PV20plus - Photovoltaik nach 20 Betriebsjahren 

Lohnt es sich, alte PV-Anlagen weiter zu betreiben? PV20plus hilft, diese Frage im Interesse der Betreiber_innen und der Umwelt zu beantworten.

Illustration einer alten Photovoltaikanlage, die nachhaltig weiter betrieben wird - im Interesse von Umwelt und Wirtschaftlichkeit.
Projektdaten
ProjektnamePV20plus - Photovoltaik nach 20 Betriebsjahren
Projektnummer2024-A-003
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durchFraunhofer-Institut für solare Energiesysteme ISE
Laufzeit bis
Fördersumme149.951 €

Nachhaltige Bewertung alter PV-Anlagen

Das zentrale Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines sicheren und effizienten Verfahrens zur Bewertung des Restlebensdauer- und Repowering-Potenzials von Photovoltaikanlagen, die aus der EEG-Förderung gefallen sind. Dabei soll die technische Bewertung mit minimalem Inspektionsaufwand vor Ort erfolgen – idealerweise ohne Betriebsunterbrechung oder Moduldemontage. Durch Automatisierung, Digitalisierung und optimierte Wartungsprozesse soll eine fundierte Entscheidungsgrundlage geschaffen werden, um den Weiterbetrieb, ein Repowering oder die Demontage der Anlagen nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten.

Ausgangslage und Herausforderungen

Seit dem Inkrafttreten des EEG im Jahr 2000 wurden zahlreiche PV-Anlagen installiert, insbesondere zwischen 2004 und 2008. Viele dieser Anlagen erreichen nun das Ende ihrer Förderperiode und stehen vor der Frage, wie es weitergehen soll. Technische Alterung, wirtschaftliche Unsicherheiten und ökologische Aspekte machen die Entscheidung komplex. Eigentümer und Eigentümerinnen müssen abwägen, ob ein Weiterbetrieb zu Marktbedingungen sinnvoll ist, ob ein Repowering lohnt oder ob eine Second-Life-Nutzung der Module möglich ist. Bisher fehlen jedoch einfache und verlässliche Modelle zur Bewertung dieser Optionen, was häufig zu vorschnellen Entscheidungen zugunsten von Neuinstallationen führt.

Methodik und Innovation

Im Rahmen des Projekts soll ein Entscheidungsbaum entwickelt werden, der technische, ökonomische und ökologische Faktoren berücksichtigt. Der Fokus liegt auf der technischen Bewertung, die mit möglichst geringem Aufwand durchgeführt werden soll. Hierfür werden bekannte Messverfahren aus Labor und Praxis kombiniert und schrittweise automatisiert. Ziel ist es, durch intelligente Inspektionsmethoden im laufenden Betrieb belastbare Aussagen über den Zustand aller verbauten Module zu treffen. Kommerzielle Prüfgeräte sollen durch wissenschaftliche Messungen ergänzt und validiert werden, um eine fundierte Entscheidungsbasis für Betreiber und Betreiberinnen zu schaffen.

 

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