2016-04

Aufklärung der Quellen und Eintragspfade für Chromat im Rohwasser von Trinkwasserversorgern im südlichen Oberrheingraben und Ableitung von Handlungsempfehlungen zu ihrer Beseitigung 

Im Projekt mit dem Partner bnNETZE, war es das Ziel, Quellen für Chromat im Rohwasser von Trinkwasserversorgern zu finden und aufzuklären.

Eine Laborausstattung umfasst moderne wissenschaftliche Geräte mit angeschlossenen Schläuchen und Behältern, die für chemische Analysen oder Experimente verwendet werden.
Projektdaten
ProjektnameAufklärung der Quellen und Eintragspfade für Chromat im Rohwasser von Trinkwasserversorgern im südlichen Oberrheingraben und Ableitung von Handlungsempfehlungen zu ihrer Beseitigung
Projektnummer2016-04
ProjektartForschung & Studien
ProjektträgerBadenova Netze GmbH
Laufzeit bis
Fördersumme131.270 €

Schutz des Trinkwassers durch Ursachenforschung

Das Projekt zielt darauf ab, die Eintragswege von Chromat in das Grund- und Trinkwasser der Region Oberrhein zu identifizieren und wissenschaftlich zu bewerten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie und wo die gesundheitlich bedenkliche sechswertige Chromverbindung ins Wasser gelangt. Da Wasserwerke bislang über keine wirksamen Methoden zur Reduktion von Chromatbelastungen verfügen, sollte das Projekt eine fundierte Grundlage schaffen, um gezielte Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasserversorgung ableiten zu können.

Regionale Analyse und Monitoringprogramm

Die Projektpartner:innen Badenova Netze und das Technologiezentrum Wasser führten eine regional hochauflösende Studie durch, in der Wasserproben von verschiedenen Versorgern analysiert wurden. Ziel war es, Belastungsschwerpunkte zu erkennen und deren Ursachen zu erforschen. Ergänzend wurden Fachliteratur, kommunale Daten, geologische Karten und Gutachten ausgewertet, um mögliche Quellen wie industrielle Einträge oder Altlasten aus Mülldeponien zu identifizieren. Bodenproben aus dem Untersuchungsgebiet dienten als Basis für ein einjähriges Monitoringprogramm, das die zeitliche Entwicklung der Chromatbelastung dokumentierte. Laborversuche simulierten zusätzlich den Übergang von Chromat aus dem Boden ins Grundwasser.

Handlungsempfehlungen für die Praxis

Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse erarbeiteten die Projektpartner:innen konkrete Handlungsempfehlungen zur Reduktion der Chromatbelastung. Ziel war es, die technische und strategische Vorbereitung für zukünftige Maßnahmen zu schaffen, die sowohl präventiv als auch reaktiv greifen können. Die Ergebnisse sollen kommunalen Entscheidungsträger:innen und Wasserversorgern helfen, das Risiko besser einzuschätzen und bei Bedarf neue Standards in der Wasseraufbereitung zu etablieren. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Trinkwasserqualität und zum vorsorgenden Grundwasserschutz.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Die Konzentrationen an sechswertigem Chrom liegen in den untersuchten Grundund Quellwässern des Oberrheingrabens zwischen < 0,02 und 3 μg/L. In Relation zum derzeit gültigen Grenzwert von 50 μg/L sind diese Konzentrationen von untergeordneter Relevanz. Sollte dieser Wert jedoch verringert werden, könnte die Bedeutung für das Trinkwasser zunehmen.

  • Das Vorkommen von überdurchschnittlich hohen Chromkonzentrationen ist in den meisten Fällen geogen bedingt. Verantwortlich sind vor allem vulkanische Gesteine, Muschelkalk und tertiäre Gesteine. Neben den geologischen Gegebenheiten beeinflussen aber auch die lokalen Redox-Verhältnisse die Freisetzung von sechswertigem Chrom.

  • In einzelnen Fällen können auch anthropogene Belastungen der Ursprung überdurchschnittlicher Chromgehalte im Grundwasser sein. Im Einzugsgebiet des Wasserwerks Hausen ist die Altlast Parksiedlung eine Quelle für Chrom im Grundwasser.

Downloads und weitere Infos

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