Überall heißt es, man soll regional und direkt beim Erzeuger einkaufen, um nachhaltiger zu leben. Aber ist regional immer auch gleich nachhaltig(er)? In unserem Blogbeitrag zeigen wir Dir, welche positiven Auswirkungen regionales Einkaufen haben kann, worauf Du aber dennoch achten solltest.

Die Umwelt wird Dir danken

Wenn Du regional einkaufst, dann bedeutet das, dass Du Produkte kaufst, die in Deiner nahen Umgebung angebaut beziehungsweise produziert wurden. Das kann einen positiven Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck Deines Produkts haben, denn Dein Essen musste nicht tausende von Kilometern anreisen, um auf Deinem Teller zu landen. Viele Produkte – vor allem Lebensmittel, darunter Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst – werden häufig eingeflogen oder kommen per LKW. Durch diese Transportwege entsteht schädliches CO2, was durch den daraus entstehenden Treibhauseffekt enorm unsere Natur belastet. Außerdem können die Gemüse- und Obstsorten aus Deiner Region erntefrisch bezogen werden. Das heißt, beim Bauern um die Ecke einzukaufen, gewährleistet mehr Frische und zudem einen höheren Nährstoffgehalt. Das liegt mitunter auch daran, dass die Lebensmittel nicht aufwendig für den Transport bearbeitet werden müssen. Ware, die weite Transportwege vor sich hat, wird auch stärker mit Pestiziden behandelt, damit sie die lange Reise unbeschadet übersteht und knackig-frisch dem Kunden präsentiert werden kann.

Regional, aber richtig

Neben der Herkunft, solltest Du aber auch darauf achten, was Du isst: Nimmst Du überwiegend pflanzliche Produkte zu Dir, sorgst Du für eine bessere Klimabilanz als mit tierischen Produkten wie Fleisch, Eier oder Käse. Diese brauchen nämlich im Vergleich zu pflanzlichen Lebensmitteln viel Energie und Wasser bei ihrer Herstellung. Rinder, Ziegen und Schafe stoßen zudem umweltschädliches Methan aus. Methan belastet unser Klima sogar um ein Vielfaches mehr als das in aller Munde verbreitete CO2. Das betrifft natürlich auch regionales Fleisch. Daher ist die Kostzusammenstellung auch ein wichtiger Faktor, um mit regionalem Einkaufen für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen. Bedarf es denn wirklich jeden Tag Fleisch? Wir finden, dass es viele gute Alternativen gibt, die schmecken und zudem noch gut fürs Klima sind.
Gemüsebowl mit Tofu.
Wir finden pflanzliche Ernährung klasse und Tofu kann mit der richtigen Zubereitung wunderbar als Fleischersatz dienen. Achte beim Kauf auf Biotofu aus Deutschland.

Du bist, was Du isst

Eine Kost aus überwiegend pflanzlichen Lebensmitteln ist aber nicht nur gesünder für unsere Welt, sondern auch für Dich. Wenn Du Dir den Ernährungskreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ansiehst, dann erkennst Du, dass eine ausgewogene, gesunde Ernährung überwiegend auf pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst und Getreide basiert.


Ewiger Saisonkalender

Unser Saisonkalender kann Dir helfen, den Überblick nicht zu verlieren, welches Obst und Gemüse gerade regional zu erhalten ist.


Bio statt konventionell

Aber auch viele Getreide- und Pseudogetreidesorten werden in Deutschland angebaut und sind somit regional erhältlich. Beispielsweise Hirse, Hafer, Weizen und Roggen, sowie Quinoa, Buchweizen und Amaranth. Bei all Deinen Einkäufen ist es daher wichtig, neben der Regionalität auch auf andere Aspekte zu achten. Beispielsweise ist es auch wichtig, zu beachten, auf welche Weise Deine Produkte hergestellt wurden – Lebensmittel in Bio-Qualität sind durch den Verzicht auf Pestizide und Herbizide umweltfreundlicher als Lebensmittel aus konventionellem Anbau. Um also einen Unterschied zu machen und mit Deinem Konsumverhalten für mehr Nachhaltigkeit beizutragen, ist es wichtig, mit welchen anderen Gesichtspunkten Du regional Einkaufen kombinierst.

Gemüsekorb mit Bio-Lebensmitteln.
"Bio ist teuer" - Bio ist aber auch Umweltschutz. Und je mehr Menschen Produkte in Bio-Qualität kaufen, desto günstiger können sie in Zukunft auch angeboten werden.

Sozialer Effekt

„Support your local“: Regionales Einkaufen bringt aber nicht nur nachhaltig-ökologische und gesundheitliche Vorteile mit sich, sondern auch nachhaltig-soziale. Denn wenn Du beispielsweise bei heimischen Bauern einkaufst und sie in ihrer wertvollen Arbeit unterstützt, dann trägst Du zu wirtschaftlicher Stabilität Deiner Region bei. Damit müssen aber nicht nur Lebensmittel gemeint sein. Es kann auch ein Besuch bei Deinem lokalen Näher, der Schuhmacherin oder dem Glasbläser sein. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist es umso wichtiger, kleine regionale Geschäfte zu unterstützen, statt weit angereiste Ware zu kaufen. Auch kann ein vielfältigeres Angebot erhalten bleiben und kleinere Geschäfte können weiterhin ihre selbst gefertigten Unikate verkaufen, was auch zu mehr Lebensqualität in Deiner Region führen kann.

Support your local

Die Coronapandemie zeigt uns allen nochmals mehr, wie wichtig es ist, regionale Händler zu unterstützen. Daher hat badenova ihre Crowdfunding-Plattform SCHWARZWALD-CROWD, die ursprünglich für Vereine und gemeinnützige Organisationen konzipiert wurde, für alle Bereiche geöffnet, die durch die aktuellen Entwicklungen aufgrund der Corona-Krise mit Einnahmeverlusten zu kämpfen haben. Mehr dazu gibt's auf schwarzwald-crowd.de


#WirFürEuch Kampagne
Unter unserer Kampagne #WirFürEuch laufen verschiedene Aktionen, wie wir als Unternehmen in der Corona-Pandemie für Euch da sind – u. a. die Öffnung der SCHWARZWALD-CROWD für Selbstständige und Kleinunternehmen, die durch die Coronakrise in finanzielle Nöte geraten sind.

Regional und fair

Bei Produkten, die in Deutschland produziert wurden, kannst Du außerdem davon ausgehen, dass hier die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass es eine faire Entlohnung gab und mehr auf die Gesundheit der Arbeitnehmer geachtet wurde. Anders als beispielsweise in China gibt es hierzulande nämlich strengere Gesetze und Auflagen, die das Wohl des Arbeitnehmers schützen. Wenn Du Dich über Arbeitsbedingungen näher informieren willst, dann können Gütesiegel Transparenz schaffen. Andernfalls hat heutzutage nahezu jedes Unternehmen einen Webauftritt. Dort kannst Du in der Regel auch Informationen dazu beziehen oder Du bist aktiv und fragst direkt vor Ort nach. Mit regionalem Einkaufen kannst Du also auch indirekt für eine bessere und fairere Entlohnung und Arbeitsbedingungen sorgen als mit einem Kauf aus Schwellen- oder Entwicklungsländern.

Aber...

  • Nur weil etwas von Menschen aus Deiner Region gefertigt oder produziert wurde, ist es nicht gleich nachhaltig. Informiere Dich also auch, woher die Materialien wie Stoffe (beispielsweise der Schneiderei) bezogen wurden.
  • Auf Wochenmärkten mitdenken: Nur weil Bananen und Melonen angeboten werden, wachsen diese nicht in Deutschland. Leider auch nicht im Sommer.