. Diese sollen zwar in gesundheitlicher Hinsicht unbedenklich sein, können aber ein Hinweis darauf sein, dass Mineralwasserquellen nicht immer ausreichend geschützt werden.

Was für Kohlensäure im Mineralwasser spricht, ist neben einer keimhemmenden Wirkung vor allem der Erfrischungseffekt. Dieser wird von vielen Menschen bei sprudelndem Mineralwasser höher als beim Genuss von stillem Wasser eingestuft. Da Kohlensäure das Wasser außerdem leicht säuert, wird prickelndes Wasser oft als geschmacksintensivere Variante vorgezogen. Nicht zuletzt verlängert Kohlensäure auch die Haltbarkeit des Mineralwassers. Allerdings kann Kohlensäure bei empfindlichen Menschen Blähungen und Sodbrennen verursachen.

Für mehr Nachhaltigkeit: Trinkwasser aus dem Hahn!

Leitungswasser ist die klimafreundlichste und günstigste Möglichkeit, den Durst zu stillen. Frisch, jederzeit verfügbar und von hoher Qualität, kann unser Leitungswasser überall in Deutschland bedenkenlos getrunken werden. Während ein Liter Leitungswasser ungefähr einen halben Cent kostet, muss man für das teuerste Mineralwasser 70 Cent pro Liter auf die Theke legen! Oft enthält Leitungswasser sogar mehr Mineralstoffe als die im Handel angebotenen Mineralwässer. Durch den Genuss von Leitungswasser sparen Sie nicht nur Geld, Abfall, Transportwege und mühsame Schlepperei, sondern schonen dabei auch die Umwelt.


Glasflasche statt PET-Flasche!

Wenn Du dennoch gekauftes Mineralwasser trinken möchtest, greife bitte zu Mineralwasser in Glasflaschen. Die Herstellung von PET-Flaschen auf Erdölbasis ist nicht nur mit einem extremen Energieaufwand verbunden. Sie können aufgrund ihrer gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe auch für Deine Gesundheit bedenklich sein. Darüber hinaus landen viele dieser schwer verrottbaren Plastikflaschen in der Natur statt in einer Recyclinganlage.

Unter den Gesichtspunkten „Nachhaltigkeit“ und „Gesundheit“ ist Leitungswasser eindeutig die bessere Option, um sich mit Trinkwasser zu versorgen.

Wo kannst Du Deine Wasserqualität testen lassen?

Dein örtlicher Wasserversorger kann die Wasserqualität nur bis zu Deiner Hausleitungen garantieren. Wie in Deutschland die Wasserqualität sichergestellt wird, kannst Du in diesem Blogbeitrag nachlesen.

In Freiburg und Umgebung ist dies bnNETZE. Um sicherzugehen, dass Dein Trinkwasser wirklich unbedenklich ist, kannst Du Dein Leitungswasser auch selbst überprüfen. Die dafür nötigen Wasserteststreifen sind im Fachhandel sowie in Apotheken erhältlich. Die Teststreifen untersuchen zwar nur wenige, jedoch entscheidende Kriterien. Dazu gehören Bakterien, Nitrate und Nitrite sowie pH-Werte. Wenn bei Dir zuhause noch alte Leitungen verlegt sein sollten, gibt es auch spezielle Teststreifen, die Dir Auskunft über den Bleigehalt in Deinem Wasser geben. Für eine exakte Analyse zur Qualitätssicherung Deines Leitungswassers empfehlen wir Dir, eine Wasserprobe in ein entsprechendes Fachlabor zu schicken.