Mehr Biogas für Neuried 

Innovative Studie zum Einsatz einer Hydrolyse-Vorstufe in Biogasanlagen kombiniert verschiedene unerprobte Methoden für mehr umweltfreundliches Biogas.

Ein schneebedecktes Industriegelaende mit großen runden Lagertanks, Kraenen und Baumaterialien unter strahlend blauem Himmel.
Projektdaten
ProjektnameStudie zum Einsatz neuer Einsatzstoffe durch eine Hydrolyse-Vorstufe
Projektnummer 2009-16
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durch Hybridkraftwerk Neuried GmbH
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme47.000 €

Erweiterung der Biogaserzeugung durch neue Verfahren

Viele Biomassematerialien eignen sich derzeit nur eingeschränkt für den Einsatz in Biogasanlagen. Dazu gehören insbesondere Rest- und Abfallstoffe aus der Landwirtschaft, der Nahrungsmittelproduktion sowie Grünschnitte aus der Landschaftspflege. Im Hybridkraftwerk Neuried sollte untersucht werden, ob sich solche Stoffe besser für die Biogasproduktion nutzen lassen. Ziel des Projekts war es, durch den Einsatz zusätzlicher Verfahrensschritte den Ertrag dieser bislang wenig genutzten Biomassen zu steigern.

Testbetrieb mit Hydrolysestufe im Hybridkraftwerk Neuried

Im Rahmen des Projekts wurden im Hybridkraftwerk zwei parallel laufende Anlagen betrieben. Während in beiden Anlagen bisher eine konventionelle Trockenfermentation stattfand, wurde eine Anlage um ein neues Verfahren ergänzt. Dabei kam eine Hydrolysestufe zum Einsatz, bei der die Biomasse durch eine Reaktion mit Wasser aufgespalten wird. Die herkömmliche Trockenfermentation führt die anfallende Flüssigkeit dem Gärgut regelmäßig wieder zu, sodass die darin enthaltenen Bakterien den Gärprozess aufrechterhalten. Ziel der Erweiterung war es zu prüfen, ob die zusätzliche Aufspaltung die Biomasse für die Bakterien besser nutzbar macht.

Innovative Prozesskombination und Vergleich der Ergebnisse

Die Studie zeichnete sich dadurch aus, dass mehrere Verfahren erstmals in einer neuen Kombination getestet wurden. Zunächst wurde die Biomasse mechanisch verkleinert. Anschließend mischte eine Anlage die Stoffe mit bakterienhaltiger Gärflüssigkeit und setzte damit den Gärprozess in Gang. Ein Inlinezerkleinerer homogenisierte die Masse weiter, sodass sie pumpfähig wurde. Dabei entstehendes Biogas wurde direkt abgesaugt. Durch die Zerkleinerung lagen die Stoffe mit einer größeren Oberfläche vor, was den Bakterien ihre Arbeit erleichterte. Da nur eine der beiden Anlagen mit dem neuen Verfahren betrieben wurde, konnten die erzielten Ergebnisse direkt mit der konventionellen Fermentation verglichen werden. Erweist sich das Verfahren als erfolgreich und wirtschaftlich, könnte es auf viele der rund 4.000 Biogasanlagen in Deutschland übertragen werden und zu einer höheren Produktion von umweltfreundlichem Biogas beitragen.

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