Molke-Biogasanlage in der Nullenergiekäserei
In diesem Projekt ergänzt eine mit Molke betriebene Biogasanlage die Energieversorgung von der Käserei Monte Ziego, um dabei möglichst viel Energie zu sparen.
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| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektname | Molkebiogasanlage- erste Nullenergie-Käserei in BaWü, Antrag zur Mittelaufstockung |
| Projektnummer | 2014-09 |
| Projektart | Bau & Anwendung |
| Umsetzung durch | Käserei Monte Ziego |
| Laufzeit | bis |
| Projektstatus | Abgeschlossen |
| Fördersumme | 101.000 € |
Molke als Energieträger in der Milchverarbeitung
Die Herstellung von Milchprodukten ist mit einem hohen Energiebedarf verbunden, zugleich entstehen dabei Abfallprodukte, die sich zur Energiegewinnung eignen. Dazu zählt Molke, die in Molkereien nur eingeschränkt als Lebens- oder Futtermittel genutzt werden kann. Die Käserei Monte Ziego in Teningen, der größte Ziegenmilchverarbeiter Baden‑Württembergs, erkannte dieses Potenzial und integrierte es in das Konzept einer sogenannten Nullenergiekäserei. Bereits ein Innovationsfondsprojekt aus dem Jahr 2010 unterstützte den Bau dieser Käserei, das Folgeprojekt ermöglichte nun den Bau einer mit Molke betriebenen Biogasanlage.
Biogas, Blockheizkraftwerk und flexible Energieversorgung
In der Biogasanlage wird Molke zu Biogas vergoren, das ein Blockheizkraftwerk antreibt und sowohl Strom als auch Wärme für die Käseproduktion und die Pasteurisierungsanlage liefert. Da die Ziegenmilchproduktion und damit das Molkeaufkommen saisonal schwanken, ist die Anlage flexibel ausgelegt. Sie kann bei Bedarf zusätzlich mit Bioerdgas oder mit Kuhmolke aus anderen regionalen Molkereien betrieben werden, um eine gleichmäßige Energieversorgung sicherzustellen.
Nachhaltige Produktionskette und wissenschaftliche Begleitung
Die Biogasanlage ist Teil des Gesamtkonzepts der Nullenergiekäserei, das die gesamte Produktionskette – vom Milchlieferanten bis zur Verpackung – möglichst nachhaltig und regional ausrichtet. Ergänzend erzeugt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom, während Wärme‑ und Kälteanlagen in ein energiesparendes Gesamtsystem eingebunden sind. Die Abwärme der Kälteanlage wird genutzt, um das Warmwasser für die Milchverarbeitung zu erwärmen, sodass der gesamte Wärmebedarf der Molkerei aus erneuerbaren Energien gedeckt wird.
Die Hochschule Offenburg begleitete das Projekt gemeinsam mit den beteiligten Anlagenherstellern wissenschaftlich und wertete die Ergebnisse aus. Dadurch können auch andere Molkereien auf die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt der Käserei Monte Ziego zurückgreifen.
Drei wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt
Die Führung einer automatischen Molke-Biogasanlage, mit anschließend automatischer Einspeisung und Verwertung des erzeugten Biogas in das BHKW ist möglich
Der erzielte Automatisierungsgrad erlaubt es, die Anlage so in den Michverwertungsbetrieb zu integrieren, dass keine zusätzlichen Arbeitskräfte gebunden werden.
Es hat sich gezeigt, dass pro Einheit Molke ein um 25 - 30% höherer Methanertrag resultiert, als bei der Planung der Anlage angenommen wurde
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