Optimierte Energieproduktion, -verbrauch und -speicherung in der Fleischverarbeitung
Die Metzgerei Linder setzt sich das Ziel, die betriebliche CO2-Emission zu reduzieren, indem mit geringeren Betriebskosten erneuerbare Energie produziert wird.
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| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektname | Neubau Metzgerei Linder in Denzlingen: Innovatives Energiekonzept zur Strom-Eigenversorgung mit Batterie-Pufferspeicher, innerbetrieblicher Lastoptimierung und Optimierung des Bezugslastgangs |
| Projektnummer | 2014-13 |
| Projektart | Bau & Anwendung |
| Umsetzung durch | Metzgerei Linder |
| Laufzeit | bis |
| Projektstatus | Abgeschlossen |
| Fördersumme | 175.000 € |
Neubau mit optimierter Wärme- und Stromversorgung
Die im Glottertal ansässige Metzgerei Linder verlagert ihre Fleischzerlegung und ‑verarbeitung nach Denzlingen und nutzt den Neubau gezielt, um eine energieeffiziente Wärme‑ und Stromversorgung umzusetzen. Ziel des Projekts ist es, den Energieverbrauch so zu optimieren, dass möglichst viel Strom aus der eigenen Produktion genutzt wird und der Bezug aus dem öffentlichen Stromnetz möglichst gleichmäßig und ohne Lastspitzen erfolgt.
Kombination aus Solarstrom, Speicher und Lastmanagement
Zur Umsetzung dieses Ziels kombiniert die Metzgerei erneuerbare Energien mit einem Lastmanagementsystem, das den Energieverbrauch steuert. Auf dem Dach des Neubaus erzeugen Solarmodule Strom, der überwiegend direkt im Betrieb genutzt wird. Überschüssige Energie wird in einem intelligenten Stromspeicher mit einer Kapazität von 100 kWh zwischengespeichert und bei Bedarf wieder abgegeben. Zusätzlich übernimmt auch die Kälteanlage des Kühlhauses eine Speicherfunktion und trägt so zur flexiblen Nutzung der erzeugten Energie bei.
Einsparungen und Vorbildfunktion für die Lebensmittelindustrie
Das Energienutzungssystem spart jährlich rund 584 Tonnen CO₂ sowie 1.761,6 MWh Primärenergie ein. Perspektivisch kann die Anlage zudem als Pufferspeicher für das öffentliche Stromnetz dienen, wenn dort Produktionsspitzen aus erneuerbaren Energien auftreten. Durch die umfassende Dokumentation der Betriebserfahrungen soll die Metzgerei Linder zu einem Vorbild für andere Betriebe der Lebensmittelindustrie werden und zeigt einen praktikablen Weg zu einer nachhaltigen und effizienten Unternehmensführung auf.
Drei wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt
Optimierte Energieerzeugung - Durch den Einsatz von Photovoltaik im Bereich der Lebensmittelindustrie mit Kühlung kann eine sehr hohe Eigenverbrauchsquote erreicht werden, da der Anstieg des Kältebedarfs bei sommerlicher Wärme mit der Erhöhung der PV-Strom-Produktion korreliert. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die PV-Anlage in Ost-West-Ausrichtung dem Tagesbedarf besser gerecht wird (Weniger Mittagsspitze bei flacherem Verlauf über den ganzen Tag). Durch die überwiegende Arbeitszeit am Morgen wäre Bedarf für einen noch größeren Ost-Anteil der PV-Ausrichtung. Bei der Firma Linder wurde im Jahr 2018 eine maximale Bezugslastspitze im Wert von 154,4 kW erreicht. Ohne Lastmanagement und ohne Speicher beträgt der Wert 280 kW. Ohne Photovoltaik und ohne effiziente Technik wird ein Wert von ca. 350 kW bei Standart-Betrieb erreicht.
Optimierte Energiespeicherung - Ein Stromspeicher mit oder ohne PV-Anlage kann durch die Betriebsweise Spitzenlast-Reduktion die Bezugslastspitze deutlich senken. Für die Einbindung der Stromspeicher als netzdienliches Element mit weiteren Einnahmemöglichkeiten müssen früh genug (am besten bei der Auswahl der Geräte) die entsprechenden Freigaben und Voraussetzungen vorhanden sein. Der Stromspeicher im gewerblichen Umfeld, vor allem in Zusammenhang mit Kältetechnik und Kühlräumen, sollte vorwiegend zur Spitzenglättung eingesetzt werden (Leistungsausgleich). Die Kühltechnik wirkt dabei als mittelfristiger Speicher mit und kann bei Leistungsüberschuss in der Kälte Energie speichern. Bei steigenden Spitzenkosten und sinkenden Speicherpreisen wird die Wirtschaftlichkeit weiter steigen. Wenn bei der Planung der Anlage der Stromspeicher die Anschlussleistung dauerhaft reduzieren kann, könnten Initialkosten durch geringere Trafokosten gespart werden und die Wirtschaftlichkeit weiter erhöht werden.
Optimierter Stromverbrauch - Die Leistungs-Messtechnik (Strom) operiert noch immer in einem sehr abgegrenzten Rahmen nur für einen Anwendungsfall. Sie ist überwiegend nicht durch mehrere Nutzer abfragbar. Hier liegt ein großes Potential an Ressourcen-Einsparung. Im vorliegenden Fall mussten zum Erreichen der Funktion einer Bezugsspitzenoptimierung, neben dem Strom-Bezugszähler des Netzbetreibers, ein extra Zähler mit Anbindung an das Lastmanagement und ein weiterer Zähler zur Regelung des Stromspeichers installiert werden. Damit werden drei Zähler für die gleiche Funktion eingesetzt. Durch Anbieten einer entsprechenden offenen Schnittstelle durch den Zählerhersteller für mehrere Nutzer, müsste ein Zähler ausreichend sein.
Downloads und weitere Infos
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