2016-02

Optimierung der Verstromung von veränderlichen Schwachgasen im kleinen Leistungsbereich 

In diesem Projekt wurden die Holzvergaser-BHKW des Geflügelhofs Zapf mithilfe von Graphitkolben und einer Steuerungstechnik für die Motordrehzahl optimiert.

Nahaufnahme eines Motors mit vier Zündkerzen, die durch blaue Kabel verbunden sind, umgeben von metallischen Gewebeschläuchen und mechanischen Bauteilen.
Projektdaten
ProjektnameOptimierung der Verstromung von veränderlichen Schwachgasen im kleinen Leistungsbereich
Projektnummer2016-02
ProjektartBau & Anwendung
ProjektträgerGünter und Martin Zapf Energie GbR mbH
Laufzeit bis
Fördersumme125.250 €

Optimierung der Holzgasverstromung im landwirtschaftlichen Betrieb

Mit dem Projekt soll erreicht werden, die Energieversorgung des Geflügelhofs Zapf in Gengenbach durch den Einsatz von Holzvergaser-BHKWs effizienter und robuster zu gestalten. Im Mittelpunkt stand die Verbesserung der Verstromung von Holzgas, einem schwachen und ungenormten Brenngas, das aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird. Die Projektpartner wollten zeigen, wie sich durch technische Anpassungen und neue Werkstoffe die Betriebssicherheit erhöhen und der Wirkungsgrad verbessern lässt.

Einsatz innovativer Kolbentechnik und Steuerungssysteme

Im Projekt wurden drei Holzvergaser-BHKWs installiert, die das Holz unter Hitzeeinwirkung in Brenngas umwandeln. Schnell zeigte sich, dass herkömmliche Motoren nicht optimal auf Holzgas abgestimmt waren. Probleme wie Ölverunreinigung und hoher Verschleiß traten auf. Als Lösung kamen erstmals Graphitkolben zum Einsatz, die sich durch hohe Temperaturbeständigkeit und selbstschmierende Eigenschaften auszeichneten. Zusätzlich wurde eine Steuerungstechnik entwickelt, die die Motordrehzahl flexibel an die schwankende Gasqualität anpasst. Durch die Entkopplung von der Netzfrequenz konnte die Verbrennung optimiert und die Abgaswerte verbessert werden.

Wissenschaftliche Begleitung und Praxistauglichkeit

Die Hochschulen Mittelhessen und Offenburg begleiteten das Projekt mit einem engmaschigen Monitoring und einer abschließenden Evaluation. Die Ergebnisse zeigten, dass sich durch gezielte technische Anpassungen und den Einsatz neuer Materialien die Effizienz von Holzgas-BHKWs deutlich steigern ließ. Das Projekt leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Holzvergasungstechnologie und zur Marktfähigkeit von Anlagen, die mit ungenormten Biogasen betrieben werden.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Grundlegende Probleme von Graphitkolben konnten erkannt und behoben werden, insbesondere hinsichtlich der zu verbessernden Fertigungstoleranzen und dem Entwicklungsbedarf bei den Kolbenringen.

  • Das Projekt erzielte eine verbesserte Verbrennung und damit einen verbesserten Wirkungsgrad in der Stromproduktion und verringerte Abgaswerte. Das macht ähnliche Anlagen vor allem an Standorten ohne geeignete Wärmeabnahme interessant.

  • Das gewonnene Fachwissen kann zukünftig anderen Betreibern helfen, neue Lösungsansätze bei Holzvergaseranlagen zu finden.

Downloads und weitere Infos

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