Wärmeträgerflüssigkeiten in der Geothermie 

Gefährdungsabschätzung der Wärmeträgerflüssigkeiten auf Umweltverträglichkeit als Beitrag zum Schutz des Trinkwassers und zur geothermischen Optimierung.

Silhouetten von Menschen, die sich gegenseitig helfen, einen Berggipfel zu erklimmen, mit einem strahlenden Sonnenuntergang im Hintergrund.
Projektdaten
ProjektnameWärmeträgerfluide in der Geothermie: Exemplarische Gefährdungsabschätzung
Projektnummer 2010-03
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durch badenova
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme48.600 €

Geothermie und Einsatz von Wärmeträgerfluiden

Die Nutzung von Geothermie, also der im Erdreich vorhandenen Wärme, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Allein in Baden‑Württemberg sind derzeit rund 17.000 Erdwärmesonden im Einsatz, wobei der Oberrheingraben als besonders geeignet gilt. Um die Wärme aus dem Untergrund in Gebäude zu transportieren, werden in geothermischen Anlagen spezielle Wärmeträgerflüssigkeiten, sogenannte Fluide, eingesetzt. Über deren genaue Zusammensetzung sowie mögliche Auswirkungen auf Umwelt und Grundwasser lagen bislang jedoch nur begrenzte Erkenntnisse vor.

Untersuchung von Zusammensetzung und Umweltverträglichkeit

Ein Projektteam aus Fachleuten von badenova und Experten des Technologiezentrums Wasser (TZW) in Karlsruhe widmete sich daher der Frage, wie diese Fluide aufgebaut sind und welche Risiken von ihnen ausgehen könnten. Bekannt ist, dass die Hauptbestandteile in der Regel Ethylen‑ oder Propylenglykol sind, zwei biologisch abbaubare und vergleichsweise wenig toxische Alkohole. Unklar war bislang jedoch, welche Zusatz‑, Duft‑ oder Farbstoffe die handelsüblichen Produkte enthalten, da diese Angaben meist als Betriebsgeheimnisse gelten. Die Wissenschaftler des TZW analysierten deshalb zunächst die Inhaltsstoffe verschiedener marktüblicher Fluide.

Bewertung der Risiken und Beitrag zum Grundwasserschutz

Auf Basis dieser Analysen untersuchte das Projekt, wie gut die Bestandteile der Fluide abbaubar sind und ob einzelne Stoffe oder deren Abbauprodukte im Grundwasser schädliche Wirkungen entfalten können. Für problematische Substanzen konnten alternative Stoffe vorgeschlagen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen in das Positionspapier „Erdwärmenutzung in Trinkwassereinzugsgebieten“ ein. Damit leistete das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Optimierung geothermischer Anlagen und zum Schutz des Grundwassers bei der Nutzung dieser erneuerbaren Energieform.

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