Kombinierte Gärresttrocknung und Abgasreinigung bei Biogasanlagen 

Das Artor®-Verfahren – umweltfreundlich und flexibel – bietet eine innovative Option, um die Kombination Biogasanlag, BHKW und Düngung zu optimieren.

Ein Feld mit hohen Pflanzen und mehreren weißen Industriekuppeln im Hintergrund unter einem strahlend blauen Himmel.
Projektdaten
Projektname Gärrestaufbereitung nach ARTOR-Verfahren
Projektnummer 2010-17
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durch Artor Energie GmbH & Co. KG
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme240.000 €

Gärrestmanagement und Emissionsminderung in Biogasanlagen

Beim Vergären von Substraten in Biogasanlagen entsteht der sogenannte Gärrest. Diese Masse ist energetisch weitgehend ausgelaugt, enthält jedoch noch zahlreiche Nährstoffe und eignet sich daher gut als Dünger. Für Anlagenbetreiber bedeutet dies bisher einen hohen Lageraufwand, da der Gärrest platzintensiv in Silos vorgehalten werden muss. Gleichzeitig erzeugen Blockheizkraftwerke, die das Biogas zur Strom‑ und Wärmeerzeugung nutzen, Abgase, für deren Reinigung häufig kostenintensive Filter und Katalysatoren notwendig sind. Die Firma Artor entwickelte ein Verfahren, das beide Herausforderungen miteinander verbindet.

Technische Lösung zur Düngeraufbereitung und Abgasnutzung

Das Verfahren von Artor gewinnt aus dem Gärrest ohne vorgeschaltete Fest‑Flüssig‑Trennung zwei Produkte: ein flüssiges Stickstoffkonzentrat mit geringem Volumen sowie einen mineralstoffreichen Feststoffdünger. Die Anlage besteht aus zwei Komponenten. In der ersten wird Ammoniak aus dem Gärrest entfernt und in einem Kondensat konzentriert. Erste Feldversuche zeigten, dass dieser Flüssigdünger für Pflanzen gut verträglich ist und ihr Wachstum fördert. In der zweiten Komponente strömt das Abgas des Blockheizkraftwerks durch den Gärrest, wobei sich enthaltene Stickstoffoxide und Formaldehyd in der Masse anreichern. Diese Stoffe gelten in der Luft als Schadstoffe, dienen im Boden jedoch als Nährstoffe für Pflanzen.

Vorteile, Entwicklung und Anwendungsperspektiven

Ein zusätzlicher Effekt des Verfahrens ist die Nutzung der Abgaswärme, durch die Wasser aus dem Gärrest verdunstet. Dadurch entsteht ein kompakteres, leichteres und mit pflanzenverfügbaren Stickstoffverbindungen angereichertes Produkt. Kleinere Lagersilos werden ausreichend, zudem sparen Landwirte Zeit und Kraftstoff beim Ausbringen des Düngers. Nach erfolgreichen Laborversuchen an der Hochschule Offenburg entwickelte Artor eine Pilotanlage, optimierte die Komponenten und schuf einen marktfähigen Prototypen. Für die Betreiber der rund 8.000 Biogasanlagen in Deutschland bietet das Verfahren eine Möglichkeit, die Kombination aus Biogasanlage, Blockheizkraftwerk und Düngung weiter zu verbessern. Das Konzept ist flexibel ausgelegt: Wird der Gärrest nicht als Dünger benötigt, kann er alternativ zu einem festen Brennstoff für Heizkraftwerke getrocknet werden

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