Mobile Pyrolyse in Weinberg- und Landschaftspflege 

Die Umwandlung von Biomasse in energetisch nutzbares Verbrennungsgas und Biokohle verspricht Landschaftspflege gepaart mit Klimaschutz und CO2-Reduktion.

A wicker basket filled with dried root pieces on grass, next to a large, twisted vine root.
Projektdaten
Projektname Mobile Pyrolyse in Weinberg- und Landschaftspflege für effiziente Biomassenutzung, Klimaschutz und CO2-Reduktion
Projektnummer2011-12
ProjektartForschung & Studien
Umsetzung durch Kiss/Holweg Ihringen
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme94.410 €

Ungenutzte Biomasse aus Landschaftspflege effizient verwerten

Bei der Landschaftspflege sowie beim Reb‑ und Obstschnitt fallen jährlich große Mengen an Biomasse wie Blätter, Gras und Holzreste an. Diese bleiben bislang meist ungenutzt, da Transport und Weiterverarbeitung aufwendig sind und sich das Material nur eingeschränkt für Verbrennung oder Biogaserzeugung eignet. Mobile Pyrolysegeräte bieten hier eine vielversprechende Alternative, um die anfallende Biomasse direkt vor Ort nutzbar zu machen.

Pyrolyse als Verfahren zur Energie‑ und Bodenverbesserung

Bei der Pyrolyse wird Biomasse unter hoher Temperatur und ohne Sauerstoffzufuhr in Verbrennungsgas und Biokohle umgewandelt. Dabei reduziert sich das Volumen erheblich: Aus etwa zehn Kubikmetern Grünschnitt entstehen rund 500 bis 700 Kilogramm leicht transportierbare Biokohle. Sowohl das Gas als auch die Biokohle können energetisch genutzt werden. Wird die Biokohle in den Boden eingebracht, speichert sie Nährstoffe und Wasser und verbessert so die Bodenqualität. Aufgrund ihrer großen Oberfläche wirkt sie als langfristiger Nährstoff‑ und Wasserspeicher. Gleichzeitig bindet sie einen großen Teil des pflanzlichen Kohlenstoffs dauerhaft im Boden und dient damit als Kohlenstoffsenke.

Pilotprojekt im Weinbau und in der Landschaftspflege

Im Projekt wurde über zwei Jahre eine mobile Pyrolyse‑Pilotanlage im Weinbau und in der Landschaftspflege getestet, um Wirtschaftlichkeit und Klimaschutzwirkung zu prüfen. Zum Einsatz kam der BiGchar‑Prototyp aus Australien, der bereits mit verschiedenen Biomassen erprobt ist. Die Anlage ist auf einem herkömmlichen Anhänger montiert und damit besonders für die steilen südbadischen Weinberge geeignet. Zusätzlich untersuchten die Forschenden die Bodenwirkung der erzeugten Biokohle sowie mögliche Begleitstoffe wie Dioxine. Eine Nachverbrennung oder andere Abgasreinigungstechniken sollen sicherstellen, dass deutsche Abgasstandards eingehalten werden. Die Pilotanlage zeigt damit neue Wege auf, Landschaftspflege zu vereinfachen und durch die Nutzung von Biokohle zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu erschließen.

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