Auch wenn der Sommer noch so schön war – die kalten Monate kommen. Was für ein Glück, dass Du drinnen nur die Heizung aufdrehen musst, wenn es draußen ungemütlich wird. Aber hast Du schon mal darüber nachgedacht, wie die Wärme in Deinen Heizkörpern entsteht? Mit Öl? Oder Gas? Eine Frage, mit der man sich spätestens dann beschäftigt, wenn es darum geht, eine alte Heizung zu ersetzen oder die richtige Heizung für ein neues Haus zu kaufen. Welche Heizung ist günstiger? Und welche besser für Klima und Umwelt?

Heizen mit Öl oder Gas?

Früher, als die meisten Häuser noch mit Briketts und Eierkohlen geheizt wurden, hatte man an der „frischen Luft“ in den großen Städten oft das Gefühl, die schwelenden Reste eines Lagerfeuers zu inhalieren. Aber diese Zeiten sind vorbei. Heizen mit Kohle ist in Deutschland längst aus dem Rennen.

Trotzdem: Immer noch werden zwei Drittel der Häuser hier mit fossilen Energien beheizt. Mit Öl oder Gas. Das hat Gründe. Vor allem, weil Öl- und Gasheizungen beim Kauf vergleichsweise günstig sind und weil die Technologie in den letzten Jahrzehnten ständig Fortschritte gemacht hat. Moderne Öl- und Gas-Brennwertkessel gewinnen auch aus den Abgasen noch Wärme. Darum heizen sie sehr energie- und kostensparend.

Beim Heizen mit Kohle entstehen klimaschädliche CO2-Emissionen. In Deutschland ist der Energieträger längst aus dem Rennen.

Wenn es allerdings um die Entscheidung „Öl oder Gas?“ geht, wird es schwieriger. Denn die hängt von den Bedingungen vor Ort ab. Und von einer Einschätzung, wie sich die Dinge – also vor allem die Energiepreise und die gesetzlichen Vorgaben – in Zukunft entwickeln werden. Eins kann man allerdings pauschal sagen: Gasheizungen sind eine umweltfreundlichere Alternative zur Ölheizung, denn sie belasten das Klima mit weniger CO2.

Heizen mit Öl oder Gas?
Klimafreundlich heizen © Shutterstock

Unterschiede zwischen Öl- und Gasheizung

Um die Frage „Öl oder Gas?“ besser klären zu können, führt kein Weg daran vorbei, sich die Besonderheiten und Unterschiede der beiden Heizverfahren und der beiden Energieträger genauer anzusehen.

Ölheizung

Jede vierte Heizung in Deutschland heizt mit Erdöl. Denn verglichen mit alternativen Heiztechnologien sind Ölheizungen recht preisgünstig. Und Heizöl ist überall zu haben – es ist der am besten verfügbare Energieträger. Dagegen sind zum Beispiel nicht alle Wohngebiete an ein Gasnetz angeschlossen.

Das ist tatsächlich einer der größten Vorteile einer Ölheizung: Sie heizt auch da, wo die Sonne nur wenig scheint, wo es keinen Erdgasanschluss gibt und auch andere Energien nicht in Frage kommen. Außerdem ist die Technologie sehr ausgereift. Wenn Du also dran denkst, Deinen Heizöltank rechtzeitig vor dem Winter zu füllen, bleiben Deine Füße warm und es gibt keine bösen Überraschungen.

Nochmal zurück zum Heizöltank. Und da sind wir auch schon bei den Nachteilen: Ölheizungen brauchen Platz für einen Tank. Der wiederum verbreitet einen ganz besonderen Duft, den viele als unangenehm empfinden. Die Ölheizung produziert CO2. Und zwar deutlich mehr als eine Gasheizung.

Den Klimapreis kriegt Öl also nicht. Darum gibt es auch eine „Abwrackpämie für Ölheizungen“. Das bedeutet, dass der Austausch Deiner alten Ölheizung gegen ein modernes Heizsystem, das ganz oder teilweise auf Erneuerbare Energien setzt, mit bis zu 45 Prozent vom Staat gefördert wird.
Heizen mit Gas
Mit Gas heizen und CO2-Ausstoß reduzieren© Shutterstock

Gasheizung

Erdgas ist in Deutschland sogar noch beliebter als Öl, wenn es ums Heizen geht. Vor allem, weil die Gasheizung preiswert und ihr Einbau ohne großen Aufwand möglich ist. Zumal auch kein zusätzlicher Platz für einen Öltank, einen Speicher für Pellets oder Ähnliches nötig ist. Allerdings ist die wichtigste Voraussetzung für eine Gasheizung nicht überall erfüllt: Sie braucht einen Anschluss an das Erdgas-Netz.

Wo der aber verfügbar ist, ist eine moderne Erdgasheizung in Punkto Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz eine Überlegung wert. Moderne Gas-Brennwertheizungen wandeln die Energie des Energieträgers nahezu vollständig in Wärme um. So wird der CO2-Ausstoß auf ein Minimum reduziert und Dein Geldbeutel geschont. Ein weiterer Pluspunkt für die Umwelt ist, dass Gasheizungen nicht nur mit Erdgas, sondern auch mit umweltschonendem Biogas oder Bioerdgas betrieben werden können.

Die Entwicklung des Gaspreises im Vergleich zum Ölpreis spricht für Erdgas. Auch die Preiserhöhungen, die in den nächsten Jahren zu erwarten sind, werden bei dem gasförmigen Energieträger moderater sein als bei dem flüssigen.

Technologisch gelten Erdgasheizungen als ebenso ausgereift wie ihre Öl-Pendants. Allerdings sollte eine Gasheizung regelmäßig fachmännisch gewartet werden. Empfehlenswert ist einmal pro Jahr – nicht nur, damit sie effizient bleibt, sondern auch um ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Übrigens: Eine Gasheizung ist die ideale Ergänzung zu einer Solarthermie-Anlage. Mit dieser Kombination erfüllst Du nicht nur alle Anforderungen des EWärmeG in Baden-Württemberg. Du produzierst Deine Wärme auch besonders umweltschonend und wirtschaftlich. Für diese Kombi gibt´s dann auch ordentlich Heizungsförderung

Gründe, Deine Ölheizung zu tauschen und eine Gasheizung zu kaufen

Viele der Öl- und Gasheizungen in unserem Land sind technologisch veraltete Niedertemperaturgeräte oder noch ältere Standardkessel. Es gibt zwei gute Gründe, über eine Modernisierung nachzudenken.

  1. Moderne Öl- und Gas-Brennwertheizungen verbrauchen ca. 30 Prozent weniger Öl und Gas für dieselbe Wärme.
  2. Alte, ineffiziente Öl- und Erdgasheizungen müssen laut Gesetz spätestens nach 30 Jahren ersetzt werden. Und wenn man solange wartet, bis diese Austauschpflicht greift, gibt´s keine Abwrackprämie mehr für die alte Heizung.

Ab Januar 2021 greift zudem das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Dann wird auf alle Kraftstoffe, die in Gebäuden oder im Verkehr eingesetzt werden, ein CO2-Preis aufgeschlagen. Auf diese Weise will der Staat den Einsatz fossiler Energien immer unattraktiver machen. Das Wichtigste zum BEHG erfährst Du in diesem kurzen Video.

Im ersten Jahr 2021 kostet eine Tonne CO2 laut BEHG 25 Euro. In den folgenden vier Jahren wird dieser Preis jährlich bis auf 55 Euro steigen. Danach sollen sich die Preiserhöhungen nach den jährlichen Emissionen richten. Da Gasheizungen weniger CO2 verursachen als Ölheizungen, sind die Zusatzkosten für Gas geringer. Oder andersherum: Die Ölpreise werden aufgrund des BEHG deutlicher steigen als die Preise für Erdgas.

Werden Ölheizungen verboten?

Hast Du vielleicht auch schon vom „Ölheizungsverbot 2026“ gehört? Mit diesem Verbot ist es allerdings wie mit dem rosa Einhorn: Beide gibt es nicht (wobei: Einhörner … wer weiß?).

Richtig ist, dass der Einbau neuer Ölheizungen ab 2026 nicht mehr erlaubt sein wird. Auch nicht die Installation von Heizungen mit neuer, effizienter Öl-Brennwerttechnik. Weiter möglich ist dann nur die Installation von Hybrid-Ölheizungen.

Der Einbau von Ölheizungen ist ab 2026 nur noch in Kombination mit erneuerbaren Heiztechnologien erlaubt.

Heißt also: Effiziente Ölheizungen dürfen auch nach 2026 noch eingebaut werden, wenn sie mit erneuerbaren Heiztechnologien kombiniert werden – z. B. zur Unterstützung einer Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage. Ein solches Heizsystem wird, Stand heute, sogar staatlich gefördert. Auch bereits bestehende Anlagen können nach 2026 weiter betrieben werden.

Solarthermie: Heizen mit Erneuerbaren Energien
Heizen mit Erneuerbaren Energien © Shutterstock

Heizen mit Erneuerbaren Energien

Egal ob Öl oder Gas – fossile Energieträger haben neben den CO2-Emissionen weitere entscheidende Nachteile. Vor allem: Sie sind endlich. Außerdem schaden ihr Abbau und ihr Transport der Umwelt und dem Klima.

Bei der Förderung verunreinigen mit Erdöl und Chemikalien belastete Abwässer, Schlämme und Bohrgestein die Böden, Flüsse und Meere. Und je schwerer die Vorkommen zu erschließen sind, desto größer sind die Risiken – Stichwort Fracking.

Auch der Transport mit riesigen Tankschiffen und Tanklastwagen geht mit zusätzlichen Emissionen einher. Und wenn es dabei zu Unfällen kommt, sind die Folgen für die Umwelt oft dramatisch.

Klimafreundlich heizen mit Erneuerbaren Energien

Die umweltschonendste Lösung für warme Räume und warmes Wasser ist, so viel wie möglich auf erneuerbare Energien und umweltschonende Heiztechniken zu setzen. Daher fördert der Staat eine Heizungsmodernisierung mit umweltfreundlichen Heizungen, die die Wärme ganz oder zum Teil aus erneuerbaren Energien gewinnen.

Erdgasheizungen lassen sich sehr gut mit solchen Heiztechniken kombinieren. Hier schlägt vor allem zu Buche, dass der Installationsaufwand für Gasheizungen gering ist – niedriger als bei Ölheizungen, wo z. B. immer ein Öltank nötig ist. Wenn ein Heizungskauf ansteht, ist es also sinnvoll, über eine Kombination mit Solarthermie oder Wärmepumpen nachzudenken. Wenn Du noch einen Schritt weiter gehen und neben der Wärme gleich auch den eigenen Strom produzieren möchtest, ist die Brennstoffzellenheizung für Dich das Richtige.

Übrigens: Wenn Du Dir nicht sicher bist, welche Heizung zu Dir passt, verlasse Dich auf einen erfahrenen Partner wie badenova. Dort erhältst Du eine persönliche Beratung und Unterstützung bei der Fördermittelabwicklung.


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Umweltfreundlich heizen mit badenova Erdgas
Umweltfreundlich mit Erdgas heizen

Fazit

Verglichen mit Öl emittiert Gas weniger CO2 pro Kilowattstunde produzierter Wärmeenergie. Damit ist Erdgas die umweltfreundlichere Alternative. Ein weiterer Pluspunkt für Umwelt und Klima: Gasheizungen lassen sich sehr gut mit Erneuerbaren Energien kombinieren oder mit umweltfreundlichem Biogas betreiben.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht dürften Gasheizungen in Zukunft die Nase vorn haben. Denn das Brennstoffemissionshandelsgesetz wird ab 2021 dafür sorgen, dass die Preise für Erdöl stärker steigen als für Erdgas. Mit dem Umstieg auf eine Gasheizung in Kombination mit Erneuerbaren Energien schonst Du das Klima und Deinen Geldbeutel.