Kalkwasserherstellung mit Keramikmembranen
In diesem Projekt, dass von der bnNETZE durchgeführt wird, geht es um die Optimierung der Entsäuerung des Trinkwassers mit Kalkmilch durch keramische Membranen.
)
| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektname | Keramische Membranen für die rückstandsminimierte Herstellung von Kalkwasser |
| Projektnummer | 2013-06 |
| Projektart | Forschung & Studien |
| Umsetzung durch | bnNetze |
| Laufzeit | bis |
| Projektstatus | Abgeschlossen |
| Fördersumme | 117.717 € |
Die Trinkwasseraufbereitung im Wasserwerk Ebnet
Wasserwerk Ebnet versorgt die Stadt Freiburg jährlich mit mehr als neun Millionen Kubikmetern Trinkwasser. Das Wasser aus dem Schwarzwald ist von Natur aus reich an Kohlensäure und wird deshalb chemisch entsäuert. Bisher erfolgt dies durch die Zugabe von Kalkwasser. Bei der Mischung von Kalkmilch und Rohwasser entsteht jedoch ein Sediment aus ungelösten Kalkhydratteilchen. Dieses setzt sich in einem Absetzbecken ab und muss anschließend entsorgt werden. Dadurch fallen pro Jahr rund 4.700 Tonnen Abwasser und etwa 500 Tonnen Sediment an, deren Entsorgung mit hohem Aufwand verbunden ist.
Einsatz keramischer Membranen zur Kalkwasserherstellung
Um diesen Prozess zu verbessern, erprobt bnNETZE als Betreiber des Wasserwerks gemeinsam mit dem Karlsruher Technologiezentrum Wasser den Einsatz keramischer Membranen zur Herstellung von Kalkwasser. Im Projekt wurden zwei Szenarien untersucht. Im ersten Szenario ergänzt eine Filteranlage die bestehende Struktur. Das anfallende Kalksediment wird erneut mit Rohwasser vermischt und anschließend durch eine Keramikmembran gefiltert, sodass erneut Kalkwasser entsteht. Dabei verringert sich der Anteil an Sediment schrittweise, bis nur noch ein unlöslicher Rest verbleibt.
Im zweiten Szenario testeten die Betreiber eine Anlage, die Kalkmilch aus Weißfeinkalk herstellt. Weißfeinkalk besitzt ein geringeres Volumen als das bisher eingesetzte Kalkhydrat, ist damit ressourcenschonender und reduziert Transportaufwand. Auch hier sorgen keramische Membranen dafür, dass trübstofffreies Kalkwasser entsteht. Begleitend ermittelten die Fachleute unter anderem die chemische Zusammensetzung der Wasser- und Kalkgemische, die optimale Betriebsdauer der Filterprozesse und die Wassertemperaturen, bei denen die Membranen am effizientesten arbeiten.
Ressourcenschonung und Perspektiven für Wasserwerke
Beide erprobten Verfahren tragen dazu bei, natürliche Kalkressourcen zu schonen und die Menge an Kalksediment und Abwasser deutlich zu reduzieren. Damit sinken gleichzeitig der Entsorgungsaufwand, die Transportkosten sowie die verursachten CO₂‑Emissionen. Die im Wasserwerk Ebnet gewonnenen Projektdaten dienen als Grundlage, um den Einsatz keramischer Membranen künftig auch in anderen Wasserwerken in Deutschland zu ermöglichen und die Trinkwasseraufbereitung nachhaltiger zu gestalten.
Drei wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt
Bei der Kalkwasserherstellung führt die Vorbehandlung des Lösewassers mit Umkehrosmose und mechanischer Entsäuerung zu einem deutlich geringeren Sedimentan-fall gegenüber der derzeitigen Vorgehensweise mit unbehandeltem Rohwasser.
Die Abtrennung unlöslicher Bestandteile aus dem Kalkwasser durch Mikro- oder Ultrafiltrationsmembranen erlaubt ein kompaktes Anlagendesign und einen hohen Automatisierungsgrad. Fouling wird begrenzt durch einen angepassten Flux und Spülungen mit Filtrat, teilweise unter Zugabe von Salzsäure.
Das neuartige Verfahrenskonzept basiert auf Kreislaufführung und nutzt dadurch den angelieferten Kalk weitestgehend aus. Während der Pilotversuche wurde gegenüber dem derzeitigen großtechnischen Betrieb der Anfall von Sediment um 80 % und der Anfall von Abwasser um 100 % vermindert.
Downloads und weitere Infos
Einblicke in weitere Förderprojekte
)
2025-A-004 | Kehl
Wasserstoffbrücken Schweiz
Smarte Lösungen aus der Schweiz ebnen den Weg, um rechtliche Hürden beim grenzüberschreitenden Netzausbau nachhaltig zu überwinden
)
2026-A-004 | Freiburg
Charlie – BioChar und Kohlendioxid aus biogenen Reststoffen
Ziel des Projekts ist der Nachweis der techno-ökonomischen Machbarkeit der synergetischen Herstellung von biogenem CO2 und Biochar aus biogenen Roh- und Reststoffen am Beispiel des Standorts Eichelbuck.
)
2025-B-002 | Offenburg
Biochar Action Hub
Digitale Plattform für Klimaschutz mit Pflanzenkohle – Vernetzung und Austausch in Baden-Württemberg und darüber hinaus