Jeder Mensch stößt täglich CO2 aus. Schon durch seinen Atem. Nun können wir alle nicht aufhören zu atmen, aber wir können bereits mit Kleinigkeiten unsere CO2-Bilanz verringern. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, sollten wir also bei allem was wir tun, möglichst nachhaltig agieren. Das fängt im Alltag jedes Einzelnen an und fällt vor allem dann ins Gewicht, wenn wir alle etwas ändern. Nachhaltigkeit-Bloggerin Neele Hoffmann gibt 10 Tipps für Deinen Alltag.


Vom Mikro- zum Makrokosmos

Wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, reden sich viele Menschen gerne mit Sätzen wie „Was soll ich als einzelne Person denn schon groß ändern.“ oder „Wenn die großen Firmen nichts ändern, sehe ich das auch nicht ein.“ usw. heraus. An dieser Einstellung mag in Teilen zwar etwas dran sein, dennoch kannst Du auch im eigenen Alltag schon einiges bewirken, selbst wenn Du damit „nur“ das Ziel verfolgst, andere mit deinem Tun zu inspirieren.

Je mehr von uns sich kritisch äußern, nachfragen und ihr Verhalten ändern, desto mehr werden Wirtschaft und Politik unter Druck gesetzt. Wenn Du Dir das wachsende Sortiment an unverpackten Lebensmitteln in vielen Supermärkten ansiehst, wird deutlich, dass die Anstrengungen Einzelner also keinesfalls ohne Bedeutung sind. Was Du konkret tun kannst, um Deinen Alltag nachhaltiger zu gestalten, liest Du hier:


1. Der Klassiker: Immer eigene Verpackungen dabei haben

Überall wohin ich gehe habe ich alte Bäckertüten, Tupperdosen, Jutebeutel oder Stoffnetze dabei. Die Zeiten, in welchen Du dabei komisch angeschaut wurdest, sind lange vorbei. Selbst große Supermarktketten werben damit, dass die Kunden eigene Dosen mitbringen können. Wie viele andere Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag erfordert auch das Mitnehmen eigener Verpackung ein wenig „Übung“ bzw. eine andere Planung. Wenn Du Dich einmal daran gewöhnt hast, ist es aber ganz einfach.

Jutebeutel für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

2. Putzmittel selber herstellen

Klingt anfangs ebenfalls etwas umständlich, ist aber wirklich super einfach. Wir stellen mittlerweile fast alle gängigen Putzmittel selber her. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern schont auch noch den Geldbeutel. Alle Zutaten sind nämlich spottbillig oder Du hast sie eh schon im Haus, wie die Grundzutat, Wasser. ;)

Hier findest Du eine kleine Auswahl an Putzmitteln, die Du immer wieder gebrauchen kannst.

3. Secondhand oder fair produzierte Mode kaufen

Ein weiterer Klassiker für mehr Nachhaltigkeit im Alltag ist das Vermeiden unnötiger Anschaffungen insbesondere was den Modebereich betrifft. Die Textilindustrie ist eine der dreckigsten der Welt und beutet neben den ArbeiterInnen auch unsere Umwelt in erheblichem Maße aus. Wenn Du etwas Neues „brauchst“, dann greif nach Möglichkeit auf fair produzierte Mode oder, noch besser, auf Secondhand-Teile zurück. Es sind bereits so unfassbar viele Textilien im Umlauf, dass eigentlich nichts Neues mehr produziert werden müsste.


4. In der Küche einfach Dinge weglassen

Seit ich versuche meinen Alltag nachhaltiger zu gestalten ist mir immer wieder aufgefallen, dass ich viele Dinge gar nicht brauche. Hier ein paar Beispiele:

Backpapier: Bevor das Backpapier erfunden wurde, wurde es einfach weggelassen. Es spricht nichts dagegen Plätzchen, Ofengemüse und Co. auf einem Backblech ohne Backpapier zuzubereiten. Der einzige „Nachteil“ ist, dass Du das Backblech hinterher sauber machen musst. Das sollte uns unsere Umwelt jedoch wert sein.

Frischhaltefolie: Viele Dinge, die Du aufbewahren möchtest, kannst Du entweder in Dosen packen oder Schüsseln mit einem Teller abdecken. Auch Bienenwachstücher sind ein toller Ersatz und außerdem wiederverwendbar. Ich habe seit Jahren keine Frischhaltefolie mehr gekauft und sie bisher nicht vermisst.

Küchenrolle: Ein weiteres Beispiel für etwas, was es früher nicht gab. Klar ist es praktisch, mal eben ein paar Blätter Küchenrolle abzureißen und etwas aufzuwischen oder abzuputzen. Du kannst aber genauso gut alte Stoffservietten, klein geschnittene Geschirrhandtücher oder Lappen verwenden. Nach dem Gebrauch kurz unter fließendem Wasser ausspülen und fertig.

Wiederverwendbare Behälter ersetzten Frischhaltefolie in der Küche

5. Weniger Müll im Badezimmer

Gerade im Badezimmer ist es besonders einfach weniger Müll zu produzieren und dabei seinen Alltag nachhaltiger zu gestalten. Abschminkpads habe ich bereits vor Jahren durch wiederverwendbare Pads aus Stoff ersetzt. Gesichtswasser habe ich komplett abgeschafft und es bisher nicht vermisst. Duschgel und Shampoo gibt es mittlerweile in vielen Drogerien komplett oder nahezu unverpackt. Ebenso Zahncreme und, der Klassiker, Handseife. Zahnbürsten gibt es aus Bambus, ebenso erhaltet ihr überall plastikfreie Wattestäbchen.

Außerdem verwende ich nur noch Naturkosmetik, welche nicht nur meine Haut, sondern auch die Umwelt schont, da u.a. auf Mikroplastik und andere schädliche Stoffe verzichtet wird. Mehr dazu findest Du in meinem Artikel "Nachhaltige Kosmetik - ohne Tierversuche und Mikroplastik".


6. Unverpackt einkaufen

Um unverpackt einzukaufen musst Du nicht unbedingt in einen Unverpacktladen gehen, die häufig tatsächlich recht teuer sind. In allen Supermärkten gibt es einen Großteil an Obst und Gemüse, genauso wie Backwaren und teilweise sogar Nudeln, Nüsse und Cerealien ohne Verpackung. Wer dort nicht fündig wird, besucht am besten einen Wochenmarkt in der Nähe. Dort gibt es eigentlich alles ohne Verpackung oder in Pfandgläsern, welche Du wieder zurück bringen kannst.

Gewürze lose und unverpackt kaufen

7. Regional und saisonal

Daran schließt sich ein weiterer, sehr wichtiger Tipp an: Versuche nach Möglichkeit wieder mehr regional und vor allem saisonal einzukaufen. Auch ich liebe Avocados und saftige Mangos, nur leider wachsen die bislang nicht in Deutschland und werden tausende Kilometer weit verschifft. Dabei entstehen Unmengen an CO2.

Außerdem brauchen viele dieser Produkte Wasser ohne Ende, ein in den Anbaugebieten häufig kostbares Gut, welches besser für die Bevölkerung bereit gestellt würde. Alles in allem ist der Konsum von nicht lokal produzierten Lebensmitteln also nicht gerade nachhaltig.

Regional einkaufen, aber richtig
Erfahre, auf was Du beim Einkaufen achten solltest, um Deinen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit zu leisten.

8. Bio-Lebensmittel kaufen

Wer noch mehr tun möchte kauft Bio. Mit dieser Entscheidung kannst du einen erheblichen Teil dazu beitragen, dass unsere Umwelt nicht noch mehr zerstört wird. Außerdem werden Landwirte und Produzenten um einiges fairer entlohnt als im Bereich der konventionellen Landwirtschaft. Meiner Meinung nach das Mindeste, für eine Berufsgruppe, die unser aller Überleben sichert.

Regionales Bio-Gemüse vom Wochenmarkt

9. Sharing is Caring

Warum braucht jeder ein eigenes Auto, einen eigenen Rasenmäher oder eine Bohrmaschine? Wenn Du einmal darüber nachdenkst, gibt es unzählige Dinge, die nur sehr selten benutzt werden, aber dennoch fast jeder irgendwo rumliegen bzw. rumstehen hat.

Bestes Beispiel: das Auto. Die meiste Zeit seines Lebens parkt das Auto nämlich vor der Haus- oder Bürotür und wird nicht benutzt. Eine um einiges nachhaltigere Lösung wäre es doch, sich all diese Dinge ganz einfach zu teilen oder auf offizielle Sharing-Modelle zurückzugreifen. Wie fast alle hier erwähnten Tipps schont dieses Verhalten nicht nur die Umwelt, sondern auch unseren Geldbeutel.

Was sind die besten Shared Mobility Angebote?
Anna und Marcus von Viertel Vor haben für uns verschiedene Shared Mobility Lösungen getestet. Jetzt mehr erfahren!

10. Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen

Last but not least ein weiterer Klassiker für mehr Nachhaltigkeit im Alltag:

Wenn möglich ganz einfach komplett auf das Autofahren verzichten. Gerade für Stadtbewohner häufig sehr leicht umzusetzen und das Beste: Du sparst unfassbar viel Zeit.

Fahrradfahren ist in der Stadt oft die schnellere Alternative

Ich lache jedesmal innerlich, wenn ich wieder an einem der Staus in der Stadt vorbei radle und mich frage, was die Menschen um alles in der Welt dazu veranlasst sich diesem Stress jeden Tag aufs Neue auszusetzen. Fahrrad fahren ist so viel schneller und gesünder. Wer es gemütlicher mag, steigt einfach in eines der unzähligen öffentlichen Verkehrsmittel und schont in gleichem Maße seinen Geldbeutel und die Umwelt.