Emissionsbilanz in Echtzeit für Kommunen  

Entwicklung eines Emissionsbilanzierungs-Managementsystems, das alle Datenquellen in Echtzeit integriert, den Verbrauch und Veränderungen anzeigen kann.

Ein blauer LaTherm-Behälter, der auf einem Anhänger montiert ist und dessen isolierte Wärmespeicherplatten sichtbar sind; er ist mit Rohrleitungen im Straßenbelag verbunden.
Projektdaten
Projektname Entwicklung eines Emissionsbilanzierungs-Managementsystems auf Basis von Primär-, Echtzeit- und Sekundärdaten wichtiger kommunaler Verbrauchsstellen am Beispiel der Gemeinde Mühlheim
Projektnummer 2011-10
ProjektartUmweltkommunikation
Umsetzung durch Stadt Mühlheim a.d. Donau
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme92.643 €

Transparente Datengrundlagen für kommunalen Klimaschutz

Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von Klimaschutzzielen und haben in den vergangenen Jahren vermehrt Klimaschutzkonzepte entwickelt. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die Kenntnis darüber, wie viel Energie in einzelnen Sektoren und Ortsteilen verbraucht wird und welche CO₂‑Emissionen dabei entstehen. In der Praxis sind die dafür nötigen Daten jedoch häufig veraltet, unvollständig oder liegen in unterschiedlichen Formaten vor. Statt realer Messwerte greifen viele Kommunen daher auf statistische Durchschnittsdaten zurück, wodurch die erzielten Effekte für Verantwortliche und Bürger nur schwer nachvollziehbar sind.

Echtzeit‑Messsystem für Energie und Emissionen

Die Gemeinde Mühlheim an der Donau entwickelte deshalb gemeinsam mit badenova und der Schweizer Klimaschutzstiftung myclimate ein Messsystem, das erstmals alle relevanten Datenquellen in Echtzeit zusammenführt. Ziel ist es, aktuelle Energieverbräuche und deren Veränderungen transparent darzustellen. Das Projekt kombiniert mehrere technische Systeme: Ein Geoinformationssystem ordnet die einzelnen Messorte räumlich auf einer Karte zu, während das Performance‑Management‑System „DoCOUNT“ ökologische und ökonomische Daten sammelt, prüft und auswertet. Auf dieser Basis können unterschiedliche Bereiche miteinander verglichen und Emissionswerte berechnet werden.

Pilotphase und übertragbare Vorteile für Kommunen

In einer ersten Projektphase ist das System auf zehn gemeindeeigene Liegenschaften begrenzt, die im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht werden. Diese sind in verschiedene Subsysteme unterteilt und werden mit Messquellen ausgestattet, die ihre Daten in Echtzeit an das Performance‑Management‑System übermitteln. Sobald erste Ergebnisse vorliegen, kann das technische Konzept weiter optimiert und die Struktur der Liegenschaften präzisiert werden. Für die Gemeinde ergeben sich daraus vielfältige Vorteile: Klimaschutzmaßnahmen lassen sich deutlich genauer bewerten, Schwachstellen können laufend analysiert und Energieverbrauch sowie Emissionen kontinuierlich überprüft werden. Bei einer Anwendung durch mehrere Kommunen eröffnet das Konzept zudem die Möglichkeit, unterschiedliche Sektoren direkt miteinander zu vergleichen.

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