Biomasse aus der Landschaftspflege 

Das Zentrum Kahlenberg erforschte die Möglichkeit aus verschiedenen und ungenutzten Grünflächen, Biomasse und somit Energie und Wärme zu gewinnen.

Ein malerischer Blick auf eine Wiese mit Wildblumen auf der linken Seite und einem gemähten Weg auf der rechten Seite, umgeben von Bäumen und einem Zaun in der Ferne.
Projektdaten
Projektname Biodiversität und regenerative Energie am Kahlenberg
Projektnummer 2012-03
ProjektartBau & Anwendung
Umsetzung durch Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme250.000 €

Nachhaltige Nutzung von Grünschnitt aus der Landschaftspflege

In vielen Bereichen der Landschaftspflege fällt Grünschnitt an, der bislang nicht weiter genutzt wird. Auch im Umfeld der Deponie Kahlenberg entstehen durch die extensiv bewirtschafteten Grünflächen große Mengen dieser Biomasse. Trotz einzelner Pilotprojekte bleibt Grünschnitt aus der Landschaftspflege häufig ungenutzt. Gleichzeitig handelt es sich um einen regional verfügbaren, nachwachsenden Rohstoff, der ein zusätzliches Potenzial für eine nachhaltige und klimafreundliche Energieerzeugung bietet. Vor dem Hintergrund künftig sinkender Deponiegasmengen gewinnt diese Biomasse als alternative Energiequelle zunehmend an Bedeutung.

Konzept zur Biodiversitätsförderung und Energiegewinnung

Das Zentrum Kahlenberg entwickelte ein Konzept, das Landschaftspflege, Artenvielfalt und Energieerzeugung miteinander verbindet. Ziel ist es, durch eine auf Artenvielfalt ausgerichtete Pflege der Grünflächen die Biodiversität zu verbessern und die dabei anfallende Biomasse optimal zu nutzen. Der Grünschnitt wird gezielt geerntet, gelagert und anschließend energetisch verwertet. Die Betreiber trocknen die Biomasse konventionell zu sogenanntem Trockenhalmgut und verbrennen sie bedarfsgerecht in einem Biomassekessel mit einer thermischen Leistung von 300kW. Die erzeugte Wärme wird in das Fernwärmenetz der Gemeinde Ringsheim eingespeist.

Effiziente Technik, geringe Emissionen und langfristige Perspektive

Durch moderne Filtertechnik und eine speziell auf die Eigenschaften des Brennstoffs abgestimmte Kesselanlage liegen die Schadstoffemissionen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten. Im Unterschied zu Biomassevergasungsanlagen muss der Kessel nicht dauerhaft betrieben werden, sondern kann flexibel auf den aktuellen Wärmebedarf reagieren. Parallel optimieren die Verantwortlichen die Biodiversität der Grünflächen sowie Filter-, Verbrennungs- und Lagertechnik und untersuchen, wie sich unterschiedliche Mahdzeitpunkte auf die Brennstoffeigenschaften auswirken. Langfristig kann die Energie aus Landschaftspflege‑Biomasse die rückläufige Deponiegasverwertung ersetzen. Das Projekt zeigt damit Wege auf, wie Artenreichtum in Kulturlandschaften erhalten und erweitert sowie nachhaltige Biomasse hochwertig genutzt werden kann, ohne in Landwirtschaft oder Siedlungsplanung einzugreifen.

Drei wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt

  • Die Nutzung von Halmgut aus der regionalen Landschaftspflege zur Wärmeerzeugung in einem Biomassekessel ist unter gewissen Rahmenbedingungen (z. B. Grünlandüberschuss, Heu ohne Futterqualität aus Naturschutzflächen) eine nachhaltige und ökologische Alternative zu bestehenden Verwertungskonzepten.

  • Bei ganzjährigem Wärmebedarf ist diese Art der Wärmeerzeugung sehr wirtschaftlich und besonders nachhaltig. Der nachwachsende „Brennstoff“ lässt sich getrocknet ohne weitere Konfektionierung einsetzen und emissionsarm verwerten.

  • Ascheverwertung: Rostasche ist mineralischer P-K-Dünger. Sie lässt sich über die Bundesgütegemeinschaft Holzasche e.V zertifizieren und im Gemisch mit Kompost problemlos verwerten.

Downloads und weitere Infos

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