Energie- und Qualitätsmanagement für nachhaltige Gebäude 

Die Stadt Weil am Rhein entwickelt und wendet ein Qualitätsmanagementsystem an, welches die langfrisitge Energieefizienz von Gebäuden ermöglicht.

Luftaufnahme einer Baustelle mit Kränen, umgeben von Bäumen und Straßen, in der Nähe eines Kreisverkehrs und vereinzelter Gebäude.
Projektdaten
Projektname Energie- und Qualitätsmanagement für nachhaltige Gebäude
Projektnummer 2014-01
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durch Stadt Weil am Rhein
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme26.250 €

Klimaschutz und Sanierung kommunaler Gebäude in Weil am Rhein 

Viele Städte haben in den vergangenen Jahren umfassende Sanierungsmaßnahmen umgesetzt, um den Energieverbrauch städtischer Gebäude zu reduzieren. Die Stadt Weil am Rhein investierte dabei besonders stark in den Klimaschutz und errichtete unter anderem eine klimaneutrale Feuerwache, optimierte Heizungsnetze hydraulisch und installierte innovative Heiz‑ und Lüftungstechnik in Schulen. 

Eine energieeffiziente Planung oder Sanierung garantiert jedoch nicht automatisch, dass beim Bau optimal gearbeitet wird oder dass Bewohner und Nutzer vorhandene Energiesparpotenziale vollständig ausschöpfen. Zudem ist der langfristige Betrieb energieeffizienter Gebäude bislang wenig erforscht, da neue Technologien und das Nutzerverhalten häufig zusätzliche Herausforderungen darstellen. 

Energie- und Qualitätsmanagement im laufenden Gebäudebetrieb 

Um sicherzustellen, dass die Klimaziele aus der Planung auch in der Praxis umgesetzt werden, setzte das Projekt der Stadt Weil auf ein Energie‑ und Qualitätsmanagement für nachhaltige Gebäude. Im Rahmen des Projekts wurden unter anderem die Geothermieanlage der 2010 erbauten klimaneutralen Feuerwache optimiert sowie innovative Lüftungs‑ und Heizsysteme verschiedener sanierter Gebäude auf ihre Nachhaltigkeit und Effizienz überprüft. 

Als Teil eines größeren Projekts der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und unterstützt von der TU Braunschweig konnte die Stadt auf ein breites Expertenwissen zurückgreifen und die Ergebnisse verschiedener Bereiche, Städte und Regionen mit den eigenen Daten vergleichen. Ergänzend veranstaltete das Projekt Workshops zu den Themen energetische Sanierung, Trinkwasserhygiene und Heizsysteme sowie einen Webservice, der Defizite aufzeigte und die Suche nach Lösungen erleichterte. 

Energieeinsparungen und Vorbildfunktion für andere Städte 

Öffentliche Präsentationen machten die Ergebnisse dem lokalen Handwerk, Ingenieuren und Energieberatern zugänglich und trugen dazu bei, zukünftige Energiesparmaßnahmen nachhaltiger zu gestalten. Mit dem Projekt konnte die Stadt Weil ihren Energieverbrauch nochmals um 10 bis 15 % reduzieren. 

Durch den vielfältigen Ansatz sowie die Untersuchung unterschiedlicher Gebäudetypen und Maßnahmenkataloge diente das angewandte Qualitätsmanagement auch anderen Städten als Vorbild. 

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Die Prüfprozesse haben sich im badenova‐Projekt grundsätzlich als effektiv erwiesen. Der Einsatz von temporären und mobilen Loggern z.B. für die Ermittlung von Systemtemperaturen und Stromlastgängen hat sich bewährt. Zur vertiefenden Analyse wird empfohlen, leicht verfügbare Daten zum Betriebszustand z.B. aus Funktionsbeschreibung oder DDC bei der Analyse zum Soll‐Ist‐Vergleich heranzuziehen.

  • Als wenig effektiv hat sich in diesem Projekt die Datenquelle Gebäudeautomation erwiesen. Die Verfügbarkeit der Daten außerhalb der Gebäudeautomation und präzise Spezifikationen sollte dringend angestrebt werden, um dem Gebäudebetreiber ein effektives Betriebsmonitoring zu ermöglichen.

  • Der Nutzen des Qualitätsmanagements ist auf Grund der am Bau fehlenden Serienfertigung nur schwer empirisch zu bewerten. Projekte zur Betriebsoptimierung im Bestand zeigen jedoch Amortisationszeiten für gering‐ und nicht‐investive Maßnahmen von weniger als einem Jahr. Damit ist ein effektives Qualitätsmanagement eine der wirtschaftlichsten Maßnahmen für energieoptimiertes Bauen.

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