CO2-Bindung durch Humus 

In diesem Projekt werden die Zusammenhänge zwischen der ökologisch wertvollen Humusbildung und der Bearbeitung von landwirtschaftlichen Flächen erforscht.

Ein Traktor pflügt ein Feld mit einer grünen Landschaft und fernen Hügeln unter einem klaren blauen Himmel.
Projektdaten
ProjektnameUntersuchung des mikrobiellen Bodenlebens bei regenerativer Bewirtschaftung zur Reduzierung des Nährstoffbedarfs und -austrags – DeNAe
Projektnummer2019-07
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durchLandratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme149.582 €

Humus als Schlüssel für Bodenfruchtbarkeit und Klimaschutz

Humus gilt als zentrale CO₂- und Stickstoffsenke und fördert nachweislich das Pflanzenwachstum. Dennoch hatten sich die Humusgehalte der Böden seit den 1930er Jahren durchschnittlich um 50 bis 70 Prozent verringert. Die Ursachen lagen in intensiver Bodenbearbeitung, dem Einsatz von Monokulturen, hohen Stickstoffgaben und der Düngung mit Fäulnisprodukten. Das Projekt setzte sich zum Ziel, Wege zu finden, wie der Humusgehalt in landwirtschaftlich genutzten Böden wieder gesteigert werden kann und welche Wechselwirkungen zwischen Kulturführung und Bodenleben dabei eine Rolle spielen.

Regenerative Landwirtschaft als Lösungsansatz

Im Mittelpunkt stand die regenerative Landwirtschaft, die sich durch zusätzliche Maßnahmen von konventionellen Verfahren unterschied. Ziel war es, die Verrottung pflanzlicher Biomasse zu fördern und die Vitalität der Pflanzen zu steigern. Eingesetzt wurden unter anderem Rottelenker, Komposttee und doppelte Zwischenfruchtfolgen. Diese Methoden sollten den Humusaufbau erleichtern und gleichzeitig die Bodenstruktur verbessern. Die Depotdüngung wurde in verschiedenen Varianten getestet, um ihre Wirkung auf das Bodenleben und die Humusbildung zu analysieren.

Praxisversuche für eine nachhaltige Landwirtschaft

In mehreren Praxis- und Feldversuchen wurden die Konzepte der regenerativen Landwirtschaft und der Depotdüngung unter realen Bedingungen umgesetzt. Ziel war es, eine belastbare Datenbasis zu schaffen, die Aussagen über die Wirksamkeit der Maßnahmen ermöglichte. Die Ergebnisse sollten dazu beitragen, eine optimierte, humusfördernde und nachhaltige Landwirtschaft zu entwickeln, die sich für die pflanzliche Nahrungsmittelproduktion in der Region und darüber hinaus eignete. Das Projekt lieferte wertvolle Erkenntnisse für den langfristigen Erhalt fruchtbarer Böden und die Förderung klimafreundlicher Anbaupraktiken.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Mikrobielles Bodenleben: Es konnte wissenschaftlich kein signifikanter Einfluss auf das Bodenleben bei regenerativer Bewirtschaftung festgestellt werden. Nur bei Verzicht auf flächige mineralische Stickstoffdüngung (Depotdüngung) konnten einzelne Bodenpilze signifikant mehr festgestellt werden.

  • Humusaufbau: In dem dreijährigen Untersuchungszeitraum konnte, mit Ausnahme einer Versuchsvariante regenerativ, bei der eine Tendenz zur Zunahme zu beobachten war, keine eindeutige Zunahme des Humusgehaltes im Boden nachgewiesen werden.

  • Reduktion Einsatz Dünge- und Pflanzenschutzmittel: Das größte Potenzial zur Reduktion liegt im Anbau von Zwischenfruchtmischungen, die den Stickstoff im Boden ‚halten‘ und der Depotdüngung, bei der durch Reduktion von Stickstoffverlusten bis 20 Prozent Stickstoffdünger eingespart werden kann.

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