2022-10

Remote Sensing als Instrument für regionales Humusaufbau-Monitoring 

Ein neues Remote Sensing Verfahren soll die Bestimmung des Humusgehalts im Boden erleichtern und damit regionale CO2-Klimazertifikate attraktiver machen.

Illustration eines Satelliten, der die Bodengesundheit überwacht und dabei den Kohlenstoffgehalt, die Biodiversität und die Feuchtigkeit des Bodens über der Erdatmosphäre hervorhebt.
Projektdaten
ProjektnameRemote Sensing als Instrument für regionales Humusaufbau-Monitoring
Projektnummer2022-10
ProjektartBau & Anwendung
ProjektträgerCO2-Land e.V.
Laufzeit bis
Fördersumme145.638 €

Humusaufbau als Schlüssel zum Klimaschutz

Der gemeinnützige Verein CO₂-Land e.V. verfolgte das Ziel, landwirtschaftliche Böden als aktive Kohlenstoffsenken zu nutzen. Denn in Böden war weltweit mehr CO₂ gespeichert als in der Atmosphäre und der gesamten Vegetation zusammen. Durch gezielten Humusaufbau, also die Anreicherung organischer Substanz im Boden, konnte die Landwirtschaft einen messbaren Beitrag zum Klima- und Grundwasserschutz leisten. Die Vision lautete: fruchtbare, widerstandsfähige Böden, die nicht nur CO₂ binden, sondern auch die Biodiversität fördern und die Landnutzung nachhaltiger gestalten.

Partnerschaften für den Boden

Um den Humusgehalt in Ackerböden zu steigern, baute CO₂-Land e.V. regionale Partnerschaften zwischen Landwirt:innen und der Zivilgesellschaft auf. Öffentliche und private Akteur:innen konnten durch den Kauf von Klimazertifikaten den Humusaufbau finanziell unterstützen und erhielten im Gegenzug einen Nachweis über die CO₂-Bindung. Allerdings waren die bisherigen Erfolgskontrollen, etwa durch Laboranalysen, sehr kostspielig. Das schmälerte die Mittel, die tatsächlich bei den Landwirt:innen ankamen und als Anreiz für nachhaltige Maßnahmen dienen sollten.

Satelliten und KI für mehr Klimaschutz

Ein neues digitales Werkzeug sollte die Erfolgskontrolle beim Humusaufbau revolutionieren. Mithilfe von Satellitendaten und Deep Learning wurde die Wirkung von Bewirtschaftungsmaßnahmen auf den Humusgehalt automatisiert erfasst. Regionale Messungen und Feldbeobachtungen dienten der Kalibrierung und Qualitätssicherung. Ziel war ein kostengünstiges, zuverlässiges Monitoring auf rund 2.500 Hektar landwirtschaftlicher Fläche. So konnten künftig deutlich mehr Mittel direkt in den Klima- und Bodenschutz fließen – und das Programm für Landwirt:innen und Zertifikatskäufer:innen gleichermaßen attraktiver werden.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Die Fernerkundung (RS) bietet großes Potenzial zur Überwachung des Humusgehalts, erfordert jedoch zahlreiche Voraussetzungen: präzise Kalibrierung, abgestimmte Probennahme, geeignete Wetterbedingungen und eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern.

  • Für aussagekräftige Ergebnisse müssen Probennahme-Design, Kalibrierungszeitpunkt (idealerweise im Winter) und räumliche Reproduzierbarkeit exakt abgestimmt sein. Fehler in der zeitlichen oder räumlichen Zuordnung können die Auswertung erheblich beeinträchtigen.

  • Mit zunehmender Datenmenge und technischer Weiterentwicklung wird RS immer präziser und kostengünstiger – besonders bei großflächigem Monitoring. Die neue EU-Verordnung erkennt RS offiziell als Monitoring-Instrument an, was den Weg für eine breitere Anwendung ebnet.

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