Richtig rechnen in der Landwirtschaft: Durchführung einer erweiterten Finanzbuchhaltung unter Einbeziehung der monetären Bewertung externer Effekte 

Um Landwirte für Umweltleistungen zu honorieren, wurde ein Leistungsrechner entwickelt, sodass der Mehraufwand rechnerisch in die Jahresbilanz einfließen kann.

Luftaufnahme eines lebhaften Flickenteppichs aus Feldern und Weinbergen mit einem weit entfernten Bergdorf unter strahlend blauem Himmel.
Projektdaten
ProjektnameRichtig rechnen in der Landwirtschaft: Durchführung einer erweiterten Finanzbuchhaltung unter Einbeziehung der monetären Bewertung externer Effekte
Projektnummer2018-01
ProjektartUmweltkommunikation
Umsetzung durchRegionalwert AG
Laufzeit bis
Fördersumme110.624 €

Nachhaltigkeit sichtbar und bilanziert machen

In der Landwirtschaft wurden zahlreiche Ökosystemleistungen erbracht, etwa durch Bodenpflege, artgerechte Tierhaltung oder den Verzicht auf chemische Mittel. Gleichzeitig entstanden durch konventionelle Praktiken auch Folgekosten, etwa durch Nitratauswaschung oder den Einsatz von Herbiziden. Diese Leistungen und Schäden spiegelten sich bislang kaum in der Unternehmensbilanz wider. Ziel des Projekts der Regionalwert AG war es, soziale und ökologische Leistungen systematisch zu erfassen, zu bewerten und in die Jahresbilanz landwirtschaftlicher Betriebe zu integrieren.

Monetarisierung von Umweltleistungen

Gemeinsam mit Partnerbetrieben, darunter auch ein konventionell wirtschaftender Hof, wurden konkrete Leistungen wie der Bezug regionaler Rohstoffe, die Nutzung alten Samenguts oder die Zucht alter Rassen dokumentiert und monetarisiert. Die so ermittelten Werte konnten in die Gewinn- und Verlustrechnung aufgenommen werden. Damit erhielten Landwirt:innen ein Instrument, um ihre Nachhaltigkeitsleistungen sichtbar zu machen und bei unternehmerischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Gleichzeitig wurde erforscht, welche Herausforderungen bei der Anwendung und Kommunikation dieses neuen Bilanzsystems auftraten.

Neue Wege für eine faire Agrarökonomie

Das Projekt zeigte, wie sich Umweltwirkungen und Nachhaltigkeitsleistungen in der Landwirtschaft messbar und vergleichbar machen lassen, sowohl für einzelne Betriebe als auch für die Volkswirtschaft insgesamt. Es eröffnete neue Perspektiven für eine faire Bewertung ökologischer Landwirtschaft und trug dazu bei, die Leistungen von Biobetrieben transparenter darzustellen. Damit wurde ein wichtiger Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen Agrarökonomie gemacht.

Drei wesentliche Projekterkenntnisse

  • Die Ergebnisse des Projekts zeigen, welche großen Fortschritte gemacht werden konnten in der Identifizierung von Leistungskennzahlen zur Erfassung von Nachhaltigkeitsleistungen landwirtschaftlicher Betriebe. Am Ende des Projektes steht eine praxistaugliche Nachhaltigkeitserfassung zur Verfügung.

  • Bei der Festlegung von Grenzwerten und Monetarisierung von Leistungen wurde deutlich, dass die Bewertung und die Festlegung von Grenzwerten ein gesellschaftlicher, partizipativer Prozess ist. Der Austausch fördert die Bewusstseinsbildung und regt Diskussionen über eine nachhaltige Landwirtschaft an. Damit kann die Synthese zur Bilanz erfolgen.

  • Die vier Betriebsleiter fanden ihren Betrieb gut in den Ergebnissen wiedergespiegelt. Mit den Summen könnten sie vernünftig wirtschaften, d.h. die eigenen Vorstellungen für mehr Nachhaltigkeit auf Ihrem Betrieb umsetzen. Außerdem könnten sie sich die RRMethode als ein Anreizsystem zu vorstellen, um sich zu verbessern.

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