Vertiefende Konzeptstudie – Viti-Photovoltaik in der Weinbauregion Kaiserstuhl
In diesem Projekt sollen die Möglichkeiten und Umsetzung von PV-Anlagen auf Rebflächen (Viti-PV-Anlagen) im Rahmen einer Konzeptstudie erforscht werden.
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| Projektdaten | |
|---|---|
| Projektname | Vertiefende Konzeptstudie – Viti-Photovoltaik in der Weinbauregion Kaiserstuhl |
| Projektnummer | 2021-V-006 |
| Projektart | Forschung & Studien |
| Umsetzung durch | Projektteam APV-R |
| Laufzeit | bis |
| Fördersumme | 21.380 € |
Klimaschutz und Klimaanpassung durch Viti-PV
Das Projekt verfolgt das Ziel, Rebflächen durch sogenannte Viti-PV-Anlagen doppelt zu nutzen – für den Weinbau und die gleichzeitige Erzeugung von Grünstrom. Damit soll ein Beitrag zur Energiewende geleistet und gleichzeitig den Herausforderungen des Klimawandels im Weinbau begegnet werden. Die PV-Anlagen sollen Schutz vor Extremwetter bieten, die Traubenqualität verbessern und die Erntezeitpunkte verschieben, um die Arbeitsbedingungen zu erleichtern und die Weinqualität zu sichern.
Pilotanlage und Konzeptstudie in Riegel
In Riegel am Kaiserstuhl soll eine erste Viti-PV-Pilotanlage entstehen. Die Initiative geht von einem lokalen Winzer aus und wird durch Absolventen und Absolventinnen der Fortbildung „Kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ sowie die Gemeinde Riegel unterstützt. Ziel ist die Erstellung einer fundierten Konzeptstudie zur technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit. Dabei werden geeignete PV-Module, Steuertechnik und Tragkonstruktionen identifiziert, baurechtliche Fragen geklärt und mögliche Betreiber- und Geschäftsmodelle untersucht. Fördermittel wurden aus dem badenova-Innovationsfonds beantragt.
Vision und Übertragbarkeit für Weinbauregionen
Das Projekt ist praxisorientiert und interdisziplinär angelegt. Es soll nicht nur als Forschungsprojekt dienen, sondern als Modell für weitere Viti-PV-Anlagen in den Weinbauregionen am Oberrhein. Die Ergebnisse der Konzeptstudie sollen in einen Folge-Förderantrag münden, sofern die Machbarkeit bestätigt wird. Das Projektteam arbeitet eng mit Winzer und Winzerinnen und kommunalen Akteuren zusammen, um die Umsetzung realitätsnah zu gestalten und die breite Nachahmung zu fördern. So entsteht ein innovativer Ansatz zur Verbindung von Klimaschutz, Energiegewinnung und nachhaltigem Weinbau.
Drei wesentliche Projekterkenntnisse
Zu Projektbeginn wurden Komplexität und Zeitaufwand unterschätzt. Im Arbeitsprozess mussten Arbeitspakte adaptiert werden. Ziele und Inhalte blieben erhalten, Aufwand konnte reduziert werden. Im Verlauf zeigte sich, dass professionelle Stakeholder bereit sind, ehrenamtliche Projekte zu unterstützen. Der Innovationsfonds bot die nötige Flexibilität mit unvorhersehbaren Ereignissen umzugehen. So ließ sich der Projektabschluss sichern.
Resultat der intensiven Projektarbeit war ein umfangreicher Wissenszuwachs. Auf persönlicher Ebene entstanden Freundschaften und Netzwerke. Eine berufliche Entwicklung war ebenfalls möglich. Es wurde klar, dass neben inhaltlichen Zielen auch Rahmenbedingungen wichtig sind und Wirkung entfalten können. Erfüllend wäre, wenn die Konzeptstudie die Realisierung der Anlage ermöglicht.
Pilotanlagen sind elementar für die Grundlagenforschung und Voraussetzung für Folgeprojekte. Die Erkenntnis wuchs, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Viti-PV ungenügend sind – bspw. die unzureichende EEG-Förderung und ein komplexes Genehmigungsrecht mit langen Verfahrensdauern.
Downloads und weitere Infos
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