Wasserkraft im Wasserwerk  

Die Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten GmbH untersucht die Wirtschaftlichkeit und das Energiepotential einer Wasserwerkanlage.

Innenansicht einer Wasserversorgungsanlage mit Schalttafeln, die mit „Wasserversorgung Kirchzarten“ beschriftet sind, gefliesten Wänden und großen Fenstern.
Projektdaten
Projektname Energiegewinnung innerhalb der Trinkwasserversorgung Kirchzarten durch Einbau einer Wasserkraftanlage
Projektnummer 2012-05
ProjektartBau & Anwendung
Umsetzung durch Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten GmbH
Laufzeit bis
ProjektstatusAbgeschlossen
Fördersumme43.500 €

Energiegewinnung aus Rohrsystemen von Wasserwerken

Neben klassischen Wasserkraftanlagen bieten auch die Rohrsysteme von Wasserwerken Potenzial zur Energiegewinnung aus Wasser. Diese Möglichkeit wird bislang selten genutzt, obwohl geschlossene Systeme spezifische Vorteile aufweisen. Da sie nicht in oberirdische Gewässer eingreifen, entstehen keine Konflikte mit Schifferei oder Fischpopulationen. Zudem ist der Wasserzulauf ganzjährig gleichmäßig, und das saubere Wasser führt zu geringerem Verschleiß der technischen Anlagen. Die Energieausbeute ist zwar niedriger als bei offenen Gewässern, dafür bieten Rohrsysteme stabile und gut kalkulierbare Rahmenbedingungen.

Pilotanlage am Hochbehälter Giersberg in Kirchzarten

Ein Pilotprojekt der Energie‑ und Wasserversorgung Kirchzarten untersuchte das Energiepotenzial und die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage. Als geeigneter Standort wurde der Zulauf zum Hochbehälter Giersberg identifiziert, wo bei einem Höhenunterschied von 75 Metern durchschnittlich etwa 30 Kubikmeter Wasser pro Stunde durch die Leitungen fließen. Zur Nutzung dieser Energie installierte das Wasserwerk eine speziell angefertigte Peltonturbine mit Generator im Zulauf zur Mischkammer. Über eine Versuchslaufzeit von fünf Monaten erzeugte die Anlage rund 5.040kWh Strom.

Erträge, Grenzen und Erkenntnisse für zukünftige Projekte

Mit der erzeugten Strommenge konnte rund die Hälfte des Energiebedarfs des Wasserwerks gedeckt werden. Dadurch sparte das Projekt etwa acht Tonnen CO₂ ein. Die tatsächliche Energieerzeugung und die CO₂‑Einsparung fielen jedoch geringer aus als zunächst erwartet, was auf die niedrige Quellausschüttung zurückzuführen war. Solche niedrigen Quellstände sind auch mit Blick auf den Klimawandel künftig zu erwarten und können sich negativ auf Erträge und Amortisationszeiten auswirken. Die gewonnenen Erkenntnisse stehen nach Projektende auch anderen Interessierten zur Verfügung, die das Potenzial von Wasserkraft in Wasserwerken nutzen möchten.

Drei wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt

  • Kontinuierliche Stromgewinnung und –abnahme sind Grundvoraussetzung für die Wirtschaftlichkeit eine Anlage. Diskontinuierlicher Betrieb setzt Speicheranlagen voraus, die die Wirtschaftlichkeit einer Anlage deutlich verschlechtern.

  • Betriebssichere Wasserkraftanlagen mit hohem Wirkungsgrad sind noch nicht standardmäßig auf dem Markt erhältlich

  • Klimaveränderungen und damit einhergehende geringere Quellwasserausschüttung stellen die zukünftige Nutzung und Wirtschaftlichkeit von Wasserkraftanlagen in Frage.

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